Definition Was ist das eRezept?

Autor / Redakteur: zeroshope / Sarah Böttcher

Das eRezept ist die elektronische Form einer ärztlichen Medikamenten- oder Therapieverordnung, die bislang als Papier ausgehändigt wurde. Der Wechsel zur digitalen Variante bringt diverse Vorteile.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Unter dem Begriff eRezept ist ein elektronisches Rezept zu verstehen, das von einem Arzt als Medikamenten- und/oder Therapieverordnung ausgestellt wird. Bislang erfolgte die Bereitstellung in Papierform. Der Wechsel zur elektronischen Variante ist einer der Bausteine zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens. Die neue Form soll für Patienten, Apotheken, Ärzte und die Kassen diverse Vorteile erbringen.

So funktioniert das eRezept

Das elektronische Rezept funktioniert als dreistufiges Verfahren: Zuerst hinterlegt der verschreibende Mediziner die Verordnung in einer zentralen Datenbank, an die alle Akteure des Gesundheitswesens angeschlossen sind. Im zweiten Schritt wird dem Patienten ein Code zur Verfügung gestellt. Dieser wird abschließend in der Apotheke oder der Fachtherapiepraxis (z.B. Physiotherapie) eingelöst. Das eRezept wird zudem in der elektronischen Patientenakte hinterlegt. Der Code kann digital übermittelt werden, aber es besteht auch die Möglichkeit, diesen auszudrucken. Patienten, die ihn nicht digital empfangen können, haben auf diese Weise dennoch die Chance, das eRezept zu nutzen.

Der Zeitplan für die Einführung des eRezepts

Deutschlandweit wird das eRezept im vierten Quartal 2021 eingeführt. Von Juli bis September des Jahres läuft ein Pilotversuch in Berlin und Brandenburg. Beteiligt sind auch einige Online-Apotheken. Die hier gewonnen Erkenntnisse sollen die bundesweite Einführung erleichtern. Zusätzlich sollen auch die Erfahrungen helfen, die in den 13 europäischen Ländern gemacht wurden, die bereits das eRezept nutzen. Hierzu zählen beispielsweise die Schweiz, Schweden oder auch Großbritannien. Ab dem 1. Januar 2023 werden nur noch eRezepte ausgestellt. Die Papierform ist ab dann nicht mehr zulässig. Bis dahin existieren beide Varianten parallel.

Die Vorteile des eRezepts

Das eRezept soll die folgenden Vorzüge bieten:

  • Ersparnisse (Geld und Wege),
  • vereinfachte Nutzung von Online-Apotheken für verschreibungspflichtige Medikamente,
  • Erschwerung der Rezeptfälschung,
  • Rezeptverlust ist weniger problematisch, da nur ein neuer Code ausgestellt werden muss,
  • Online-Sprechstunde kann zu einer echten Alternative für den persönlichen Besuch beim Arzt werden,
  • vereinfachte Überprüfung von Wechselwirkungen von Medikamenten,
  • leichtere Auflistung aller einzunehmenden Medikamente im Krankenhaus oder z.B. beim Spezialisten.

Wirkliche Nachteile hat das eRezept nicht – zumindest basierend auf den bisherigen Erfahrungen der anderen Länder. Zwei Einschränkungen sind jedoch zu machen: Die Umstellung gelang erstens nicht überall reibungslos. Dies dürfte auch für Deutschland gelten. Zweitens bedeutete gerade die Anfangszeit für viele Ärzte und Apotheken eine Herausforderung – auch dies ist hierzulande wahrscheinlich.

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