System-Virtualisierung VMware Workstation 6 Beta im Überblick

Autor / Redakteur: Markus Widl / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Administratoren und Entwickler schätzen den Einsatz von virtuellen Maschinen nicht nur als Serverlösung. Auch auf dem Desktop leisten sie gute Dienste, wenn es um den Test neuer Software oder Patches geht. IP-Insider hat sich die aktuelle Beta-Version von VMware Workstation 6 angesehen und beschreibt die wichtigsten Neuerungen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Für viele Anwender der bisherigen VMware Workstation-Versionen steht an oberster Stelle der Wunschliste die Unterstützung von Windows Vista als Host-Betriebssystem. Version 5 unterstützte Vista nur als Gast – und dies auch nur experimentell.

Doch dieser Wunsch geht mit Version 6 in Erfüllung, sowohl die 32- als auch die 64-Bit-Ausgaben von Vista werden unterstützt und daneben auch diverse aktuelle Linux-Derivate, darunter Ubuntu Linux 6.10 sowie Mandriva Linux 2007, jeweils sowohl als Host und als Gast. Novell Netware 6.5 SP5 kann als Gast zum Einsatz kommen.

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Multi-Monitor-Umgebungen

VMware simuliert in der neuen Version Multi-Monitor-Umgebungen, um Applikationen auch mit diesem Feature testen zu können. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Host-Rechner tatsächlich über mehrere Monitore verfügt. Bei den Einstellungen der virtuellen Maschinen wird die gewünschte Monitoranzahl eingestellt, die dann vom Gast-Betriebssystem erkannt und verwendet werden kann.

Aufwändige Umgebungen per Script simulieren

Große Testumgebungen, bestehend aus mehreren virtuellen Maschinen kann der Anwender nun sehr detailliert steuern. Dazu verwendet er die sogenannte VIX 2.0 API, eine an C angelehnte Schnittstelle, mit der virtuelle Maschinen programmgesteuert verwaltet werden. Der Anwender lässt damit beispielsweise mehrere Clients zusammen mit ihrem Server(n) in der richtigen Reihenfolge starten und auch die Konfiguration geschieht automatisch.

Direkte Integration in Visual Studio und Eclipse

Entwickler, die Microsoft Visual Studio oder Eclipse nutzen (sowohl unter Windows, als auch unter Linux), werden sich über die direkte Integration in ihre Entwicklungsumgebungen freuen. Der Programm-Test während der Entwicklung wird damit deutlich erleichtert. Über eine spezielle Symbolleiste und ein eigenes Menü werden virtuelle gestartet und der Test kann sofort begonnen werden.

Hintergrundausführung von virtuellen Maschinen

Bisher konnten virtuelle Maschinen nur innerhalb der VMware-Programmoberfläche gestartet werden. Zwischen mehreren aktiven Maschinen wurde über Registerkarten gewechselt. In Version 6 ist die Oberfläche nun nicht mehr zwingend nötig, denn die Maschinen können auch in jeweils einem eigenen Fenster ausgeführt werden. Ein Symbol im System-Tray zeigt dabei die Anzahl der aktiven Maschinen an und ermöglicht die Steuerung.

RAM-Speicher bis 8 GB

Die maximal verwaltbare RAM-Grenze wurde von 4 auf 8 GB verdoppelt. Diese Grenze bestimmt den Maximalspeicher, der allen virtuellen Maschinen gemeinsam zugewiesen kann. Mit dem Erscheinen von 64-Bit-Hard- und Software können nun auch mehr als 4 GB in den Rechnern eingesetzt werden, womit die Erhöhung der bisherigen RAM-Grenze Sinn macht.

USB2-Unterstützung

Die Version 5 von VMware Workstation führte die Unterstützung von USB-Geräten innerhalb der virtuellen Maschinen ein. Sobald ein USB-Gerät bei aktiver Maschine an den Host-Rechner angeschlossen wird, kann das Gast-Betriebssystem dessen Steuerung übernehmen. Jedoch wurde nur ein USB1-Anschluss simuliert, was entsprechende Geschwindigkeitsnachteile mit sich brachte. Version 6 stellt dagegen auch für die Gäste USB2-Anschlüsse bereit.

Beta-Version für alle

Wer sich selbst ein Bild über die neuen Funktionalitäten von VMware Workstation 6 machen will, kann nach dem Ausfüllen eines Registrierungsformulars die aktuelle Beta-Version sowohl für Windows als auch für Linux von der VMware-Homepage herunterladen (siehe Link am Ende des Beitrags). Auf der Produktseite von VMware finden sich außerdem weitergehende Informationen und das vorläufige Benutzerhandbuch. Preis und Verfügbarkeit der finalen Version sind noch nicht bekannt.

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