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ISE 2017

Volles Haus in Amsterdam

| Autor: Klaus Länger

Einer größten Messestände auf der ISE 2017 war der von Samsung.
Einer größten Messestände auf der ISE 2017 war der von Samsung. (Bild: Vogel IT-Medien)

Mehr als 73.000 Besucher kamen Anfang Februar 2017 zur Integrated Systems Europe (ISE) in die Hallen der RAI in Amsterdam. Damit hat die wichtigste Fachmesse für Digital Signage abermals eine Rekordzahl hingelegt. Sie illustriert auch das Wachstum der Branche durch die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche.

Markierte man auf einer Karte den Punkt mit der größten Dichte an Videowalls, Large-Format-Displays und professionellen Projektoren, dann zeigt diese Markierung Anfang Februar 2017 auf den Europaplein 2-22 in Amsterdam. Dort fand vom 7. bis 10. Februar die Integrated Systems Europe 2017 statt, die wichtigste Messe für die Digital-Signage-Branche. Laut Managing Director Mike Blackman kamen mehr als 65.000 Besucher zu der Messe in Amsterdam, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Aussteller ist auf fast 1.200 gestiegen.

Projektoren: Weg von der Lampe

Laser, LED und 4K waren bei den meisten Herstellern von Projektoren die Top-Themen auf der ISE. Bisher waren Projek­toren mit den robusten und langlebigen Laser-Lichtquellen im Vergleich zu Geräten mit Lampen sehr teuer. Sony bringt nun mit dem VPL-PHZ10 und dem VPL-PWZ10 einen XGA- und einen WXGA-Laser-Projektor, deren Preise bei knapp über 3.000 Euro starten. Das Objektiv ist bei diesen Projektoren fest eingebaut, die maximale Helligkeit beträgt bei beiden Modellen 5.000 Lumen. Für einen ein­fachen Anschluss sind sie mit einer HDBaseT-Schnittstelle ausgestattet. Der VPL-PHZ10 soll im Mai und der VPL-PWZ10 im Juli auf den Markt kommen.

Zu einer ganz anderen Preis- und Leistungsklasse gehören die Projektoren der PT-RZ21K-Serie von Panasonic. Die für die Vermiet- und Eventbranche sowie für große Veranstaltungsorte konzipierten 3-Chip-DLP-Laserprojektoren erzeugen eine Helligkeit von bis zu 20.000 Lumen bei WUXGA oder SXGA+ Auflösung. Ein 5.000-Lumen-Laser-Projektor mit 4K-Auflösung ist die ISE-Premiere LK970 von Benq.

LED als Lichtquelle nutzt Benq beim X12000, dem mittlerweile zweiten UHD-Heimkinoprojektor der Firma. Er basiert ebenso wie der 2016 präsentierte W11000 mit herkömmlicher Lampe auf einem DMD-DLP-Chip mit XRP-Technologie. Die 4,15 Millionen DLP-Spiegel (2.716 x 1.528) können sich hierbei sowohl horizontal als auch vertikal bewegen und so ein Bild mit 8,3 Millionen Pixel auf die Leinwand bringen. Benq verspricht hier ein schärferes Bild ohne Interferenz­muster wie es bei anderen 4K-Projektionsverfahren möglich sei. Mit Colorspark-LED von Philips als Lichtquelle unterstützt der Projektor den erweiterten DCi-P3-Farbraum für intensivere Farben.

Bereits beerdigt ist die Gasentladungslampe bei Projektoren aber keineswegs. So präsentierte Viewsonic die Installa­tionsprojektoren der Pro9-Serie mit eben dieser Lichtquelle. Die Serie besteht aus dem PRO9800WUL mit WUXGA-Auf­lösung (1.920 x 1.200 Bildpunkte) und einer Helligkeit von 5.500 Lumen sowie aus dem Full-HD-Projektor PRO9530­HDL mit 5.200 Lumen. Ein neues Gehäusedesign vereinfacht laut Viewsonic das Stacking zweier Projektoren.

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LFDs werden schlau

Bei den Large Format Displays wächst die Zahl der Geräte mit integrierten ARM-Rechnern beständig. Vor allem interak­tive Modelle mit Toucherkennung und Stiftunterstützung kommen für viele ­Anwendungen auch ohne zusätzlichen Windows-PC aus. Ein Beispiel für diese Geräte ist das 75-Zoll-UHD-Display RP750K von Benq. Es ist mit einer Soundbar ausgestattet, die gleichzeitig auch als Ablage für die Stifte dient, die neben 20-Punkt-Infrarot-Touch als Eingabemöglichkeit geboten werden. Die Stifte werden via NFC erkannt und koppeln sich so mit individuellen Einstellungen bei Einsatz mehrerer Stifte. Ein Android-Rechner mit EZWrite 4.0 als interaktiver Präsentations-App ist bereits eingebaut. Alternativ kann auch ein Windows-Rechner angeschlossen oder als OPS-Modul eingeschoben werden, falls die Fähigkeiten des ARM-SoC nicht ausreichen.

Das direkte Gegenstück von Viewsonic ist der IFP7500 mit 75-Zoll-4K-Touchscreen und Android. Er ist eines der ersten Displays mit einem Slot für Smart-Display-Modules. Der diesen entsprechende Formfaktor (SDM) soll die bisherige Open-Pluggable-Spezifikation (OPS) ablösen und kleinere sowie schnellere Rechner im Steckkartenformat ermöglichen.

