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Definition Was ist Biometrie?

Autor / Redakteur: Christian Schreiber / Ira Zahorsky

Beim Thema Biometrie denken viele Menschen an ihren Personalausweis oder Reisepass. Denn in diesen Dokumenten prangt für gewöhnlich ein biometrietaugliches Passbild. Doch hinter dem Begriff Biometrie steckt weit mehr als nur Gesichtserkennung.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Biometrie wird definiert als das Studium sowie die Nutzung wissenschaftlicher und technischer Messmethoden für die Analyse und gegebenenfalls auch die Speicherung der individuellen und einzigartigen physiologischen Merkmale eines Menschen. Der Begriff „Biometrie“ setzt sich dabei zusammen aus den altgriechischen Worten „Bios“ (= Leben) sowie „Metron“ (=Maß). Bei der Biometrie geht es also um die Wissenschaft von der Vermessung einer (lebenden) Person.

Biometrie im täglichen Leben

In einigen Bereichen wird Biometrie bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. So etwa bei kriminalpolizeilichen Ermittlungen anhand von Fingerabdrücken (sogenannte Daktyloskopie). Mit dem zunehmenden Aufkommen einer breiten individuellen Nutzbarkeit im IT-Sektor und der Möglichkeit von sicherer Nutzeridentifikation gewann dieses Thema an öffentlichem Interesse. Heute verfügen die meisten modernen Smartphones über Fingerabdruckscanner und/oder über eine Gesichtserkennung. Hier wird anhand biometrischer Werte (Fingerlinien oder Abstand von einem Auge zum anderen usw.) die berechtigte Person zweifelsfrei erkannt und das Gerät entsperrt oder ein bestimmter Funktionszugriff (etwa auf eine App) gewährt.

Schwierig zu knacken

Verglichen mit anderen Identifikationsformen wie beispielsweise Passwörtern, ID-Karten oder Transponderschlüsseln sind biometrische Zugangskontrollmechanismen meist erheblich schwieriger zu knacken, zu stehlen oder zu fälschen. Aus diesem Grund wird die Biometrie immer häufiger in besonders zu sichernden Bereichen (wie beim Militär oder bei Geheimdiensten) genutzt oder kommt zum Schutz von sensiblen Daten zum Einsatz - beispielsweise beim Zugriff auf Konten oder dienstliche IT-Systeme.

Immer dabei

Da die für eine biometrische Identifizierung oder Authentifizierung erforderlichen Merkmale in oder an der betreffenden Person (dem autorisierten Nutzer) selbst zu finden sind, können sie im Gegensatz zu Passwörtern oder Zugangscodes nicht einfach vergessen werden. Dies bietet den Vorteil einer praktisch permanenten Verfügbarkeit. Soll sich eine Person zweifelsfrei identifizieren, werden ihre biometrischen Daten von einem Computer mit den vorher in einem Vergleichsmuster gespeicherten Daten hinsichtlich bestimmter biometrischer Merkmale verglichen. Damit das störungsfrei gelingt, sind neben leistungsstarken Sensoren auch eine ausreichend große Rechenkapazität des Computers und nicht zuletzt qualitativ hochwertige Vergleichsdaten nötig.

Verschiedene Biometrie-Verfahren im Einsatz

Zu den heute am häufigsten eingesetzten Biometrie-Verfahren gehören neben der Fingerabdruckerkennung und dem Iris-Scan noch die Gesichtserkennung, die Spracherkennung sowie der sogenannte Retina-Scan. Bei der letztgenannten Variante wird die Netzhaut des menschlichen Auges gescannt und für die biometrische Zugangsgewährung genutzt. Da die Retina eines Menschen sich bereits wenige Minuten nach dem Tod verändert, ist ein solcher Scan nur bei lebenden Menschen erfolgreich, was die Sicherheit dieses Verfahrens zusätzlich erhöht. Zum Einsatz kommt der Retina-Scan vor allem in militärischen Hochsicherheitsbereichen oder beispielsweise in Kernkraftwerken.

Die Schattenseite der Biometrie

Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von biometrischen Systemen haben auch ihre Schattenseite. So weisen Datenschützer etwa darauf hin, dass es durchaus möglich sein kann, zum Beispiel den Fingerabdruck eines Menschen von einem Alltagsgegenstand zu entnehmen oder ein per Teleobjektiv geschossenes Foto einer Person dazu zu nutzen, Finger- oder Gesichtsscan-Systeme auszutricksen. Bei Spracherkennungssystemen kann ferner der stimmliche Mitschnitt eines in Rundfunk oder Fernsehen ausgestrahlten Interviews missbraucht werden, um Zugangssperren zu überwinden. Hier ist es an den Entwicklern biometrischer Verfahren, die Fälschungssicherheit künftig weiter zu erhöhen.

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