Die Zukunft der Grossisten heißt Europa Warum selbst lokale Distributoren wie Api und Devil mit dem Börsengang liebäugeln

Redakteur: Regina Böckle

Im Spannungsfeld zwischen Margen-Schwund und Marktsättigung suchen Distributoren ihr Heil in der europäischen Expansion. Fürs nötige Kleingeld sollen Investoren oder Käufer sorgen – nicht nur bei den großen Broadlinern. Selbst vorrangig hierzulande aktive Grossisten wollen mit der Börse anbandeln.

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Gerhard Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ingram Micro
Gerhard Schulz, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ingram Micro
( Archiv: Vogel Business Media )

Selten nur herrscht unter den Grossisten Harmonie – erst recht nicht unter den Volumen-Distributoren. Doch Einigkeit herrscht derzeit darüber, dass wer langfristig Erfolg haben will, die europäische Bühne beherrschen muss. Dieser Hunger auf Europa eint Broadliner, Spezialanbieter und Value-Added-Distributoren.

»Das zentrale Kriterium für den künftigen Erfolg eines Distributors ist, in wie weit es ihm gelingt, Waren binnen 24 Stunden europaweit an jeden Ort zu liefern. Mit der europaweiten Bündelung der Logistik ist das kostengünstiger, schneller und effizienter zu machen als für eine rein lokal aufgestellte Logistik«, erläutert Klaus Hellmich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Actebis-Gruppe, die branchenweiten Bestrebungen.

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Mit dem Augenmerk auf die Wachstumsstrategie hat auch Tech Datas Benelux-Chefin Els Demeester vergangenes Jahr zusätzlich die Verantwortung für Deutschland und Österreich übernommen. »Wir wollen organisch wachsen, aber auch durch Zukäufe«, stellte sie klar. Und so griff der Münchner Broadliner 2007 bei drei Gelgenheiten zu: in England, wo ein Spezialist für Audio- und Video-Lösungen übernommen wurde, in Spanien im Bereich CAD sowie mit dem Kauf der Schweizer Actebis-Peacock-Niederlassung. Vor wenigen Wochen ergänzte ein Asset-Deal mit HP-, IBM- und Cisco-Partner Scribona das Volumen- und Value-Geschäft in Skandinavien. »Wichtig ist für uns, damit die kritische Masse zu haben, um die Profitabilität in diesen nordischen Ländern sicherzustellen – im großen Unterschied zu anderen Distributoren«, erklärte Demeester. Weitere Übernahme seien nicht ausgeschlossen.

Den weiteren Vorteil europaweiter Präsenz, nämlich »lokale Marktschwächen leichter durch gegenläufige Entwicklungen in anderen Regionen zu kompensieren«, wie Ingram Micros Deutschland-Chef Gerhard Schulz ergänzend anmerkt, erkennen dabei nicht nur die ganz großen, bereits europaweit agierenden Broadliner, wie ein Blick auf Api und Devil zeigt.

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