Zur Grundausstattung gehört der integrierte Windows-PC beim Mondopad Ultra von Infocus. In dem auf der ISE erstmals gezeigten 70-Zoll-Touchscreen-PC mit 4K-Auflösung steckt ein Intel Intel Core i7-6700T als Prozessor. Mit dem Intel-Q170-Chipsatz auf dem Mainboard unterstützt das Gerät auch die vPro-Technik für eine umfassende Fernwartung. Außer für interaktive Präsentationen ist das Gerät auch für Telefon- und Videokonferenzen nutzbar.

Digital Signage in der Wolke

Selbst nicht interaktive Displays nutzen inzwischen oft einen integrierten Mediaplayer auf ARM-Basis, teilweise mit direkter Anbindung an ein Content-Management-System. Benq bietet hier mit X-Sign ein eigenes, auch cloudbasiertes System. Andere Hersteller wie etwa Toshiba setzen hier komplett auf Partner. Der japanische Hersteller mit britischer Entwicklungsabteilung zeigte in Amsterdam unter anderem das 16/7-Display TD-E3 in fünf Größen zwischen 32 und 65 Zoll und das 24/7-Display TD-P3 mit 43- bis 75-Zoll-Diagonale. Mit ihnen will Toshiba den rasanten Wachstumskurs fortsetzen.

Der LFD-Marktführer Samsung bietet mit Magicinfo eine umfassende Content-­Management- und Verwaltungslösung, die möglichst ganz ohne zusätzliche PCs auskommt. Auf Basis der eigenen ARM-SoCs und Tizen als Betriebssystem bauen die ­Koreaner ein komplettes Ökosystem auf, das nicht nur Inhalte anzeigt, sondern auch direkt zum Verkauf von Waren genutzt wird. So war auf der ISE ein Smart-Display mit direkt angeschlossenem Barcode-Scanner zu sehen. LG verfügt zwar nicht über eigene SoCs, setzt aber für die Auslieferung von Inhalten mit WebOS ebenfalls auf ein eigenes Betriebssystem.

Erstmals auf der ISE war Acer vertreten und präsentierte dort die cloudbasierte-Lösung BeingRetail, die Videoanalyse und Digital Signage verknüpft.

QLED vs. OLED

Bei der Displaytechnologie haben schon seit einigen Jahren Samsung und dessen ewiger Rivale LG die Nase vorn. Derzeit beschreiten die beidenkoreanischen Hersteller bei der Display-Technologie unterschiedliche Wege. Die von LG favorisierten OLEDs machen extrem dünne und sogar wellenförmig gebogene Panels möglich, da sie selbstleuchtend sind. Auf der ISE zeigte die Firma doppelseitige OLED-Panels, die nicht dicker als eine Glasplatte sind. Auch sehr leichte OLED-Segmente für Videowalls waren zu sehen. Zudem liefern sie durch den Wegfall der Hintergrundbeleuchtung einen sehr hohen Kontrast. Allerdings hat die OLED-Technologie wohl immer noch ein Problem mit der Haltbarkeit der organischen Materialien, zumindest bei Produkten, die über viele Jahre hinweg in Gebrauch bleiben sollen.

Samsung stellte dagegen auf der ISE QLEDS mit Quantum-Dot-Technik in den Vordergrund. Das auf der letzten ISE gezeigte transparente OLED-Display bringt Samsung nicht in Serie. Der Grund soll in der für Samsung nicht ausreichenden Lebensdauer liegen. Bei QLEDs sorgen Nanopartikel, die Licht absorbieren und wieder abgeben, für eine extrem präzise Farbdarstellung. Je nach Größe ihres Kerns geben die Halbleiter-Kristalle entweder rotes, grünes oder blaues Licht ab. QLEDs sind dicker, sollen aber haltbarer als OLEDs sein.

Videowalls: LCD und LED

Bei Videowalls gibt es derzeit zwei wichtige Trends: LCD-Displays mit immer schmaleren Rahmen und LED-Module mit schrumpfendem Pixelabstand und sinkenden Preisen. Zur ersten Gattung gehören etwa der PL490 mit 49-Zoll- und PL552 mit 55-Zoll-Diagonale von Benq. Der Abstand zwischen den Panels beträgt in der Videowall nur 3,5 Millimeter. Samsung kommt bei dem ebenfalls auf der ISE erstmals präsentierten 55-Zöller UH55F-E ­sogar auf eine Stegbreite von nur 1,7 Millimetern. Prinzipiell komplett ohne sichtbare Begrenzungen kommen die aus Kacheln aufgebauten LED-Displays aus. Pixelabstände von einem Millimeter machen inzwischen auch den Einsatz in größerer Nähe zum Betrachter möglich. Sony zeigte auf der ISE mit CLEDIS eine Technologie mit extrem hoher Bildqualität. Die einzelnen roten, grünen und blauen LEDs sind jeweils nur 0,003 mm² groß.

Weitere Meldungen zur ISE 2017 sind hier gesammelt.

ISE in Amsterdam 2017

Bildergalerie

ISE in Amsterdam 2017

15.02.17 - Die Integrated Systems Europe (ISE) war auch dieses Jahr wieder ein Event der Extraklasse. lesen

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