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Cloud-Pläne und Kooperation

VMware + IBM = Hybrid Cloud

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Hybrid-Cloud ist „das nächste große Ding“ in der IT-Welt.
Die Hybrid-Cloud ist „das nächste große Ding“ in der IT-Welt. (Bild: © chompunuth - Fotolia)

Die VMware-Deutschland-Chefin Annette Maier und IBMs Cloud-Chef für die DACH-Region Yasser Eissa zur Zusammen­arbeit der beiden Branchengrößen für die Hybrid Cloud.

ITB: VMware und IBM sind eine Kooperation in Sachen Cloud eingegangen. Um was geht es dabei?

Maier: Den VMware-Stack, der heute beim Kunden On-Premise genutzt wird, kann man künftig problemlos in gleicher Ausprägung im Datacenter von IBM nutzen und sich so ein Hybrid-Cloud-Szenario einrichten. So lässt sich beispielsweise mit der IBM-Cloud eine effektive Desaster-Recovery-Lösung realisieren, wobei Kunden den gleichen Stack zur Verfügung haben wie in ihrer internen Umgebung.

ITB: Was bedeutet die Partnerschaft aus IBM-Sicht?

Eissa: Wenn man sich den Markt anschaut, dann ist das Thema Cloud wesentlich reifer als vor ein paar Jahren. Die ganze Diskussion ist inzwischen weiter. Die Frage bei unseren Kunden ist nicht mehr „ob Cloud“, sondern nur noch „wie Cloud“. Die Probleme und Workloads unserer Kunden sind vielfältig, allein schon deswegen, weil viele Branchen stark reguliert sind. Daher gilt: Es gibt nicht die eine Lösung für alle Probleme. Weder Public Services noch On-Premise taugen als Lösung für alle Probleme, sodass letztlich eine hybride Cloud-Strategie überzeugt. Davon geht man sowohl bei VMware als auch bei IBM aus. Deswegen macht diese Partnerschaft auch so viel Sinn, denn fast alle IBM-Kunden haben VMware im Einsatz, und fast alle setzen auf die Cloud.

ITB: Die Cloud ist immer so abstrakt. Können Sie mit ein paar typischen Use-Cases aufzeigen, für welche Szenarien sich derlei Hybrid-Cloud-Szenarien eignen?

Yasser Eissa, Vice President Cloud für die DACH-Region, IBM
Yasser Eissa, Vice President Cloud für die DACH-Region, IBM (Bild: IBM)

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Das Rad nicht neu erfinden

Eissa: Es geht vor allem um Test & Developement, Backup & Desaster Recovery, Rechenzentrumsexpansion oder auch um Workload-Shifts, um temporäre Spitzenlasten auszugleichen.

Maier: Ein wichtiger Punkt in der Praxis ist, dass IT-Verantwortliche keine Brüche haben, denn wenn sie Ressourcen in ­einem der 48 weltweit verteilten IBM-­Datacenter nutzen, haben sie keinen anderen View. Auch ist der Shift von einem zum anderen Datacenter mit keinen weiteren Kosten verbunden.

ITB: Wobei ich als deutsches Unternehmen wohl rechtlich am besten fahre, wenn ich ein Datacenter hierzulande nutze. Ich denke nur an das gekippte Safe-Harbor-Abkommen und die aktuell unsichere Rechtslage.

Maier: Nun gut, das mag sein. Aber es gibt ja auch global agierende Unternehmen, die vielleicht das Gleiche, das sie hier in Deutschland an IT nutzen, auch in Asien oder den USA zur Verfügung stellen möchten.

ITB: Kein Einspruch.

Maier: Deshalb ergibt sich insgesamt eine globale hybride Cloud, die der Kunde nutzen kann. Er hat aber gleichzeitig, wenn er bei sich im Rechenzentrum sitzt, das Gefühl, es handle sich um ein einziges Datacenter. Wenn ein Kunde beispielsweise sagt, er würde sich gerne des Angebots von IBM Softlayer bedienen, würde man letztendlich ein NSX-Gateway oder einen VPN-Tunnel aufbauen ­hinein zu IBM-Softlayer. Dort hat der Kunde dann letztendlich den gleichen View, den er sich über einen Katalog zusammenstellen kann.

Eissa: Es gibt einen weiteren Vorteil durch die globale Präsenz der IBM-Datacenter, die wir ständig ausbauen. In Deutschland haben wir ein Rechenzentrum in Frankfurt.

ITB: Seit wann ist diese Partnerschaft, wenn man so will, „online“?

Eissa: Wir haben das im Februar angekündigt – weltweit.

Maier: Und im Juli noch mal ausgeweitet, dahingehend, dass wir jetzt auch noch mit der IBM gemeinsam Horizonair anbieten. Das ist unsere Desktop-Lösung, also sprich unsere Enduser-Computing-Lösung. Mit der haben sie die Möglichkeit, ihre virtuellen Maschinen letztendlich auch hosten zu lassen.

ITB: Welche Technologie steckt da dahinter?

Maier: Das basiert auf Workspace One von VMware, die letztendlich die virtuelle Welt im Enduser-Computing abbildet.

ITB: Jetzt kamen einige Begrifflichkeiten zusammen: Softlayer, Horizonair, Workspace One. Fangen wir mal beim ersten Begriff an: Was ist ein Soft­layer-Rechenzentrum?

Eissa: Softlayer wurde 2013 von IBM aquiriert und ist fester Bestandteil unseres Cloud-Portfolios. Aus unseren Softlayer-Rechenzentren bieten wir verschiedene Cloud-Services an, wie IaaS. Sie bekommen aus unseren Softlayer-Rechenzentren virtualisierte Rechenleistung, Network Compute Storage, aber vor allen Dingen auch Bare Metal Server. ­Also nacktes Metall sozusagen. Als Kunde von Softlayer können Sie bis auf die Seriennummer der Festplatte runterdrillen, sodass Sie wissen: Mein Workload läuft auf der Festplatte vom Hersteller XYZ mit der Seriennummer ABC. Die Rechenzentren sind zudem über eine moderne IBM-­eigene Netzwerkstruktur verbunden.

Maier: Und hier kommt dann NSX ins Spiel, unsere virtuelle Netzwerklösung, die es unseren Kunden ermöglicht, direkt in so ein IBM-Rechenzentrum hineinzutunneln.

ITB: Wie wirken Softlayer, Horizonair und Workspace One zusammen?

Maier: In IBMs Softlayer-Rechenzentren werden über VMwares Horizonair-­Lösung virtuelle Desktops für Enduser gehostet. Workspace One ist eine Enterprise-Plattform, die die Bereitstellung und Verwaltung jeder Anwendung auf ­jedem Gerät ermöglicht.

ITB: Warum zählten Sie eigentlich „Test & Developement“ vorhin neben beispielsweise Backup als einen klassischen Anwendungsfall für die VM­ware-IBM-Hybrid-Cloud auf?

Maier: Unsere Hybrid-Cloud bietet schnell und flexibel Ressourcen. Hier können Entwickler aus den Vollen schöpfen, was bereits existierende Cloud-Services angeht.

Eissa: IBM stellt aus der Bluemix-Cloud, die auf Softlayer läuft, Services zur Verfügung. Wir sprechen von derzeit über 150 fertigen Services aus verschiedenen Kategorien, beispielsweise Internet of Things, Mobility, Analytics, Cognitive et cetera. Oder nehmen Sie die Möglichkeit, externe Daten einzubinden. Beispielsweise Wetterdaten für den Rasenmäherroboter.

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