60 Jahre Tape - k(l)eine Gedenkrede, Teil 1

Von der Tape-Idee bis zur Marktkonfusion

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Das Geschäft mit der Datensicherheit

1984 wurde durch IBM die Magnetbandkassettentechnologie im professionellen IT-Bereich eingeführt, die viele Firmen dazu brachte, ähnliche Technologien auf dem Magnetbandsektor zu entwickeln.

So kam es Mitte der 80er und 90er Jahre zu einem regelrechten Technologiewildwuchs an Kassetten und Aufzeichnungsgeräten, der im Jahr 2003 seinen Höhepunkt hatte: Half Inch, Quarter Inch Cartridges, Mini QIC’s, Helican Scan, 4 mm, 8 mm, Digital Linear Tape (DLT), Super-DLT, ADR, DDS, Mammoth, SLR, Travan, VXA, AIT (Advanced Intelligent Tape), Super-AIT und LTO (Linear Tape Open) und viele mehr.

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Bild 10: So sieht 1992 die Bandbibliothek IBM3495 ATL aus, die auf dem einzelnen Tape mit verlängertem Band 40 GByte speichert und damit dem Gesamtsystem zu einer Kapzaität von 374 TByte verhilft.
Bild 10: So sieht 1992 die Bandbibliothek IBM3495 ATL aus, die auf dem einzelnen Tape mit verlängertem Band 40 GByte speichert und damit dem Gesamtsystem zu einer Kapzaität von 374 TByte verhilft.

Diese vielen unterschiedlichen Technologien und deren Geschichte prägten in großem Maße die Tape Historie über 20 Jahre, verursachten viele hoffnungsvolle Firmengründungen, finanzintensive Aufkäufe und bittere Pleiten und führten zu einem Wettbewerb, wie er bisher im Speicherumfeld noch nicht da gewesen war.

Der Wildwuchs der 80er und 90er

Anfang der 90er Jahre dominierte die QIC-Technologie, die dann Mitte der 90er von DLT abgelöst wurde. Mit der Einführung der Linear Tape Open (LTO) als erste standardisierte Magnetbandtechnik durch die Firmen IBM, HP und Seagate im Jahr 2000 verschwanden über die Zeit die anderen Techniken, so dass heute der Massenmarkt im IT-Umfeld von LTO dominiert wird, während sich im Enterprise-Bereich Oracle und IBM mit Half Inch eine proprietäre Technik halten.

Bild 8: Am Tape haben sich schon viele Firmen versucht - nur wenige sind geblieben.
Bild 8: Am Tape haben sich schon viele Firmen versucht - nur wenige sind geblieben.

1995 führte IBM die erste großkapazitive Bandkassette mit neuer Laufwerkstechnik ein, die IBM 3590, die unter dem Namen Magstar bekannt wurde. Das erste Laufwerk der Magstar 3590 war das Modell B, das auf einer ½ Zoll Kassette eine native Kapazität von 10 GByte aufzeichnete.

Bild 9: In einer Tabelle geordnet, sieht der Wildwuchs beim Tape gar nicht mehr so schlimm aus.
Bild 9: In einer Tabelle geordnet, sieht der Wildwuchs beim Tape gar nicht mehr so schlimm aus.

Die Magstar Entwicklungsreihe endete dann 1999 mit dem E-Modell, das mit der doppelten Spurzahl von 256 Spuren eine Kapazität von 20 GByte auf den Kassetten speicherte (nativ ohne Komprimierung). Die Datenrate wurde von 9 MByte pro Sekunde auf 14 MByte/s gesteigert.

Parallel dazu brachte IBM eine neue Kassette, die 3590 “Extended Length Cartridge”, die mit der doppelten Bandlänge auch die doppelte Kapazität von 40 GB abbildete. Damit standen bei Einsatz der normalen Cartridge auf IBMs 3494 Library Kapazitäten von 374 TB, bei Verwendung der langen Cartridge bis zu 748 TB zur Verfügung.

* Rein chronologisch gesehen war das UNISERVO Tape Drive für den UNIVAC 1 Computer 1951 das erste Tape-System für einen Computer. Die wenige Monate später angekündigte IBM Lösung, die sich seit 1949 in Entwicklung befand, konnte sich allerdings als die kommerziell relevante durchsetzen und einen Datenaustausch-Standard schaffen. UNIVAC-Tape-Systeme wurden später mit der IBM Technologie kompatibel.

Hier geht es zur ungekürzten Festschrift von Kurt Gerecke.

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