Definition Was ist das Best-Effort-Prinzip?

Autor / Redakteur: TheRacoon / Heidi Schuster

Best Effort bedeutet übersetzt so viel wie „nach bestem Bemühen“. Dabei beschreibt das Best-Effort-Prinzip das wohl einfachste Modell für die Datenübertragung in Sprach- und Datennetzen. Erfahren Sie, was genau das zu bedeuten hat.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Best-Effort-Übertragung bezieht sich auf die leistbare Dienstgüte in Netzwerken (Quality of Service). Grundsätzlich ist es dabei so, dass jeder Datenstrom gleichberechtigt übertragen wird. Das bedeutet, dass alle Datenströme ohne Rücksicht auf den Absender oder die Priorität der Daten gleich schnell und in gleicher Qualität übermittelt werden. Eine Priorisierung findet nicht statt. Das Netzwerk übermittelt Daten genau dann, wenn es dazu in der Lage ist.

Eine Garantie in Bezug auf den Datendurchsatz, die Verfügbarkeit des Netzes oder Verzögerungen wird nicht gegeben. Damit der Best-Effort-Ansatz funktioniert müssen sich die Netze den Datenströmen gegenüber Neutral verhalten. In den bisher üblichen TCP/IP-Protokollen funktioniert das System, insbesondere für E-Mails oder HTTP- sowie FTP-Dienste.

Hintergrund ist, dass das IP-Protokoll so gestaltet ist, dass ein Netzwerk eine nicht gesicherte Verbindung „verbindungslos“ bereitstellt. Der Best-Effort-Delivery-Service wird jeweils durch das IP-Protokoll sowie das sogenannte UDP (User Datagram Protocol) bereitgestellt.

Das Best-Effort-Prinzip ist nicht mehr zeitgemäß

Problematisch ist, dass das Best-Effort-System aus der Frühzeit des Internets stammt und damit auf die Bedürfnisse der Zeit ausgerichtet war. Im Mittelpunkt der Internet-Protokolle stand die Übermittlung nicht-zeitkritischer Daten wie beim Dateitransfer, beim Aufruf einer Website oder für das Versenden von E-Mails.

Da das moderne Internet von etlichen zeitkritischen Datentransfers geprägt ist, kann das Best-Effort-Prinzip in klassischer Weise nicht mehr angewendet werden. Für dynamische und zeitkritische Datenübertragungen wie Internettelefonie (VoIP) oder Videokonferenzen werden neue Standards verwendet. Die Güte für die Übermittlung der Datenpakete ist daher in drei Klassen aufgeteilt.

Ablösung von Best Effort durch IntServ

Um Echtzeitanwendungen wie Videokonferenzen gerecht zu werden, soll das Best-Effort-Prinzip daher von Integrated Services (IntServ) abgelöst werden. Ziel vom IntServ ist es, Echtzeit-Applikationen nicht nur effizienter, sondern möglichst mit maximaler Performance zu übertragen.

Bei IntServ stellt der Host einen Anfrage bei den im Intra- bzw. Internet befindlichen Routern, ob ausreichende Ressourcen für den Datenfluss zwischen Sender und Empfänger vorhanden sind. Ein Vermittlungssystem stellt im Anschluss die Verbindung bis zum Ende der Übertragung her. Gemäß der Einstufung in eine der drei Prioritätsklassen (QoS)-Klassen wird die Qualität der Übertragung bestimmt.

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