Channel Fokus: Cloud Native & Kubernetes Verwirrung um Cloud Native

Autor: Ann-Marie Struck

Cloud Native zählt zu einem der wichtigsten Konzepte in der Softwarewelt der Unternehmens-IT. Die Methode verspricht mehr Flexibilität, Agilität und die Potenziale der Cloud vollkommen auszuschöpfen. Doch wie funktioniert der neue Trend überhaupt?

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
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(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Es ist in aller Munde, gilt als Brandbeschleuniger für die Digitalisierung und dennoch hat kaum jemand eine klare Vorstellung davon. Die Rede ist von Cloud Native. Die Übersetzung „geboren in der Datenwolke“, hilft im ersten Moment zum genaueren Verständnis zwar nicht wirklich weiter, ­beschreibt aber eine wichtige Grundlage, denn Cloud-native Anwendungen werden in der Cloud entwickelt. Das bedeutet, die so konzipierten Applikationen sind von Anfang an „born in the cloud“ und sind nur in einer Cloud-Umgebung anwendbar. Die Architektur ist modular und flexibel und kann so das volle Potenzial der Cloud auszunutzen. Folglich beschreibt „Cloud Native“ eine Methode, wie Applikationen konzipiert und betrieben werden. Unternehmen die auf Cloud-native ­Apps setzen sind in der Lage, Anwendungen schneller zu entwickeln und bereitzustellen sowie die Skalierbarkeit und Flexibilität zu erhöhen.

Anwendungen, ddie nicht „in der Cloud geboren“ wurden, können diese Vorteile der Datenwolke hingegen nicht einfach nutzen. Angesichts der enormen Chancen, die Cloud-native Anwendungen bieten, finden sie zunehmend mehr Anklang in Unternehmen. Jedoch ist die Modernisierung von Apps kein leichtes Vorhaben, weshalb viele Unternehmen dabei auf die Hilfe von Extern zurückgreifen.

Dementsprechend ist Cloud Native für den Fachhandel kein Neuland mehr, wie die ­Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels bestätigen. Für 55 Prozent der befragten Dienstleister, ISVs und Beratungshäuser ist die Technologie „wichtig“ für ihr Tagesgeschäft. Nur 25 Prozent halten sie für ­„unwichtig“.

Ferner umfasst Cloud Native nur die Art und Weise der Entwicklung von Anwendungen. Die Bereitstellung erfolgt über die Cloud. Eine Form, wie Applikationen schneller bereitgestellt werden können, ist Kubernetes. Und da Zeit bekanntlich Geld ist, spielt die Open-Source-Lösung eine ähnliche Relevanz im Channel. Für 53 Prozent der im IT-BUSINESS-Panel befragten Dienstleister ist Kubernetes „wichtig“ für ihr Business. Und auch mit der dazugehörigen Serviceleistung machen die Dienstleister bereits Geschäft. Für 50 Prozent sind Container und /od er Kubernetes as a Service schon „wichtig“ für das Tagesgeschäft. Davon ­bewerten es 30 Prozent der Befragten ­sogar mit „sehr wichtig“.

Das Potenzial wurde erkannt

Bei der Frage, was den Einsatz von Cloud-native Technologien in Unternehmen vorantreibt, sind sich die Umfragegruppen uneinig. Für 60 Prozent der befragten Dienstleister / ISVs / Beratungshäuser steht die Agilität durch Cloud Native an erster Stelle. Das sehen nur 50 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller so. Für sie treibt die Automatisierung und Optimierung die Verwendung der Technologie in Unternehmen voran. Unumstritten ist für beide Teilnehmergruppen, dass digitale Geschäftsmodelle das Interesse an der neuen Technik beschleunigen (Dienstleister / ISV / Beratungshaus 55 % ; Distributoren / Hersteller 75 %). Außerdem nennen jeweils 50 Prozent der befragten Teilnehmergruppen mehr Flexibilität als einen weiteren Grund. Für die befragten Distributoren / Hersteller ist sie gleichauf mit Hybrid-Cloud-Technologien.

Hindernisse für Cloud Native

So vielversprechend Cloud-native Applikationen auch sind, sie benötigen eine spezielle Infrastruktur, in der sie laufen. Diese kann nicht jedes Unternehmen vorweisen. Doch es gibt weitere Gründe, was den Einsatz von Cloud-native Technologien in Unternehmen bisher gebremst hat. Allem voran organisatorische und kulturelle Herausforderungen (Dienstleister / ISV / Beratungshaus 75 % ; Distributoren / Hersteller 75 %). Für 65 Prozent der befragten Dienstleister verhindert das fehlende Knowhow die Einführung. Immerhin benötigen Cloud-native Applikationen Kenntnisse in der Entwicklung. Die nötigen Experten sind derzeit rar. ­Interessanterweise schließen sich die Distributoren / Hersteller dieser Ansicht nicht an. Für sie hemmt eher ein Mix aus verschiedenen Ursachen wie beispielsweise Budgetrisiken (25 %) den Einsatz.

Top drei der Contra-Punkte

Cloud-native Technologien ermöglichen Geschäftspotenziale. Jedoch sind sie bei den Kunden noch nicht in Gänze angekommen. Als Hauptgrund nennen 60 Prozent der Kunden der befragten Dienstleister, dass ihre IT-Landschaft nicht für den Cloud-native Betrieb geeignet ist. Außerdem herrscht noch viel Unwissenheit über die Technologie. Immerhin wissen 50 Prozent der Kunden nicht, was Cloud Native ist, und 45 Prozent halten den Markt noch für zu unreif.

IT-BUSINESS-Panel 2021: Cloud Native & Kubernetes
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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien