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Pega-Studie Verbraucher wollen Rechte der DSGVO nutzen

Autor: Sarah Nollau

Pegasystems, ein Anbieter von strategischen Software-Lösungen für Vertrieb, Marketing, Service und Operations, hat anlässlich der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) eine Studie durchgeführt, wie Verbraucher ihre Rechte in Anspruch nehmen wollen.

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Verbraucher können ab Mai 2018 Informationen über die Nutzung ihrer Daten in Unternehmen einsehen.
Verbraucher können ab Mai 2018 Informationen über die Nutzung ihrer Daten in Unternehmen einsehen.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Ab Mai 2018 haben europäische Verbraucher Verfügungsgewalt über Informationen, die Unternehmen über sie speichern. Sie können die Daten begrenzen oder sogar löschen lassen. Unternehmen müssen diesen Forderungen im Sinne der Verordnung nachkommen. Betroffen sind Daten wie Name und Adresse, Kaufhistorie, Web-Browsing-Aktivitäten und Echtzeit-Standort. Laut der Pega-Studie arbeiten viele Unternehmen noch mit veralteten Systemen und wissen nicht, wo sie all die betroffenen Informationen genau speichern. Aus diesem Grund möchten viele jetzt noch umrüsten, um sich auf die Forderungen der Konsumenten einzustellen.

Doch was erwartet die Unternehmen ab Mai 2018, wenn die DSGVO in Kraft tritt? Pega hat 7.000 Konsumenten in sieben EU-Ländern befragt, 1.188 von ihnen in Deutschland.

Direkte Kontrolle

Ganze 90 Prozent wollen darüber informiert werden, wie ihre Daten verwendet werden. Für mehr als die Hälfte (57 Prozent) ist es sehr wichtig, die Nutzung persönlicher Daten direkt zu kontrollieren. Für 31 Prozent ist dies zumindest noch wichtig.

Am meisten akzeptiert ist die Speicherung der E-Mail-Adresse (77 Prozent), des Namens (75 Prozent) und Geschlechts (60 Prozent). Im Mittelfeld liegen Postanschrift (54 Prozent), Geburtsdatum (52 Prozent) und Familienstand (43 Prozent). Telefonnummer (29 Prozent), Anzahl der Kinder (27 Prozent) und Einkommen (11 Prozent) bilden die Schlusslichter.

Die Speicherung von Marketing-Daten ist weniger akzeptiert. Dies zeigt ein erster Blick auf die Prozentwerte. Der erste Platz des Rankings kommt auf gerade einmal 42 Prozent: Kaufhistorie beim betreffenden Unternehmen. Mit 22 Prozentpunkten weniger folgen die Kontakt-Logs mit dem betreffenden Unternehmen. Platz Drei belegt mit zwölf Prozent das Speichern des Browsing-Verlaufs auf der Website des betreffenden Unternehmens.

Im Mittelfeld liegen hier die Verbindung zu Social-Media-Profilen und die Kredit-Historie (jeweils 11 Prozent) und mit jeweils sieben Prozent Erkenntnisse aus allgemein zugänglichen persönlichen Daten, die Echtzeit-Lokalisierung und öffentliche Social-Media-Aktivitäten. Die Speicherung der Daten von Dritten fanden nur vier Prozent akzeptabel.

Mit Daten offen und transparent umgehen

Die Rechte der Konsumenten durch die DSGVO sollten Unternehmen auch aus Gründen der Kundenbindung ernst nehmen. Die deutliche Mehrheit (93 Prozent) würden das Recht zur Datenlöschung nutzen, wenn Unternehmen ihre Daten auf eine Weise nutzen, mit der sie nicht einverstanden sind. 89 Prozent würden das Geschäftsverhältnis daraufhin ganz kappen. Über Dreiviertel der Befragten (78 Prozent) bevorzugen Unternehmen, die mit den Daten offen und transparent umgehen.

Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) würde ihre Daten gelöscht haben wollen, wenn Unternehmen die Informationen mit anderen Unternehmen austauschen oder gar verkaufen würden. Anrufe oder andere Marketingmaßnahmen spielen nur für ein Fünftel eine Rolle.

Bekanntheitsgrad der DSGVO

Dass Unternehmen auf jeden Fall mit Anfragen zu rechnen haben, bestätigen über ein Viertel der Befragten (26 Prozent). Sie halten es für sehr wahrscheinlich, Informationen über die Datennutzung zu verlangen, die Nutzung zu begrenzen oder gar Daten löschen zu lassen. Über die Hälfte (54 Prozent) halten dies für wahrscheinlich. Gerade einmal 13 Prozent spielen nicht mit dem Gedanken. Aufschub können sich die Unternehmen darüber erhoffen, dass lediglich 14 Prozent der Befragten mit den Konsequenzen der DSGVO bereits vertraut waren.

Bessere Kundenbeziehungen

Harald Esch, Geschäftsführer und Vice President Sales DACH bei Pegasystems, erklärt: „Unsere Studie zeigt, dass die Konsumenten offenbar dazu bereit sind, ihre neue Macht zu nutzen, um den Umgang mit ihren Daten genauer zu kontrollieren. Etliche der hier von den Konsumenten sehr kritisch betrachteten Verfahren sind heute im Marketing gang und gäbe, etwa der Browsing-Verlauf oder die Lokalisierung in Echtzeit.“ Unternehmen sollten ihre Systeme aktualisieren und anpassen, um für die DSGVO bereit zu sein. „Langfristig aber bietet die DSGVO die Chance, mehr Transparenz und Vertrauen aufzubauen und so bessere Kundenbeziehungen zu schaffen.“

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 Sarah Nollau

Sarah Nollau

Redakteurin