Definition Was ist Brain Drain?

Autor / Redakteur: zeroshope / Heidi Schuster

Brain Drain ist der Ausdruck für den Verlust von Fachkräften an ein anderes Land oder eine fremde Region. Dieser Prozess hat starke Auswirkungen auf den Staat, der die Talente einbüßt. Besonders häufig sind IT-Experten von diesem Vorgang betroffen.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Brain Drain bedeutet übersetzt „Abfluss von Gehirn“. Es handelt sich um den Fachbegriff für den Prozess, dass ein Land oder eine Region Spitzenpersonal an fremde Staaten oder Orte verliert. Diese dürfen ihrerseits von einem Brain Gain sprechen. Sie verzeichnen also einen „Gewinn von Spitzenpersonal“.

Faktoren für Brain Drain

Der Abfluss von hervorragend ausgebildeten Talenten kann endogene und exogene Gründe haben. Innere Faktoren sind beispielsweise:

  • schlechte Arbeits- und Forschungsbedingungen im Heimatland
  • kulturelle Probleme
  • politische Unzufriedenheit
  • persönliche Motive der Einzelperson (z.B. Wunsch, die Welt zu sehen, Partner im neuen Land)

Exogene Faktoren sind:

  • Rekrutierungskampagnen anderer Länder und Regionen
  • Aussicht auf ein höheres Gehalt
  • bessere Karrierechancen (beispielsweise, weil viele Unternehmen der Branche in dem Land oder der Region heimisch sind)
  • Netzwerke multinationaler Unternehmen (Spitzenpersonal wird irgendwann in ein anderes Land versetzt)

Folgen des Brain Drains für das Ausgangsland

In internationaler Hinsicht verliert das Ausgangsland durch den Abfluss der Talente stark an Wettbewerbsfähigkeit. Dadurch kann es zu einem Teufelskreis kommen: Da die Perspektiven vor Ort schlechter werden, wandert immer mehr Spitzenpersonal ab. Für das Land selbst kann es durch den Brain Drain zu Versorgungsengpässen kommen, die im Alltag spürbar sind. Beispielsweise fehlen schnell Mediziner, da diese rund um den Globus benötigt werden und deshalb viele Abwanderungschancen besitzen.

IT-Experten sind besonders betroffen

Generell gilt: Brain Drain ist besonders für solche Fachkräfte ein Thema, deren Qualifizierung kostspielig ist. Viele Länder und Regionen können derartige Experten nicht selbst in ausreichender Zahl ausbilden. Sie müssen deshalb fremde Fachkräfte durch Rekrutierungskampagnen abwerben. Im Mittelpunkt stehen deshalb häufig IT-Experten. Ihr Studium dauert lange und ist mit kostspieliger Technik verbunden. In vielen Staaten sind entsprechende Ausbildungen deshalb mit hohen Gebühren (z.B. USA) verknüpft oder finden gar nicht statt. Dies führt zu einem globalen Wettbewerb um die Spezialisten.

Mögliche Gegenmaßnahmen

Es gibt drei gängige Gegenmaßnahmen, um die negativen Folgen des Brain Drains zu verhindern. Erstens verbieten einige Staaten die Abwanderung. Zweitens bieten Länder und Regionen spezielle Stipendien an. Im Gegenzug muss die Fachkraft aber eine bestimmte Zahl von Jahren im Land arbeiten. Drittens werden die eigenen Rahmenbedingungen so angepasst, dass die Experten ohnehin bleiben möchten.

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