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Moderne Lagersysteme Vocollect sucht Profis an der Schnittstelle Mensch-Maschine

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Normalerweise interagiert man als Bildschirmarbeiter am PC sitzend mit seinen Applikationen. In Lagern muss man andere Wege gehen. Eine beliebte Hardware in diesem Umfeld heißt „Talkman“. Im Grunde ermöglicht sie es Computer-Systemen, echte Menschen zu delegieren.

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Der Talkman weiß genau, was im Lager zu tun ist.
Der Talkman weiß genau, was im Lager zu tun ist.
(Vocollect)

Der Lagerist ist fremdgesteuert. „Gehe Gang 17!“, weist ihn sein Talkman an, den er am Gürtel trägt. Es schallt aus seinem Spezial-Headset, welches damit verbunden ist. Der Lagerist geht in Gang 17. „Regalfach 12/131 – Prüfziffer angeben!“, fordert die Computerstimme, die nur er hören kann. Der Lagerist nennt folgsam die Prüfziffer, während im Hintergrund eine Europalette scheppert. Sein Talkman versteht ihn trotzdem, denn das Headset verfügt über mehrere Mikrofone, die seine Stimme getrennt von solchen Nebengeräuschen erfasst und dadurch „herausrechnen“ kann. Das Lagersystem, das via WLAN mit dem Talkman und damit dem Lageristen kommuniziert, weiß daher nach einem Vergleich der vernommenen Prüfziffer, dass der Mitarbeiter am richtigen Ort steht. Es befiehlt: „Nimm vier Kellogg''s!“ Der Lagerist bestätigt: „Vier OK.“ und legt sie in den Transportkorb.

Kollegen sprechen anders

Einen seiner Kollegen, der schon seit ein paar Jahren im Betrieb ist, versteht er kaum, wenn dieser mit dem Talkman spricht. Zu abgehakt und schnell kommuniziert er mit dem Lagersystem. Er hat sich auf einen anderen Sprachcode geeinigt. Das System ist da völlig emotionslos, passt sich individuellen Eigenheiten der Nutzer an und lernt mit. Im Grunde wandelt der Talkman dabei lediglich ASCII-Text in Sprache um und andersrum. Die semantische Deutung erfolgt auf einer höheren Ebene. So war es auch möglich, dass sich ein weiterer Lagerkollege, der über einen urbayerischem Dialekt verfügt, auf „Bast scho!“ als Ersatz für die Bestätigung „OK!“ einigen konnte.

Auch beispielsweise in russischer Sprache kann so kommuniziert werden, wenn es entsprechend antrainiert wurde. Dialekte, Akzente und Fremdsprachen sind im Lagerumfeld ein wichtiger Faktor, weiß man bei Vocollect.

Spannender Markt

Vocollect – so heißt die Firma hinter dem Talkman. Dirk Becker, der dort als Business Developement Manager arbeitet und Heiko Krause, Marketing Manager für die Central Region, stellten im Gespräch mit IT-BUSINESS ein neues Partnerprogramm vor. Gesucht werden Spezialisten, die an der beschriebenen Schnittstelle zwischen Mensch und Computersystem arbeiten und Talkman-Systeme einführen. Da man bei Vocollect laut Becker nur indirekten Vertrieb kennt, ist man auf Partner mit Know-how in Sachen Lager-Prozesse angewiesen. Systemhäuser mit Lager-Schwerpunkt oder SAP-Systemintegratoren sind deswegen naturgemäß gute Kandidaten. In Deutschland gibt es bis zu 150 Hersteller von Lagerverwaltungssoftware, schätzt Becker und ergänzt: „Wir arbeiten mit allen zusammen."

Partnerprogramm

Vor diesem Hintergrund wurde das bereits 2007 eingeführte Partnerprogramm jetzt rundumerneuert. Es gibt nun mehr Anreize und leistungsbasierte Boni für die Partner. Neue Partner – und solche, die es werden wollen – können Start-up-Vergünstigungen in Anspruch nehmen, die sie dabei unterstützen. Über Schulungsmöglichkeiten können künftige Systemhäuser an der Schnittstelle Lagerist-Lagerverwaltungssystem entsprechendes Know-how aufbauen. Dafür gibt es die Vocollect University. Dort gibt es Online-Webinare für Technik sowie Vertrieb. Programmierer, die Spezialwissen benötigen, müssen teilweise aber auch den Weg nach Großbritannien für entsprechende, zweitägige Intensivtrainings antreten. □

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