Ifo-Beschäftigungsindex Verhaltene Stimmung auf dem Arbeitsmarkt

Von Sylvia Lösel 1 min Lesedauer

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Der Arbeitsmarkt verändert sich. Nicht nur verändert KI die Anforderungsprofile vieler Jobs. Zudem schrumpfen die Belegschaften – allein schon durch den Renteneintritt der Boomer. Ein willkommener Effekt für viele Unternehmen, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Stellen abbauen.

Viele Unternehmen reduzieren ihre Belegschaft schleichend, indem sie freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzen.(Bild: ©  ArtEternal - stock.adobe.com)
Viele Unternehmen reduzieren ihre Belegschaft schleichend, indem sie freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzen.
(Bild: © ArtEternal - stock.adobe.com)

Bosch baut 13.000 Stellen ab. Einen derartig radikalen Schnitt in der Belegschaft machen momentan aber nur wenige Unternehmen. Dafür werden vielerorts frei werdende Stellen nicht mehr nachbesetzt. Unternehmen sind in der momentanen wirtschaftlichen Lage offenbar froh um jeden Rentner oder Wechselwilligen. Das spiegelt sich auch im aktuellen Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts wider.

„Unternehmen in Deutschland planen zunehmend, mit weniger Personal auszukommen“, heißt es dort. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank im September auf 92,5 Punkte, nach 93,8 Punkten im August. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2020. „Die Stimmung am Arbeitsmarkt bleibt verhalten“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Weil der Aufschwung vorerst ausbleibt, treten viele Unternehmen in Personalfragen auf die Bremse.“

„Der Personalabbau verläuft eher schleichend, offene Stellen werden einfach nicht nachbesetzt“, so Wohlrabe weiter. Die gute Nachricht, wenn man so möchte: „Große Entlassungswellen beobachten wir derzeit nicht.“

Kommentar: Als hätte die KI es gewusst...

In so mancher Statistik fällt es wahrscheinlich kaum auf, dass viele Firmen gerade ihre Belegschaft reduzieren, indem sie frei werdende Stellen einfach nicht mehr nachbesetzen. Da gehen die knapp 13 Millionen Boomer zu genau der richtigen Zeit in Rente und geburtenschwache Jahrgänge rücken nach. Und wenn dann auch noch KI ein paar der „unbesetzten“ Stellen übernimmt, ist doch glatt alles wieder gut? Oder?

Welche Branchen sind besonders zurückhaltend?

In der Industrie ist das Barometer leicht gesunken: Insbesondere Fahrzeug- und Maschinenbau planen mit weniger Personal. Bei den Dienstleistern fiel der Indikator merklich. Im Bereich Transport und Logistik haben einzelne Unternehmen bereits Entlassungen angekündigt. Im Baugewerbe bleibt die Beschäftigtenzahl derzeit weitgehend stabil – es gibt kaum Bewegung. Anders sieht es im Handel aus: Dort bauen die Unternehmen ihren Personalbestand spürbar ab.

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