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Händlerbundstudie Verbraucherrechte-Richtlinie – viel Aufwand und kaum Vorteile?

| Autor / Redakteur: Moritz Müller / Dr. Stefan Riedl

In einer aktuellen Studie des Händlerbunds zur neuen Verbraucherrechte-Richtlinie, in der 184 Online-Anbieter befragt wurden, ist die Mehrheit von eben jener noch nicht überzeugt.

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Die neue Verbraucherrechterichtlinie kommt bei Händlern nicht gut an.
Die neue Verbraucherrechterichtlinie kommt bei Händlern nicht gut an.
(Bild: VBM-Archiv)

Erklärtes Ziel des Gesetzes zur Umsetzung der Verbraucherrechte-Richtlinie war es, bestehende nationale Verbraucherschutzvorschriften in der EU aneinander anzugleichen, um so eine Erleichterung der Geschäftsbeziehung für Verbraucher und Unternehmen zu erreichen.

Kaum Auswirkungen auf Händler

Schenkt man der Studie des Händlerbunds Glauben, so wurde dieses Ziel weitestgehend verfehlt: Zwei Drittel der Händler (66 Prozent) gaben in der Befragung an, dass sie von der neuen Richtlinie kaum beeinflusst würden. Elf Prozent meinten dagegen, dass die neue Verbraucherrechte-Richtlinie negative Auswirkungen auf ihr Geschäft habe; 19 Prozent sahen sich durch die neue Richtlinie besser gestellt. Trotzdem gibt eine Mehrheit (54 Prozent) an, dass die Einführung der neuen Richtlinie mit Mehraufwand für sie verbunden sei.

Rücksendekosten

In einer Studie des Händlerbundes aus dem Jahr 2014 gaben noch 75 Prozent der Händler an, dass sie ihre Retourenkosten auf ihre Kunden umlegen würden. Im darauffolgenden Jahr ist dieser Anteil leicht um fünf auf 80 Prozent gestiegen.

Unvermindert hoch sei mit 95 Prozent auch der Zuspruch zur Einführung der einheitlichen Widerrufsfrist von 14 Tagen, wobei 38 Prozent der befragten Händler ihren Kunden eine längere Frist anbieten – laut Verband hat sich der Wert damit im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Umsatzentwicklung

Im Jahr 2014 hatten die Befragten eine eher pessimistische Grundeinstellung gegenüber der Verbraucherrechte-Richtlinie: Nur 13 Prozent glaubten, dass sich diese in einer höheren Umsatzzahl ausdrücken würde. Mit 28 Prozent der Händler, die an der aktuellen Studie angaben, dass sich ihr Umsatz durch die Richtlinie erhöht habe, ist diese Zahl deutlich angestiegen.

Trotzdem sehen rund 63 Prozent der Online-Verkäufer Vorteile in den einheitlichen Regelungen der Verbraucherrechte-Richtlinie, auch wenn das eigentliche Ziel – das Erleichtern des grenzüberschreitenden Handelns – noch nicht ganz erreicht wurde. Nur jeder fünfte Befragte (21 Prozent) sieht sich durch die geänderte Gesetzeslage dazu ermutigt, grenzüberschreitend zu handeln.

Fazit des Händlerbundes

Der Bundesvorsitzende des Händlerbunds, Andreas Artl, meint, die Studie habe aufgezeigt, dass noch einiges an Aufklärungsarbeit bei den Händlern geleistet werden müsse.

Der Händlerbund – gegründet 2008 in Leipzig – ist eine Interessenvertretung der europäischen E-Commerce-Branche und betreut über 40.000 Onlinepräsenzen.

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