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Viel Spaß mit der IT: PC-Gaming im Aufwind

| Autor: Klaus Länger

Die Spielemesse Gamescom in Köln ist ein Eldorado für Computerspieler.
Die Spielemesse Gamescom in Köln ist ein Eldorado für Computerspieler. (Bild: Koelnmesse)

Während der Markt für Consumer-PCs und Notebooks stagniert, geht im Handel mit Gaming-Hardware immer noch die Post ab. Davon kann auch der IT-Fachhandel profitieren – wenn er die passenden Angebote macht.

Das Smartphone war 2017 die beliebteste Spieleplattform in Deutschland. Mehr als 18 Millionen Menschen nutzten ihr Smartphone im vergangenen Jahr für Spiele, erstmals mehr als den PC als Spieleplattform. Diese Meldung des Branchenverbandes Game klingt erst einmal als Hiobsbotschaft für die Hersteller und Reseller von Gaming-Hardware, ist aber keine. Denn die Zahl der PC-Spieler ist von 2016 auf 2017 laut der GfK, auf deren Zahlen die Meldung basiert, nur minimal von 17,4 auf 17,3 Millionen gesunken. Zusätzlich hat die Studie noch 16 Millionen Konsolenspieler und 11,5 Millionen Tablet-Gamer ermittelt. Da es bundesweit insgesamt 34,4 Millionen Computerspieler geben soll, nutzen auch viele davon mehr als eine Plattform. Zudem speist sich der Zuwachs bei den Smartphones hauptsächlich aus Gelegenheitsspielern, die zuvor wenig oder gar nicht gespielt haben.

PC-Gamer: Quer durch alle Altersgruppen

Gelegenheitsspieler können aber für die Hardware-Hersteller und den Handel durchaus interessante Kunden sein. Denn unter die Gruppe der „Casual Gamer” fallen unter den PC-Anwendern nicht nur jene, die auf ihrem betagten Rechner ab und an ein Browserspiel starten, sondern auch solche, die viel Geld in einen leistungsfähigen Gaming-PC oder ein entsprechendes Notebook investieren, denen aber die Zeit fehlt, um regelmäßig zu spielen. Diese Anwender sind oft schon etwas älter – laut der Bitkom spielen 63 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 50 Prozent der über 50-Jährigen Video- oder Computerspiele –, aber solvent genug, um auch größere Summen in Spiele-Hardware zu investieren. Zudem nutzen diese „Power-User” ihren Rechner oft auch für andere anspruchsvollere Aufgaben wie Videoschnitt oder Bildbearbeitung. Da solche Käufer auch mehr Wert auf eine fundierte Beratung legen, sind sie ein interessantes Klientel für den IT-Fachhandel. Jüngere Spieler, die mehr Zeit mit ­ihren Games verbringen, decken sich eher bei Etailern ein, da bei ihnen der Preis eine­ größere Rolle spielt. Da diese Käufergruppe meist aus eSports-Fans besteht, kann sie prinzipiell über diesen Weg ­erreicht werden. Viele Hersteller von Gaming-Hardware unterstützen eSports-Teams und können beispielsweise Events mit populären Profi-Gamern organisieren, um so den direkten Kontakt zu ­potenziellen Kunden zu knüpfen. Eine weitere Möglichkeit wäre das direkte Sponsoring von lokalen eSports-Teams oder Vereinen.

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Der Markt für Spiele-PCs und Notebooks wächst

Die Bedeutung des Gaming-Segments wird auch dadurch belegt, dass praktisch alle PC-Hersteller eigene Baureihen oder sogar Marken für Gaming-PCs und Notebooks im Programm haben. Die Spannbreite der Modelle reicht von günstigen Einsteigergeräten bis hin zu High-End-PCs. Auch Microsoft, bei deren Gaming-Sparte in den vergangenen Jahren der PC neben der XBox eher eine Nebenrolle spielte, rückt Windows-PCs als Gaming-Plattform wieder in den Vordergrund. Der Software-Gigant setzt dabei auch auf Cross-Gaming-Konzepte, um Konsolen- und PC-Spieler gleichermaßen anzu­sprechen. Die Zahl der User auf der PC-Gaming-Plattform Steam ist laut Statista im Januar 2018 auf mehr als 18 Millionen geklettert. Im Januar 2017 waren noch 14,2 Millionen Spieler bei Steam aktiv. Auf dem Live-Streaming-Videoportal Twitch.tv, es wurde 2014 von Amazon übernommen, sehen pro Monat mehr als 100 MIllionen User anderen Usern beim Spielen zu oder verfolgen eSports-Ver­anstaltungen. Microsoft hat mit Mixer ­einen eigenen Live-Streaming-Dienst ­gestartet, der von etwa 20 Millionen Usern pro Monat frequentiert wird.

Die ESL One Cologne lockt 15.000 eSport-Fans in die Kölner Lanxess-Arena.
Die ESL One Cologne lockt 15.000 eSport-Fans in die Kölner Lanxess-Arena. (Bild: Helena Kristiansson, ESL)

Der Markt für Gaming-Hardware ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Laut GfK haben Gaming-PCs und Notebooks in Westeuropa im ersten Halbjahr 2017 ein Marktvolumen von 682 Millionen Euro erzielt. Dabei konnten sowohl Gaming-PCs also auch Gaming-Notebooks ein ordentliches Plus verbuchen. Nach Informationen der Bitkom ziehen inzwischen etliche Spieler Gaming-Notebooks den entsprechenden Desktop-PCs vor. Dazu trägt sicher auch bei, dass sich die Grafikperformance und die Rechenleistung bei mobilen Spielerechnern mit Preisen ab etwa 1.500 Euro inzwischen auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Während die Notebook-GPUs früher durchwegs mit weniger Ausführungs­einheiten auskommen mussten, als jene auf Desktop-Grafikkarten, unterscheiden sich die GPUs für mobile und stationäre Rechner nur noch in der höheren Taktfrequenz der Desktop-Karten. Beim Prozessor setzen die meisten Notebook-Hersteller derzeit auf Intels Coffee-Lake-H-Modelle mit sechs Kernen und Nvidia GPUs. In Gaming-Notebooks auf AMD-Basis stecken derzeit häufig Desktop-Prozessoren aus der Ryzen-Serie, da es keine Mobile-Ryzen-CPUs mit mehr als vier Kernen gibt. Im absoluten Highend-Segment dominieren weiterhin die Desktop-Rechner. Prozessoren mit sehr vielen Cores wie AMD Ryzen Threadripper oder Intel Core i9- X sind reine Desktop-CPUs. Auch GPUs wie die AMD Radeon Vega 64 oder die Nvidia Geforce 1080 Ti sowie die Titan-Modelle von Nvidia gibt es nur für Desktop-Rechner. Bei den Grafikkarten dürfen sich Händler und Kunden auf wieder fallende Preise freuen, da der Mining-Boom abgeflacht ist und hier vermehrt spezielle Mining-Chips statt GPUs verwendet werden.

Viele Gamer halten dem Desktop-PC wegen seiner Upgrade- und Customizing-Möglichkeiten die Treue. Bei einem ­Gaming-Notebook ist ein Upgrade der Grafikkarte zwar prinzipiell möglich, aber MXM-Karten sind nur schwer im Handel zu bekommen, und auch der ­Einbau ist oft kompliziert. Der Austausch eines Prozessors ist bei Notebooks gar nicht möglich. Bei Desktop-PCs ist ein Upgrade dagegen meist kein großes Problem. Zudem haben die Käufer hier die Möglichkeit, ihren Wunschrechner selbst zu konfigurieren oder aus den Komponenten ihrer Wahl selbst zu bauen. Auch das Übertakten mit Hilfe großvolumiger Luftkühler oder gar einer Wasserkühlung sowie das optische Tuning der Rechner durch schicke Gehäuse und maßgeschneiderte Beleuchtung ist unter Gamern immer noch populär.

Der stationäre Handel hat hier die Möglichkeit, sich durch eine individuelle ­Beratung bei der Konfiguration oder dem Upgrade des Rechners von Retail- oder Versandhändlern zu differenzieren. Generell sind Gamer auch eher bereit, mehr Geld in Komponenten wie Gehäuse oder Netzteile zu investieren. Denn schließlich stellen spieletaugliche Prozessoren und Grafikkarten höhere Anforderungen an die Kühlung und die Stromversorgung des Rechners. Auch schnelle PCI-Express-SSDs und spezielle Netzwerkkarten mit niedriger Latenz und Spiele-Priorisierung stehen hier oft auf der Wunschliste der Käufer.

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Boom bei Gaming-Monitoren

Dass der Gaming-PC keineswegs abge­meldet ist, zeigen die Zuwächse bei der Gaming-Peripherie, die vor allem bei stationären Rechnern eingesetzt wird. So soll etwa der Absatz bei Gaming-Monitoren in diesem Jahr weltweit insgesamt um 40 Prozent steigen, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Trendforce prognostiziert. Auch die GFK sieht in ­Gaming-Monitoren nicht nur die Produktgruppe mit dem stärksten Umsatzwachstum, sondern auch jene mit dem höchsten Umsatzanteil: 2017 waren es 57 Prozent, für 2018 haben die Marktforscher noch keine Zahlen veröffentlicht. Die kommen erst zur IFA. Bei den Monitoren gibt es dabei zwei wesentliche Trends: Für passionierte Gamer mit ­eSport-Ambitionen steht eine möglichst hohe Bildwiederholrate im Vordergrund. Dazu kommen Techniken wie AMD Freesync oder Nvidia G-Sync, die im Gespann mit der passenden Grafikkarte für einen flüssigen Bildaufbau sorgen. Die meisten Gaming-Displays bieten zudem Funktionen, mit denen sich etwa Gegner in dunklen Bildschimbereichen leichter identifizieren lassen. Auf eine 4K-Auflösung wird dagegen zugunsten höherer Frameraten eher verzichtet. Die steht dann eher für anspruchsvolle Gelegenheitsspieler im Vordergrund. Hier ist ein optisch attraktives Bild mit hoher Auflösung wichtiger, als eine Framerate jenseits der 100 fps. Dieser Käuferkreis ist auch eher an Displays mit großer Diagonale, gekrümmtem Panel und Ultra-Widescreen-Formfaktor interessiert.

Hinter den Monitoren rangieren Gaming-Mäuse, Keyboards und Headsets, die ebenfalls ein üppiges Wachstum für sich verzeichnen können. Im ersten Halbjahr 2017 wurden weltweit 15 Prozent mehr Mäuse, 23 Prozent mehr Keyboards und zehn Prozent mehr Headsets als im Vorjahr verkauft. Während Eingabegeräte für Heimanwender praktisch zum Mitnahmeartikel geworden sind, geben passionierte Spieler für Keyboards mit mechanischen Tastenschaltern und für mit Gewichten individuell anpassbare Mäuse erhebliche Summen aus.

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