Definition Was ist das Dark Web?

Autor / Redakteur: Nicole / Heidi Schuster

Um das Dark Web ranken sich viele Geschichten und Schlagzeilen über illegale Geschäfte und Spielraum für kriminelle Machenschaften. In erster Linie zeichnet es sich jedoch durch seine Verschlüsselungsmethoden und Anonymisierungsverfahren aus.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

In einigen Ländern herrscht strenge Zensur, der Zugang zu Informationen ist eingeschränkt. Das Dark Web oder Dark Net bietet eine Möglichkeit, dies zu umgehen, denn hier wird durch Schutzmaßnahmen eine möglichst hohe Anonymität gewährleistet. Über die üblichen Suchmaschinen nicht auffindbare Seiten können hier problemlos aufgerufen werden, ohne dass der Zugriff ohne Weiteres nachvollziehbar wäre.

Zensur und das Risiko von unangenehmen Folgen für Betroffene ist jedoch nicht der einzige Grund, den anonymisierten Zugang zu nutzen. Es gestattet das Surfen im Internet, ohne die üblichen Spuren zu hinterlassen, die ausgespäht werden könnten oder Rückschlüsse auf den Nutzer zulassen. Der sensible Umgang mit persönlichen Daten und deren Preisgabe sollte dennoch nicht vernachlässigt werden.

Die Möglichkeit, unerkannt zu surfen und ansonsten nicht erreichbare Seiten aufzurufen, bietet selbstverständlich auch Gelegenheit zur illegalen Nutzung wie Porno-, Drogen- und Waffenhandel.

Zugang zum Dark Web

Um das Internet im Verborgenen und unerkannt zu nutzen, sind einerseits Anonymisierungsnetzwerke, andererseits spezielle Tools oder Software-Lösungen erforderlich. Das TOR-Netzwerk und der TOR Browser sind Beispiele dafür. TOR ist die Abkürzung für „The Onion Router“ (Zwiebel-Router). Das Netzwerk umfasst eigene Server, auf denen Webseiten abgelegt werden können, die über das Internet nicht auf dem üblichen Weg aufgerufen werden können, wohl aber über den TOR-Browser. Darüber ist der direkte Zugriff möglich und zudem werden die Daten beim Surfen in Paketen an zufällig angesteuerte Rechner geschickt.

Die Datenpakete werden mehrfach im sogenannten "Zwiebelprinzip" verschlüsselt und durch die beteiligten Rechner, Nodes genannt, teilentschlüsselt, wodurch eventuelle dennoch erfolgreiche Datenspione verfälschte Informationen erhalten. Ebenso werden interne Webadressen und -seiten verschlüsselt. Spezielle Netzwerkknoten fungieren als Mittler zwischen Servern und Nutzern. Sie entschlüsseln die Daten und übermitteln die relevanten jeweils an den Server beziehungsweise die dort abgelegten Informationen an den Nutzer. So gelangt kein Datenverkehr in den offenen Teil des Internets. Ebenfalls spezielle Verzeichnisse wie das Hidden Wiki, aber auch sehr viel unbekanntere und strikt administrierte, informieren über interne Webseiten und Communitys des Dark Web.

Nutzung legal

Das Dark Web selbst sowie die Nutzung ist in Deutschland nicht illegal und durchaus legitim. Es ist allerdings nachvollziehbar, dass die Anonymitäts- und Verschlüsselungsmaßnahmen auch schwarze Schafe anziehen und Raum für kriminelle Machenschaften bieten. Aus diesem Grund stehen die Netzwerke des Dark Web – neben TOR gibt es weitere – im Fokus von Ermittlern.

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