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Definition Was ist das Internet of Medical Things (IoMT)?

Autor / Redakteur: Santander / Heidemarie Schuster

Unter IoMT (Internet of Medical Things) werden alle Datenströme subsummiert, die von medizinischen Geräten und Programmen erzeugt und gesammelt werden.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Es entsteht dadurch eine neue, vernetzte Infrastruktur, die aus den Daten von medizintechnischen Geräten, den dazu passenden Softwares, aus medizinischen Dienstleistungen und ganzen Gesundheitssystemen zusammengesetzt wird. Die Daten können für die persönliche Gesundheit ebenso von Nutzen sein wie für die medizinische Forschung oder die Optimierung von Gesundheitssystemen. Bei der Sensibilität der genutzten Daten ist es selbstverständlich, dass das IoMT nur unter höchsten Datenschutzstandards weiterentwickelt werden kann.

Das Internet of Medical Things geht weit über Telemedizin hinaus

Die Überwachung von Patientendaten über Sensoren, die direkt an eine medizinische Software übertragen werden, ist ein wichtiger Teil der Telemedizin. Aufgrund der eingehenden Werte kann die Software den Patienten oder einen Arzt auf Probleme aufmerksam machen oder eine Anpassung der Medikamentierung anregen. Sie ist ein praktisches Beispiel, wie das IoMT konkret in die Arzt-Patienten-Beziehung eingreifen kann und die medizinische Versorgung des Patienten verbessert, vereinfacht und im besten Falle sogar weniger kostenintensiv macht.

Diese telemedizinischen Anwendungen sind aber nur ein kleiner Teilbereich des IoMT. Anonymisiert gesammelte Patientendaten können eine wichtige Rolle in der medizinischen Forschung spielen. Die Reaktionsgenauigkeit und -schnelligkeit von Gesundheitssystemen lassen sich immens verbessern.

Neue Geschäftsmodelle durch das Internet of Medical Things

Die Arbeitsweise von Medizintechnikanbietern erfährt durch das IoMT einen grundlegenden Wandel. Die von medizintechnischen Geräten generierten Datenströme lassen sich monetarisieren und tragen zur Finanzierung der Unternehmen bei. Die Langzeitbetreuung von Patienten, die mit medizintechnischer Sensorik überwacht und unterstützt werden, schafft völlig neue Kundenbindungsszenarien und Geschäftsmodelle. Die frühzeitige Warnung von Patienten mit Herzproblemen, Epilepsie oder Diabetes, bevor der Patient selbst eine Verschlechterung seines Zustandes registriert, eröffnet in der Prävention völlig neue Möglichkeiten.

Vielfalt der Sensorik im Internet of Medical Things

Was eine Smartwatch und seine Sensorik zu leisten in der Lage ist, das wissen viele Menschen heute schon aus eigener Erfahrung. Sensoren in Herzschrittmachern oder implantierbaren Defibrillatoren können Herzfunktionen überwachen und nötigenfalls weitermelden. Es gibt so winzige Sensoren, dass sie in Kontaktlinsen untergebracht werden und dort aus der Tränenflüssigkeit den Blutzuckerwert bestimmen können. Die Möglichkeiten des IoMT sind immens und die Entwicklung steht erst am Anfang.

Gefahren, die mit dem Internet of Medical Things verbunden sind

Auf die Sensibilität der im IoMT verarbeiteten Daten wurde schon hingewiesen. Eine weitere Gefahr ist sicherlich ein subjektives Sicherheitsempfinden, das bei Patienten entstehen kann, die über ausgefeilte Sensorik überwacht werden. Schnelle ärztliche Eingriffe und Rettungsaktionen werden durch das IoMT zwar vereinfacht, eine gesunde Lebensweise können sie aber nicht ersetzen.

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