Trotz Zähneknirschen ist E-Tail wichtig für die Distribution Warum B.com zum Mittelstands-Broadliner berufen ist

Redakteur: Sarah Gandorfer

Ein Distributor hat gegenüber dem E-Tailer einiges an Mehrwert zu bieten, das stellt B.com-Vorstand Torsten Belverato im Interview klar. Außerdem erklärt er, warum B.com sich als Mittelstands-Distributor sieht und wie sein Unternehmen den Channel unterstützt.

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Thorsten Belverato, Vorstand bei B.com
Thorsten Belverato, Vorstand bei B.com

ITB: Sie sind seit 2009 bei B.com und seit Juni dieses Jahres Miteigentümer. Können Sie trotzdem etwas über die Anfänge von B.com erzählen?

Belverato: Da wir unser 15-jähriges Bestehen feiern, kenne ich mich mittlerweile in der Geschichte unseres Unternehmens sehr gut aus. Die Gründung 1996 war eigentlich der Klassiker – zwar nicht in einer Garage, aber aus der Not heraus in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Der Gründer Horst Beck war damals Student und suchte einen günstigen CD-Brenner. Damals kosteten diese rund 1.000 DM und die Medien dazu 20 DM das Stück. Er fand schließlich ein Gerät für 800 DM, allerdings mit einer Mindestabnahme von zehn Stück. Also fragte er seine Kommilitonen, und so tat man sich zusammen. Was einmal geht, das geht auch zweimal, dachte sich Beck. Das war die Geburtsstunde der Beck Computer Vertrieb GbR, aus der ein Jahr später die B.com Computer GmbH entstand.

ITB: Das war der Anfang, mittlerweile haben wir das Jahr 2011. Wie ging es also weiter?

Belverato: 1999 kam der erste Umzug, bei dem alle stolz waren, 700 Quadratmeter Lagerräume zu haben. Die reichten aber schon bald nicht mehr, und es kam 2003 zum nächsten Umzug, bei dem rund 6.000 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung standen. Ein Jahr zuvor war die OSMAB-Holding komplett bei B.com eingestiegen. Das brachte dem Unternehmen eine höhere Reputation bei den Banken. Der letzte Umzug an den heutigen Kölner Standort fand 2006 statt. Hier haben wir eine Bürofläche von 3.800 Quadratmeter. Das Lager haben wir an DHL ausgelagert, sodass es nach unserem Bedarf skalierbar ist. Derzeit nutzen wir rund 20.000 Quadratmeter.

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ITB: Sie haben 150 Mitarbeiter, die auf die Standorte Köln, Braunschweig, Gießen und auf den Balearen verteilt sind. Der letzte Ort klingt nun doch leicht exotisch in dieser Aufzählung, wie kommt das?

Belverato: Wir haben tatsächlich zwei Leute auf Mallorca sitzen, die den Vertrieb für Spanien verantworten. Ursprünglich sollte der Standort Barcelona sein, aber auf Wunsch der beiden Vertriebsmitarbeiter wurde Mallorca daraus. Das Vertriebsbüro arbeitet von dort aus bislang sehr erfolgreich.

ITB: Beim GfK-Channel-Survey 2011 wird B.com bei der Marktabdeckung in der deutschen Distributionslandschaft auf Platz vier genannt. Liegt dieser Platz nach Ingram, Also Actebis und Tech Data nur an der Fusion von Also und Actebis Peacock?

Belverato: Nein, wir haben Also bereits vor der Fusion abgefangen. Wir waren die Jahre zuvor auf Platz fünf oder sechs. Nach oben gerutscht sind wir unter anderem durch unsere Portfolio-Erweiterung mit Microsoft, HP, Logitech und MSI. Im Rahmen unserer Neuordnung haben wir auch an unserer Kundenstruktur gearbeitet. So konnten wir die Zahl der monatlich regelmäßig kaufenden Kunden um 800 auf knapp 6.000 erhöhen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, mit welchen Kunden B.com seine Basis erweitern möchte.

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