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Modern Network Framework VMware kann auch Netzwerken

Autor: Melanie Staudacher

Dass VMware sich in puncto Cloud auskennt, ist bekannt. Nun ergänzt der Hersteller ein neues Framework für das Cloud Networking. Es basiert auf der Lösung Virtual Cloud Network und bietet eine Reihe von Funktionen, darunter SD-WAN und SASE.

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Mit neuen Funktionen rund um SD-WAN und SASE erhöht VMware die Sicherheit von Cloud-Netzwerken.
Mit neuen Funktionen rund um SD-WAN und SASE erhöht VMware die Sicherheit von Cloud-Netzwerken.
(Bild: greenbutterfly - stock.adobe.com)

VMware präsentiert das Modern Network Framework für Rechenzentren und Cloud-Netzwerke. Damit werden Networking und Sicherheit zusammengeführt, für einen sicheren Zugriff von Zweigstellen, vom Homeoffice oder von unterwegs auf Cloud und SaaS. Mit dem neuen Produkt will der Hersteller die Flexibilität der Public Cloud in die Private Cloud bringen. Zum Portfolio gehören Networking- und Sicherheitslösungen wie NSX Data Center und VMware SD-WAN.

Top-Down statt Bottom-Up

Mit dem Modern Network Framework können Unternehmen Workloads automatisieren und Netzwerke modernisieren. Doch was macht das Modern Network Framework so modern? Im traditionellen Modell besteht ein Netzwerk aus verschiedenen Geräten, wie Switches, Firewalls, IDS/IPS-Systemen und Load Balancern, die getrennt voneinander eingesetzt und in der Regel manuell über Ticket-Systeme konfiguriert werden. Dabei handelt es sich um eine Ansicht von unten nach oben, also Bottom-Up, bei der die Applikation alles nutzen kann, was die Infrastruktur bietet. Mit Top-Down nimmt das Modern Network Framework dem Hersteller zufolge eine Ansicht ein, bei der das Netzwerk die Anforderungen der Anwendung versteht und die Infrastruktur so verwaltet wird, dass sie diese Anforderungen erfüllt. „Die herkömmliche Denkweise über Netzwerke als Hardware-Appliances, Switches und Router wird mit einer Top-Down-Sicht auf den Kopf gestellt, die Nutzer und Anwendungen an erste Stelle rückt“, erklärt Rajiv Ramaswami, Chief Operating Officer, Products and Cloud Services bei VMware.

Das Modern Network Framework umfasst drei Hauptsäulen:

Modern Application Connectivity Services: Die Säule ermöglicht es Entwicklern, die Mikroservices einer modernen Applikation sicher zu verbinden, Latenzzeiten zu reduzieren, Sicherheit zu erhöhen und die Verfügbarkeit der Anwendungen aufrechtzuerhalten. Dafür können die Entwickler Self-Service-Tools nutzen.

Multi Cloud Network Virtualization: Das Set mit Netzwerkdiensten, die vollständig automatisiert und in Software definiert sind, beinhaltet wichtige Netzwerkfunktionen einschließlich Sicherheit und Load Balancing.

Physical Network Infrastructure: Dabei geht es um die Bereitstellung von Konnektivität mit hoher Kapazität und geringer Latenz. Denn trotz der Abstraktion auf Mikroservice-Ebene der ersten Säule und der Software-Netzwerkinfrastruktur der zweiten Säule müssen die Datenpakete immer noch durch Leitungen und Chips.

Eine Public Cloud als Private und Multi Cloud

Grundlage des Frameworks ist das Virtual Cloud Network (VCN), welches wiederum auf den VMware NSX-Produkten basiert. Damit will der Hersteller eine Public-Cloud-Erfahrung für Enterprise Workloads bieten, die in Private- und Multi-Cloud-Umgebungen ausgeführt wird. Denn NSX bietet Infrastrukturdienste, die vollständig in skalierbarer Software definiert, auf Allzweckservern bereitgestellt und in die CI/CD-Pipeline integriert sind. Sodass die Services automatisch mit der Anwendung implementiert werden.

SD-WAN und SASE

VCN geht über das Rechenzentrum hinaus. Die SASE-Plattform von VMware vereint SD-WAN, Cloud Security und Zero-Trust-Netzwerkzugriff. Zu den Erweiterungen von VCN gehören...

  • SD-Wan Work from Home: VMware erweitert die Workforce-Lösung Future Ready um die Subscription „SD-WAN Work from Home“. Das neue Angebot soll geschäftlichen Anwendern optimierte Netzwerkkonnektivität, verbesserte Anwendungs-Performance und mehr Sicherheit bieten.
  • Tanzu Service Mesh: Moderne Anwendungen verfügen über Tausende Komponenten, die miteinander verbunden und abgesichert werden müssen. Der Service steuert die Kommunikation zwischen diesen Komponenten, berücksichtigt Sicherheitsrichtlinien und misst zudem kritische Funktionen.
  • Integration des NSX Advanced Load Balancer mit Tanzu Service Mesh: Dadurch können Anwendungsentwickler, die mit Kubernetes arbeiten, Anwendungen mit den erforderlichen Lastausgleichsfunktionen entwickeln, ohne mit der Infrastruktur in Berührung zu kommen. Die Integration wird voraussichtlich zwischen Februar und April 2021 verfügbar sein.
  • Monitoring- und Managementsoftware: Als „Pre-Flight-Check“ umfasst die Software neue Netzwerkmodellierungsfunktionen. Damit können Entwickler überprüfen, ob eine Anwendung sowohl innerhalb der physischen als auch der virtuellen Infrastruktur erreichbar ist. Laut VMware bieten die Funktionen eine effizientere Fehlerbehebung und markieren einen wichtigen Schritt in Richtung selbstheilender Netzwerke.
  • Netzwerk-Virtualisierung auf Basis von SmartNICs: VMware kündigte vor kurzem das Projekt Monterey an. Mit der Zusammenarbeit mehrerer Hardware-Anbieter sollen Netzwerk- und Server-Virtualisierung über eine SmartNIC (Network Interface Card) bereitgestellt werden können. Virtualisierungs- und Sicherheitsfunktionen werden auf die smarte Netzwerkkarte ausgelagert. Dadurch werden CPU-Zyklen frei, die von Anwendungen genutzt werden können, was wiederum Kosten einspart.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH