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Eingeschleuste Schadsoftware

Virenbefall schwächt Produktion beim weltgrößten Chip-Fertiger TSMC

| Redakteur: Michael Eckstein

Heftige Auswirkungen: Wegen der Virenattacke rechnet Chip-Fertiger TSMC mit Umsatzeinbußen von über 250 Mio. Dollar.
Heftige Auswirkungen: Wegen der Virenattacke rechnet Chip-Fertiger TSMC mit Umsatzeinbußen von über 250 Mio. Dollar. (Bild: TSMC)

TSMC ist der weltweit größte Chip-Fertiger. Und jetzt auch prominentes Opfer von Hackern: Eine eingeschleuste Schadsoftware hat mehrere Tools befallen und die Produktion in einigen Fabriken ausgebremst. TSMC erwartet Umsatzeinbußen von über einer Viertel Milliarde Dollar.

Am Abend des 3. August hat ein Computervirus den weltgrößten Halbleiterfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company attackiert. Das bestätigte TSMC auf seiner Webseite. Und liefert einige Details: Betroffen waren demnach Computersysteme und Fab-Tools am Standort im taiwanesischen Hsinchu Science Park. Hier betreibt TSMC mehrere Fabriken sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, darunter Fab 12A, Fab 12B, Fab 14 und Fab 15. Auf modernen Wafern mit 300 mm Durchmesser entstehen unter anderem Chips mit Prozessknotengrößen von 16 nm, 12 nm, 10 nm und neuerdings auch mit 7 nm.

Ausbreitung des Virus nach Tool-Installation

Auslöser war nach Angaben des Halbleiterherstellers eine „Fehlbedienung“ beim Installieren eines neuen Tools. Dadurch konnte sich das eingeschleuste Virus im Unternehmen ausbreiten, als das Tool mit dem Computernetzwerk des Unternehmens verbunden wurde. „Datenintegrität und vertrauliche Informationen wurden nicht beeinträchtigt“, versichert Lora Ho, Senior Vice President, Chief Financial Officer sowie Spokesperson von TSMC. Sofort habe man Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen einzudämmen, die Sicherheitslücke zu schließen und vorhandene Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken.

Das Ausmaß der Infektion variiere von Fab zu Fab. Bis 14 Uhr am 5. August konnte das Unternehmen rund 80 Prozent der betroffenen Tools wiederherstellen. Im Laufe des 6. Augusts sollen alle Systeme wieder normal laufen, berichten die Experten des Unternehmens. TSMC macht keine Angaben darüber, welche Chips in welchem Ausmaß konkret von der Virenattacke betroffen sind.

Lokaler Angriff, globale Auswirkungen

Obwohl der Angriff begrenzt war, offenbart er doch, wie anfällig die auf höchste Ausbeute und maximale Effizienz getrimmte Produktion moderner Fertigungslinien ist. So erwartet TSMC sowohl Lieferverzögerungen als auch zusätzliche Kosten, die das Unternehmensergebnis drücken werden. Der Umsatz im dritten Quartal werde voraussichtlich um drei Prozent niedriger als ursprünglich erwartet ausfallen. Das entspricht knapp über 250 Mio. Dollar. Die Bruttogewinnmarge werde etwa einen Prozentpunkt niedriger liegen. Erwartet hatte TSMC eine Marge zwischen 48 und 50 Prozent. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen zuversichtlich, dass sich die im dritten Quartal verzögerten Lieferungen im vierten Quartal 2018 erholen werden. Daher hält TSMC an seiner am 19. Juli 2018 abgegebenen Prognose eines hohen einstelligen Umsatzwachstums für 2018 in US-Dollar fest.

Aktuell fertigt TSM unter anderem Apples neues A12-System-on-a-Chip (SoC), das ab Herbst 2018 in der nächsten iPhone-Generation zum Einsatz kommen soll. Das aktuelle A11-SoC für Apple fertigt TSMC im 10-nm-Verfahren. Mit der nächsten Prozessgeneration fertigt TSMC auch 7-nm-Strukturgrößen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bereits einige Tape-Outs erfolgreich erstellt und die Serienproduktion hochgefahren – unter anderem für Apples A12-Chip. TSMC erwartet, dass mit dem 7-nm-Verfahren hergestellte Chips bereits im dritten Quartal über zehn Prozent seines Umsatzes ausmachen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst bei www.elektronikpraxis.vogel.de.

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