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Eset-Channel-Trends

Was 2019 auf den Channel zukommt

| Autor: Heidemarie Schuster

Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen des „Channel 5.0“.
Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen des „Channel 5.0“. (Bild: Pixabay)

Der IT-Channel ist eigentlich immer im Wandel. Für das Jahr 2019 prophezeit aber Maik Wetzel, Channel Director DACH bei der Eset, sogar große Umbrüche bei den Resellern. Darin sieht er vor allem eine Chance für den Markt.

Ende des Jahres wagen sich immer viele Unternehmen an Prognosen für das kommende Jahr. So auch der Security-Anbieter Eset – in diesem Fall aber speziell für den IT-Channel. Maik Wetzel, Channel Director DACH, sieht den gesamten „Channel“ im radikalen Umbruch: „Die Rahmenbedingungen unseres Geschäftslebens werden sich in kürzester Zeit so stark und grundlegend verändern wie noch nie zuvor. Wer jetzt die Antworten für den Channel 5.0 findet, der wird unglaublich davon profitieren“, sagt der Vertriebsprofi aus Jena. Er leitet daraus fünf aktuelle Trends ab, die den Channel mit seinen Herstellern, Distributoren, Fachhändlern und Systemhäusern betreffen werden:

1. Komplexität der Produkte wird steigen – auch mit Künstlicher Intelligenz

Im Bereich der IT Security erwartet Maik Wetzel auch zukünftig eine weitere Zunahme der Komplexität der angebotenen Produkte und Lösungen. Bei der Vielzahl unterschiedlicher Bedrohungen und bedingt durch die Individualität der Cyberangriffe ist ein Umdenken unabdingbar. Es gilt, in den eingesetzten Produkten verschiedene, modernste Erkennungsmethoden zu kombinieren, um eine höchstmögliche Datensicherheit zu gewährleisten. Die Integration in die bestehende System-Landschaft, die Interoperabilität der eingesetzten Systeme und Produkte wird entscheidend sein. Robotic, Sensorik, die Verknüpfung und Analyse großer Datenmengen die Verbindung zu Maschine Learning und Künstlicher Intelligenz sind längst keine Zukunftsthemen mehr, sondern bestimmen zunehmend unsere Wirklichkeit.

Im Bereich IT-Serviceanbieter und -Systemhäuser verlagert sich der Fokus zunehmend auf den Bereich Dienstleistung. Auch hier liegt eine große Chance für den Channel, sofern er die neuen Möglichkeiten klug zu nutzen weiß.

2. Schnell wachsende Digitalisierung beschleunigt den Wandel

Nach Einschätzung des Eset-Experten dreht sich das Rad in der IT so schnell wie niemals zuvor. „Ich bin davon überzeugt, dass die Innovationsgeschwindigkeit und die Komplexität der Neuerungen ein noch nie dagewesenes Maß erreichen.“ Die Auswirkungen der aktuellen Trend-Themen mit denen die gesamte IT konfrontiert wird, stellen aus seiner Sicht alles bisher Dagewesene in den Schatten: „Unter dem Oberbegriff Digitalisierung sind viele Themenbereiche zusammengefasst, die jeder für sich betrachtet bereits größte Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und dementsprechend auch auf uns als Hersteller beziehungsweise auf unsere Partner und Kunden haben werden.“

Diese rasante Entwicklung könnte dafür sorgen, dass es zu einer Spaltung der gesamten Gesellschaft und auch der Geschäftswelt kommen wird, die weniger digital performante Unternehmen erfolglos zurücklässt. Eine wichtige Aufgabe wird es deshalb sein, Unternehmen in ihrer Digitalisierungsentwicklung optimal zu begleiten und die entsprechenden Sicherheitslösungen und -Konzepte bereitzustellen, damit diese Entwicklung erfolgreich verlaufen kann. „Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung entstehen völlig neue Anforderungen und Herausforderungen im Bereich der IT-Sicherheit. Als Technologie-fokussierter unabhängiger Hersteller von IT-Security-Produkten mit Sitz innerhalb der EU fühlen wir uns hier gemeinsam mit unseren Partnern bestens aufgestellt“, so Wetzel.

