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Nur 18 Prozent der Online-Shopper sind bereit für Retouren zu bezahlen Verbraucherrechterichtlinie 2014: Was für Online-Händler wichtig ist

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Heidi Schuster / Heidemarie Schuster

Das Gesetz zur Umsetzung der neuen Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) tritt am 13. Juni 2014 in Kraft und bringt zahlreiche Änderungen mit sich – besonders für Online-Händler. Aus einer Bitkom-Umfrage geht außerdem hervor, dass sich durch die Gesetzesänderung auch das Kaufverhalten von Internetnutzer ändert.

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Nur 18 Prozent lassen sich von der VRRL in ihren Online-Kaufverhalten nicht beeinflussen.
Nur 18 Prozent lassen sich von der VRRL in ihren Online-Kaufverhalten nicht beeinflussen.
( © beermedia - Fotolia.com)

Am 13. Juni 2014 ist es soweit: die Verbraucherrechterichtline (VRRL) kommt. Das neue Gesetz soll in erster Linie den Verbraucherschutz verbessern und bringt damit zahlreiche Änderungen mit sich, die insbesondere für den Online-Handel eine Umstellung bedeuten.

VRRL

In der Vergangenheit wurde oft die komplizierte Rechtslage beklagt, erklärt die Anwaltskanzlei Schürmann Wolschendorf Dreyer Rechtsanwälte. Die Richtlinie verfolge nun den Ansatz der Vollharmonisierung. Das bedeute, dass die Regelungen in allen EU-Mitgliedsstaaten einheitlich umgesetzt werden müssten.

Ziele der Verbraucherrechterichtlinie sind in erster Linie die Verbesserung des Verbraucherschutzniveaus, Angleichung der Rechtsvorschriften in den europäischen Mitgliedsstaaten und Verringerung der Kosten beim grenzüberschreitenden Handel.

Änderungen für Online-Händler

Folgende Änderungen kommen auf Online-Händler mit der neuen Verbraucherrechterichtline zu:

  • Weitreichende vertragliche Informationspflichten für Verbraucherverträge (insbesondere vor dem Bestellvorgang).
  • Vereinheitlichung des Rechts für Fernabsatzverträge in den einzelnen Mitgliedsstaaten, zum Beispiel Neufassung des ­Widerrufsrechts sowie ein einheitliches europäisches Muster für Widerrufsbelehrungen.
  • Verpflichtung des Händlers zur Bestätigung eines Vertrages.
  • Hinweispflicht bezüglich der Akzeptanz von verschiedenen Zahlungsmitteln und dem eventuellen Bestehen von Lieferbeschränkungen.
  • Übernahme der Fracht-, Liefer- und Versandkosten sowie der Rücksendung der Ware durch den Händler, ­sofern dieser den Verbraucher nicht ordnungsgemäß informiert hat.
  • Ergänzung bestimmter Vorschriften des Verbrauchergüterkaufrechts, welche die Leistungszeit sowie den Gefahrübergang beim Versendungskauf in Abweichung vom allgemeinen Kaufrecht regeln.

Die Kanzlei Schürmann Wolschendorf Dreyer Rechtsanwälte empfiehlt Online-Händlern, sich mit den neuen rechtlichen Anforderungen vertraut zu machen und diese in ihrem Online-Shop umzusetzen. Denn sollten die Regelungen bis zum 13.Juni 2014 nicht umgesetzt werden, könnte das zu kostenpflichtigen Abmahnungen führen.

Bitkom-Umfrage zu Retouren

Ein Teil des neu geregelten Widerrufssrechts betrifft Rücksendungen. So muss der Retourenversand unabhängig vom Warenwert nicht mehr kostenfrei angeboten werden. Der Bitkom hat unter anderem in der Umfrage „Trends im Online-Shopping“ 1.242 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt, ob diese Änderung ihr Online-Shopping-Verhalten beeinflussen wird.

Lediglich 18 Prozent sagten, dass diese Gesetzesänderung keinen Einfluss auf das Kaufverhalten im Internet haben wird. 40 Prozent gaben an, es sich bei Online-Shops mit kostenpflichtigem Rückversand vor der Bestellung genauer zu überlegen, ob sie die Produkte woanders besorgen können.

Ein Viertel der Befragten antworteten: „Bei Online-Shops mit kostenpflichtigem Rückversand werde ich weniger Produkte online bestellen, bei denen eine Rücksendung wahrscheinlicher ist. 29 Prozent wollen nur noch bei Online-Shops einkaufen, die weiterhin einen kostenfreien Rückversand anbieten. □

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