Interview mit VMWare-Regional Director Thomas Kühlewein VMware will mit Ingram Micro den SMB-Markt erobern

Redakteur: Regina Böckle

Thomas Kühlewein, der das Deutschland-Geschäft von VMware leitet, erläutert die Hintergründe für den Vertrag mit Broadliner Ingram Micro und die künftige Ausrichtung des Virtualisierungs-Anbieters. Wie die Betreuung der erhofften zahlreichen neuen SMB-Händler aussehen soll und wie man verhindern will, dass langjährige Partner, die viel Zeit und Kosten für Zertifizierungen investiert haben, bei Projekten nicht von Neueinsteigern preislich unterboten werden können, will das Unternehmen demnächst bekannt geben.

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ITB: VMware will über zusätzliche Mittelstandspartner die SMB-Anwender gewinnen, die im x86-Server-Umfeld bereits aktiv sind. Sind die Lösungen nicht noch zu komplex für den Massenmarkt?

Kühlewein: Mit der Basistechnologie VI 3 haben wir heute eine integrierte Service-Konsole, mit der sich der Hypervisor – die virtuellen Maschinen – managen lässt. Bislang benötigte das viel Speicherplatz. Mit 3i haben wir die Service-Konsole vom Hypervisor abgespalten und liefern jetzt eine Architektur, bei der der Hypervisor nur noch 32 Megabyte groß ist. Entsprechend können künftig unsere Server-Partner – Dell, HP, IBM, FSC – diese 3i-Technologie auf ihren Servern mittels eines Flash-Speichers ausliefern. Für den Kunden bedeutet dies: er kauft einen Server, stellt ihn in sein Rechenzentrum, schließt ihn an das Stromnetz an und kann ihn sofort nutzen. Die Virtualisierungs-Technologie wird dann quasi nur noch frei geschaltet. Wir sind damit der einzige Anbieter, bei dem der Hypervisor nicht mehr an das Betriebssystem gekoppelt ist.

ITB: Dabei gibt es heute bereits zahlreiche zertifizierte Partner – manche fühlen sich nicht gut genug betreut und finden die Zusammenarbeit mit VMware schwierig. Woran liegt’s?

Kühlwein: Wir wollen auf keinen Fall, dass sich Partner schlecht betreut fühlen. Es ist für uns aber zugegebenermaßen eine echte Herausforderung, in einem derart schnell wachsenden Markt, die eigene Infrastruktur – also vor allem Personal – in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen, um die Vielzahl von Partnern zu betreuen. Es ist oft schwierig, hier so mit dem Markt Schritt zu halten, wie wir es uns wünschen. Ich kann hier die betroffenen Partner nur um Geduld und Verständnis bitten, aber das ist einfach ein Kapazitätsproblem. Menschen lassen sich eben noch nicht virtualisieren…

ITB: Vielen Systemhäuser geht es ja ähnlich...

Kühlewein: Das ist richtig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass alles Systemhauspartner inklusive unserer Kapazitäten als Anbieter von Virtualisierung zusammengenommen nicht ausreichen, die gesamte Kundennachfrage wirklich zufrieden stellend zu bedienen. Es ist für mich persönlich eine der größten Herausforderungen, diese Infrastruktur zu verbessern, also das Personal zu finden. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, sondern einfach die tatsächlichen Ursachen erklären. Wir haben uns intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir dieses Problem lösen können.

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