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Weiter nur eine Finanzmarktkrise oder doch eine Wirtschaftskrise?

Was die Player im IT-Markt zur aktuellen Wirtschaftslage sagen

08.10.2008 | Autor / Redakteur: Gesamte Redaktion IT-BUSINESS / Harry Jacob

Die aktuelle Finanzkrise hat unvorstellbare Geldmengen vernichtet. Das drückt auch auf die Realwirtschaft.
Die aktuelle Finanzkrise hat unvorstellbare Geldmengen vernichtet. Das drückt auch auf die Realwirtschaft.

Thomas Steckenborn, Vorstandsvorsitzender der Cema AG

Thomas Steckenborn, Vorstandsvorsitzender der Cema AG
Thomas Steckenborn, Vorstandsvorsitzender der Cema AG

Wir können die Folgen heute noch nicht abschätzen, da das Ausmaß und die Konsequenzenen immer noch nicht wirklich bekannt sind. Ermutigend ist die Tatsache, dass die Wirtschaft außerhalb der Finanzbranche bis heute recht unbeeindruckt und robust das eigene Geschäft durchzieht. Folgen, die wir heute aber schon erkennen sind:

  • Gestiegene Zinsen für Investitionen und damit Auswirkung bei den Investitionsrechnungen und ROI-Betrachtungen
  • Die Finanzbranche wird zu einem unsicheren Auftraggeber (IT-Budgets und Investitionsverhalten)
  • Klassische Bankfinanzierung dürfte noch schwieriger werden
  • Sicherheiten und Bonitätsbewertungen von Unternehmen (Ratings) werden alle zurückgestuft (Risikoempfinden) und damit indirekt auch das Liquiditätsvolumen (zum Beispiel aufgrund reduzierter Lieferantenkredite)
  • Mit Sicherheit wird ein Teil der Branche »Finance« in der nächsten Zeit Investitionsvorhaben überprüfen und IT-Budgets reduzieren.

Wir beobachten die Situation und gehen davon aus, dass wir unser Wachstum fortsetzen. Aktiv sind wir dabei, alternative, von Banken und Ratingsystemen unabhängige Finanzierungen für unser Unternehmen aufzubauen. Wir entwickeln Szenarien (Chancen und Risiken) und werden auf dieser Basis einige Entscheidungen beziehungsweise Handlungen vorbereiten.

Hans-Georg Freitag, Chief Financial Officer, Computacenter

Hans-Georg Freitag, Chief Financial Officer, Computacenter
Hans-Georg Freitag, Chief Financial Officer, Computacenter

Was wir derzeit in Deutschland spüren, ist zu allererst einmal eine emotionale Rezession. Die weitere Entwicklung wird stark davon abhängen, inwieweit sich die US-Bankenkrise auf Europa und Deutschland ausweitet und ob es zu echten Schäden kommt. Finanzierungen werden in diesem Klima sicher nicht einfacher werden.

Wir sehen aber in einer Rezession auch Chancen für unser Geschäft, denn in Zeiten wirtschaftlichen Drucks haben unsere Kunden Veränderungsbedarf in ihrer Informationstechnologie, sei es, um einen kostengünstigen IT-Betrieb sicherzustellen oder um ihr eigenes Kerngeschäft wettbewerbsfähiger zu gestalten. Ein umfassendes Lösungs- und Serviceportfolio, flexible Outsourcing-Angebote, die sich je nach Bedarfssituation des Kunden auf- und abwärts skalieren lassen, sowie die Fähigkeit, den Kunden zu beraten, sind hier der Schlüssel.

Oliver Schallhorn, Geschäftsführer, Fritz & Macziol / Infoma

Oliver Schallhorn, Geschäftsführer, Fritz & Macziol / Infoma
Oliver Schallhorn, Geschäftsführer, Fritz & Macziol / Infoma

Die Folgen für das Jahresende 2008 sowie das Geschäftsjahr 2009 sind derzeit kaum absehbar, da die Verunsicherung im Markt in den nächsten Monaten vermutlich zunehmen wird und so die Unternehmen jede Investition doppelt hinterfragen werden.

Durch die Ausnahmeaufstellung der Fritz & Macziol / Infoma werden wir weiter mit zweistelligen Zuwachsraten planen und gehen auch davon aus, dass wir wie in den vergangenen Jahren, übrigens wie auch in der letzten Krisensituation 2001 bis 2004, weiterhin gegen den Markt überdurchschnittlich wachsen können. Mit unserer angekündigten Strategie »Systemhaus der Zukunft« werden wir uns auch in einem zweifelsohne schwieriger werdenen Umfeld positiv entwickeln.

Wir werden unsere, nicht allein von der Konjunktur abhängigen, Strategie der thematischen Expansion fortsetzen und weiter überdurchschnittlich in Personal investieren. Dazu werden wir unsere vertrieblichen Aktivitäten massiv ausweiten.

Peter Schonlau, Geschäftsführer, MBörso-Computer

Peter Schonlau, Geschäftsführer, MBörso-Computer
Peter Schonlau, Geschäftsführer, MBörso-Computer

Kurzfristig erwarte ich bei weiteren schlechten Meldungen der Finanzmärkte eine Kaufzurückhaltung im Bereich des Consumermarktes. Da wir aber kurz vor den Weihnachtseinkäufen stehen, ist meines Erachtens genug Kaufanreiz gegeben, um zumindest ein halbwegs gutes Geschäft bis Jahresende zu generieren. Die Umsätze werden aber in allen Bereichen sinken, sowohl bei Consumern wie im B2B-Geschäft.

Langfristig mache ich mir schon Sorgen, wenn diese Krise an den Finanzmärkten noch größere Kreise zieht. Besonders im Hinblick auf die Kreditvergabe oder die Kreditlinien bei den Hausbanken gegenüber den Unternehmen. Im B2B-Bereich werden Projekte eventuell noch verschoben, weil die Banken gegenüber meinen Kunden zurückhaltender sein werden.

Derzeit werde ich noch keine Maßnahmen ergreifen im Bezug auf die Finanzkrise. Das Marketing zum Jahresende steht bereits. Sollte sich die Sache verschärfen und es harte Einbrüche geben, muss ich ab 2009 natürlich die Kosten des Unternehmens anpassen.

Lesen Sie auf Seite 4 weitere Stimmen aus dem Bereich Systemhäuser und Dienstleister.

 

Diese Firmen haben sich an der Umfrage zur Stimmung im IT-Markt beteiligt:

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