Jürgen Kühlewein erläutert im Interview die Strategie des Virtualisierungs-Spezialisten VMware-Channel-Chef: „Partner brauchen ein cloud-fähiges Geschäftsmodell“

Redakteur: Regina Böckle

Im vierten Quartal 2009 konnte VMware den Umsatz um 18 Prozent erhöhen. „Nach einem relativ schwierigen Jahr ist das ein sehr schönes Ergebnis. Die Virtualisierung mit VMware hat ein hohes Momentum erreicht. Kunden investieren hier, um zu sparen“, freut sich Jürgen Kühlewein, Direktor Partner Organisation DACH bei VMware. Im laufenden Quartal peilt der Hersteller weltweit einen Umsatz zwischen 580 und 600 Millionen US-Dollar an – eine Steigerung von 23 bis 28 Prozent. Wie man dieses ambitionierte Ziel erreichen will, erklärt Kühlewein im Interview mit IT-BUSINESS.

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Jürgen Kühlewein, Direktor Partner Organisation DACH bei VMware
Jürgen Kühlewein, Direktor Partner Organisation DACH bei VMware
( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: VMware hat 2009 das Partnerprogramm, das Partner Network, um zahlreiche Ausbildungs-Bausteine für die Desktop-Virtualisierung mit VMware View ergänzt. Was ist hier für das laufende Jahr geplant?

Kühlewein: Nach den großen Änderungen, die wir 2009 im Programm vorgenommen haben, möchten wir jetzt den Partnern erst einmal die Zeit geben, diese Anforderungen zu bewältigen, beispielsweise um die erforderlichen Zertifizierungen abzulegen. Der Channel braucht Kontinuität, und deshalb werden wir hier nichts ändern.

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ITB: Ursprünglich sollten Partner die nötigen Zertifizierungen aber doch bis Ende 2009 beziehungsweise Februar 2010 abgeschlossen haben…

Kühlewein: Wir haben beschlossen, den Partnern dafür mehr Zeit zu geben. Denn für viele war 2009 ein sehr schwieriges Jahr. Professional Partner haben also bis Mai 2010 Zeit, die Anforderungen des Programms zu erfüllen, Enterprise- und Premium-Partner bis 31. Juli 2010. Die meisten Premium-Partner haben die Desktop-Zertifizierung bereits erworben. Binnen 18 Monaten hat sich die Zahl der aktiven VMware-Partner, die View verkaufen können, verfünffacht. Es hat sich als Vorteil erwiesen, dass View auf die gleiche Technologie aufsetzt wie die Server-Virtualisierung mit vSphere. So lohnt sich die Investition für den Partner doppelt, weil er auf dieser Basis aufbauen kann

ITB: VMware ist einer der Partner in der Allianz von Cisco und EMC beziehungsweise von Cisco und Netapp. Werden Sie das Partnerprogramm dahin gehend ergänzen?

Kühlewein: Das ist derzeit nicht geplant. Denn bei diesen Allianzen geht es vor allem darum, komplementäre Technologien in den so genannten vBlocks zusammenzufassen, alle Blocks aufeinander abzustimmen und spezielle Konfigurationen für kleine bis Groß-Kunden anzubieten. Die vetriebliche Komponente dieser Kooperation erstreckt sich auf den gemeinsamen Support, den alle beteiligten Hersteller übergreifend aus einer Hand anbieten. Der Vorteil für den Kunden: Er hat nur einen Ansprechpartner für alle Fragen oder bei der Analyse von Problemen.

ITB: Spielen die Cisco-Allianzen für VMware künftig eine wichtigere Rolle als die Kooperationen mit anderen Technologie-Partnern?

Kühlewein: Wir werden mit allen anderen Herstellern weiterhin so intensiv zusammenarbeiten wie bisher. Wir verfügen dank dieser Kooperationen über ein sehr großes Eco-System und das bleibt für uns elementar.

Weshalb VMware im Applikations-Markt aktiv sein will, erläutert Jürgen Kühlewein auf der nächsten Seite.

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