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Servervirtualisierung kann aufgrund des komplexen Managements auch zur bösen Überraschung werden

Virtualisierung: Segen oder Fluch?

19.05.2008 | Autor / Redakteur: Wolfgang Goretzki, Avocent / Regina Böckle

Wolfgang Goretzki, Market Manager von Avocent
Wolfgang Goretzki, Market Manager von Avocent

Die Vorzüge der Servervirtualisierung sind breit kommuniziert: bessere Kapazitätsauslastung, weniger Kosten, geringerer Platzbedarf. Was jedoch unerwähnt bleibt: Der Einsatz virtueller Server stellt das Systemmanagement vor erhebliche Herausforderungen, die schnell zur Kostenfalle werden.

Bisher war das Management von virtuellen und physischen Servern zwar sehr ähnlich, dennoch benötigten beide Serverarten meist andere Verwaltungs-Tools. Da ein ausschließlich virtuelles Rechenzentrum technisch nicht realisierbar ist, impliziert die Servervirtualisierung, dass sich IT-Administratoren in der Regel mit zwei unterschiedlichen Verwaltungsanwendungen, verschiedenen Bedienungsphilosophien und unter Umständen mit mehreren Authentifizierungsservices herum schlagen müssen.

Das kostet Zeit und Arbeitskraft, geht zu Lasten der Übersicht und damit auch der Sicherheit. Je dezentraler die unternehmensweite IT-Infrastruktur, desto schwieriger wird es, den Gesamtüberblick über den hybriden Serverpark zu behalten und desto zeitverzögerter kann der IT-Administrator auf unerwartete Ereignisse reagieren.

So wird die die Verwaltung der Zugriffs- und Nutzerberechtigungen zu einer erheblichen Herausforderung. Denn: Verschiedene Administratoren sollen in der Regel mit unterschiedlichen Rechten ausgestattet werden. Allein die Zugangsberechtigungen für physische Server gestalten sich zeitaufwändig und komplex. Durch den Einsatz von virtuellen Servern wird die Verwaltung noch schwieriger: Soll der IT-Verantwortliche einem Kollegen Managementzugriff auf einen virtuellen Server erteilen, muss er beispielsweise beim Virtualisierungs-Marktführer VMware die Berechtigung auf dem ESX-Server einrichten.

Mit Ausnahme sehr kleiner Virtualisierungsumgebungen werden für das Management mehrerer ESX-Server sogenannte »Virtual Center« etabliert, auf welche die Administratoren ebenfalls Zugriff haben müssen. Das Problem: Die wenigsten IT-Manager sind gewillt, allen Administratoren den Zugriff auf Virtual Centers zu gewähren, da damit eine große Kontrolle über das virtuelle Rechenzentrum einhergeht. Die Administratoren sind somit entweder von für das Management notwendigen Informationen ausgeschlossen oder sie müssen entgegen den Sicherheitsbedenken den Zugriff auf die Virtual Centers erhalten.

Dazu kommt: Befinden sich die virtuellen Server auf ESX-Servern, welche mit verschiedenen Virtual Centers verbunden sind, bietet VMware derzeit keinen einheitlichen Zugriff. Folglich muss der Administrator mit unterschiedlichen Virtual Centers arbeiten, was Zeit bindet und für zusätzliche Komplexität sorgt.

Management unter einem Dach

Um die Komplexität wirklich zu reduzieren, ist eine einheitliche Benutzeroberfläche und Nutzungslogik für beide Serverwelten unersetzlich. Optimalerweise müssen System-Administratoren, Anwendungsspezialisten oder andere IT-Mitarbeiter beim Zugriff nicht unterscheiden, ob der von ihnen verwaltete Server virtuell oder physisch ist. Es sollte auch keine Rolle spielen, welchem Virtual Center oder ESX-Host ein virtueller Server zugeordnet ist. Ein einfaches Point-und-Click-Verfahren, mit dem virtuelle und physische Server angesprochen und verwaltet werden können, liefert eine gute Übersicht und mindert die Komplexität. Ein Serverausfall wird so wesentlich einfacher zu bewältigen, wichtige Informationen hierfür sind auf einfache Weise verfügbar. Idealerweise kann über die Oberfläche nicht nur das Management nur für virtuelle und physische Server erfolgen, sondern für alle Geräte des Rechenzentrums wie Storage, Router, Switches, Firewalls.

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Virtualisierung: Segen oder Fluch?
  • Seite 2: Fazit

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