Definition Was ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP)?

Von Hagedorn 2 min Lesedauer

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Oft ist vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) die Rede, wenn es um die Wirtschaftsleistung eines Staates geht. Was aber wird genau durch das BIP erfasst und gibt es unterschiedliche Varianten des Bruttoinlandsprodukts?

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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Das Bruttoinlandsprodukt ist eine Maßangabe, die die Gesamtleistung einer Volkswirtschaft für einen bestimmten Zeitabschnitt zusammenfasst. In die Berechnung geht der bezifferbare Wert aller Waren und Dienstleistungen ein, welche im betreffenden Zeitraum innerhalb der Landesgrenzen hergestellt beziehungsweise erbracht wurden. Herausgerechnet werden dabei Vorleistungen, die bereits an anderer Stelle in die Berechnung eingegangen sind. Das BIP drückt also die Wertschöpfung eines Landes aus. Üblich ist, dass sich das BIP auf ein Jahr oder ein Quartal bezieht.

Wer berechnet das Bruttoinlandsprodukt?

In Deutschland nimmt das Statistische Bundesamt die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts vor. Für das Jahres-BIP findet die Veröffentlichung im Frühjahr des Folgejahres statt. Im Herbst werden dann überprüfte und revidierte Zahlen auch für weiter zurückliegende Jahre bekanntgegeben. Dazu kommen Quartalsabrechnungen im laufenden Jahr, bei denen es sich um Schätzwerte handelt.

So setzt sich das Bruttoinlandsprodukt zusammen

Enthalten sind im BIP die Posten:

  • privater Konsum
  • Staatsausgaben oder staatlicher Konsum
  • inländische Investitionen
  • Nettoexporte, Exporte minus Importe oder Exportüberschuss

Verschiedene Arten des Bruttoinlandsprodukts

Das Bruttoinlandsprodukt ist eine wichtige Kennziffer für die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft. Das sogenannte nominale BIP erlaubt jedoch nur eingeschränkt Vergleichsmöglichkeiten zu vorangegangenen Zeiträumen, da es in seiner Berechnung auch Preisentwicklungen übernimmt. Anders ist das beim realen BIP. Es ist preisbereinigt. Preisveränderungen durch Inflation oder Deflation werden herausgerechnet. Damit erlaubt das reale Bruttoinlandsprodukt Aussagen zum Wirtschaftswachstum. Sollen die Bruttoinlandsprodukte verschiedener Volkswirtschaften gegenübergestellt oder die individuelle Durchschnittsleistung ermittelt werden, ist ein Blick auf das BIP pro Kopf sinnvoll. Die BIP-Wachstumsrate schließlich gibt Veränderungen des Bruttoinlandsprodukts für einen bestimmten Beobachtungszeitraum in Prozent an.

Kritik, ähnliche und konkurrierende Kennzahlen

Verwandte Ausdrücke zum Bruttoinlandsprodukt sind das Bruttoregionalprodukt und das Bruttoweltprodukt. Während sich das Bruttoregionalprodukt auf kleinere als staatliche Einheiten bezieht, kommt im Bruttoweltprodukt die globale Wirtschaftsleistung zum Ausdruck.

Häufig ist das BIP ferner verschiedenen Kritikpunkten ausgesetzt. So gibt es die tatsächliche Wirtschaftsleistung nur unvollständig wieder. Nicht berücksichtigt werden unter anderem informelle Arbeit, Schattenwirtschaft, Leistungen von Selbstversorgern sowie Arbeiten, die wie Ehrenämter oder Hausarbeit ohne Gegenleistung erfolgen. Auch kommen qualitative und nachhaltige Faktoren nur in geringem Maße zur Geltung. Daher haben sich über das Bruttoinlandsprodukt hinaus alternative Messinstrumente wie der Happy Planet Index (HPI), der Gini-Index, der Index der menschlichen Entwicklung (HDI), der Fragile States Index und zahlreiche weitere etabliert.

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