3. Generationswechsel sucht neue Führungskräfte

Die in der großen IT-Gründerphase in den achtziger und neunziger Jahren entstandenen IT-Dienstleistungs-Unternehmen stehen heute nicht selten vor einem weiteren Problem. Für die häufig inhabergeführten, mittelständigen Unternehmen, stellt sich aktuell auf Grund des Alters der Inhaber häufig die Frage der Nachfolge. Unternehmensverkäufe, Fusionen, aber auch Geschäftsaufgaben prägen das Bild und verändern den Channel nachhaltig. Unternehmen, die die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich meistern wollen, müssen umdenken. Neue Arbeitsweisen und Strukturen sind erforderlich. Gefragt sind Führungskräfte mit Visionen, die eine hohe Affinität zu den aktuellen Strömungen der Digitalisierung haben. Auch die Mitarbeiterstruktur wird sich nach Einschätzung von Wetzel verändern. Erforderlich sind interdisziplinäre Teams, die Knowhow aus verschiedenen Fachbereichen und Disziplinen vereinen und hocheffizient lösungsorientiert zusammenarbeiten. Viele Aufgaben werden in projektorientierten, möglicherweise auch temporären Teams erledigt. Eine Herausforderung, die auch für den Channel neue Optionen bereithält.

4. Fachkräftemangel befeuert MSSP

Geschäftsmodelle von Herstellern, Dienstleistern aber auch von den Kunden auf der Anwenderseite ändern sich teilweise gravierend. „Der Bedarf nach Mitarbeitern, die über eine entsprechende Ausbildung, über entsprechendes Knowhow verfügen, wächst überproportional und kann aktuell nicht annähernd befriedigt werden. Die Probleme des Fachkräftemangels verschärfen sich aktuell dramatisch.

Diese Entwicklung birgt durchaus Chancen für die Branche. Wer schnell und gut ausgebildet ist, generiert einen deutlichen Vorteil. Zudem ist ein starker Trend zu „As-a-Service“-Angeboten zu beobachten. Das gilt insbesondere für den Bereich Security. Denn neben den Anforderungen eines sehr dynamischen Marktes trifft die Unternehmen noch eine stetig wachsende Zahl von immer ausgeklügelteren Cyberattacken, welche ein sehr hohes Schadenspotenzial haben. Durch MSSP gewinnen Unternehmen selbst in angespannten Zeiten auf dem Arbeitsmarkt die Sicherheit und den Handlungsspielraum, den sie benötigen. „Wir bieten gemeinsam mit unseren Partnern individuelle MSSP-Lösungen in Kombination mit dynamischen Cloud-Services an, welche die Reaktionszeit selbst auf bislang unbekannte Bedrohungen von etlichen Tagen auf wenige Minuten verkürzen“, erläutert Wetzel. Durch das Zusammenspiel von ausgereifter Technologie und Experten aus dem Channel seien Unternehmen auf diese Weise trotz Fachkräftemangel bestmöglich geschützt.

5. Standardisierungs- und Reglementierungsvorhaben innerhalb der EU

Die in diesem Jahr in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) soll EU-weit für Sicherheit und angeglichene Standards sorgen. Auch weitere Verordnungen sind bereits in der Pipeline. Bei vielen Unternehmen herrscht jedoch eine deutliche Rechtsunsicherheit, was die konforme Umsetzung der Verordnung angeht.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Channels 5.0 wird es deshalb sein, Unternehmen mit Kompetenz und Blick für das Ganze zur Seite zu stehen. Das gilt vor allem und insbesondere im Bereich Security. Die Benennung eines Datenschutzbeauftragten, Auditings und weitere rechtliche Themen können unternehmensintern häufig nicht vollumfänglich besetzt werden. IT-Dienstleister haben hier die Chance, neue Geschäftsfelder zu besetzen, und somit ihr Portfolio um margenträchtige Leistungen zu ergänzen.

Damit nimmt der Channel eine entscheidende Rolle in einem sehr unternehmenskritischen Bereich ein. „Es ist nach unserer Auffassung wichtiger denn je, dass zwischen dem Fachhandel und dem Kunden ein Vertrauensverhältnis besteht“, so Wetzel.

Maik Wetzel, Channel Director DACH bei der Eset
Maik Wetzel, Channel Director DACH bei der Eset (Bild: Eset)

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