ITC Channel Index Verbraucher sorgen für strahlenden Absatzhimmel

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer / Katrin Hofmann

Der Aufwärtstrend des ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS setzt sich nach dem guten Jahresstart fort. Die mobile Technik in Notebooks treibt den Markt voran, LCDs und Zubehör wie Grafik- und Videokarten bringen den multimedialen Spaß.

( Archiv: Vogel Business Media )

Der positive Jahresstart 2007 findet seine Fortsetzung in einem sehr positiven ersten Quartal. Es ergibt sich ein Zuwachs von neun Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal. Die Consumer-Channels entwickeln sich sogar mit zehn Prozent Zuwachs. Zwar zeigt sich auch im Jahr 2007 die übliche Jahressaisonalität, allerdings bewegen sich die ersten drei Einzelmonate in Bezug auf die Absatzentwicklung über den entsprechenden Werten aus dem Jahr 2006. Das prozentuale Plus im Vergleich zum Vormonat bewegt sich jedoch mit fünf Prozent wieder im einstelligen Bereich und fällt damit etwas verhaltener aus als im Vorjahr (sieben Prozent).

Weil die Entwicklung in der Branche nach wie vor eng mit der Computermesse CeBIT in Hannover verbunden ist, bietet sich die Gelegenheit der Marktanalyse vor dem Hintergrund eines kurzen Messerückblicks. Auch dieses Jahr war die Messe in vielen Medien präsent: Beiträge im Fernsehen, im Radio, in den Tageszeitungen, Magazinen und Fachzeitschriften sorgen auch auf Privatkundenseite regelmäßig für Aufmerksamkeit und unterstützen einen saisonalen Aufwärtstrend im Consumer-Markt.

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So sind beispielsweise die Verkäufe von Notebooks um rund zehn Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen. Der Trend zum Widescreen-Format setzt sich hier mehr und mehr durch. Bei den mobilen Rechnern macht dieses Format mittlerweile 90 Prozent der Verkäufe aus. Multimedia-Themen wie hochauflösende Displays, Umgang mit digitalen Bildern und Filmen sowie Speicherlösungen zählten unter anderem zu den Brennpunkten der Messe und werden auch das weitere Jahr mitbestimmen.

Die Nachfrage der Consumer nach klassischen LCD-Displays (ohne TV-Tuner) ist nach verkauften Stück um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Displays mit einer Bildschirmdiagonale von mehr als 22 Zoll zeichnen bereits für mehr als zehn Prozent der Verkäufe oder fast 20 Prozent des Umsatzes im Privatkundengeschäft verantwortlich. Mehr als ein Viertel der LCD-Displays verfügt über ein Widescreen-Format, was für eine zunehmende Nutzung als Entertainment-Produkt spricht.

Kartenleser punkten

Nach einem Jahr verhaltener Marktentwicklung für Photo-Application-Software zeigt die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr erstmals wieder ein signifikantes Plus bei Absatz und Umsatz. Genauso steigen auch die Verkaufszahlen für Video-Application-Software wieder.

In diesem Zusammenhang legt auch das Wachstum für Kartenleser nochmals an Dynamik zu. Dieser Zubehör-Markt hat sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Ähnlich verhält sich der Markt für externe Festplatten, deren Speicherkapazitäten rasant ansteigen. Fast die Hälfte der an Endverbraucher verkauften externen HDDs weist eine Kapazität von mehr als 300 Gigabyte auf. Multimediales Zubehör wie beispielsweise TV-Karten, Grafikkarten, Videokarten schließen sich dem Trend an und warten im ersten Quartal dieses Jahres allesamt mit einem Absatzwachstum auf.

Mittelstand holt auf

Neben der starken Anschaffungsneigung im B2C-Umfeld setzen das allgemein gute Konsumklima und die Kaufstimmung im B2B-Umfeld positive Rahmenbedingungen und dürften unter anderem ursächlich für die Entwicklung sein. Gerade im B2B-Bereich trägt der Mittelstand zu dieser Marktbelebung bei. Hier wird in neue Hardware, aber auch in Komponenten und Zubehör investiert. Erste Auswirkungen durch die Einführung des Betriebssystems Vista sind beim Absatz von Computern wie auch im Komponenten-Umfeld zum Upgrade bestehender PC-Systeme zu verzeichnen. Innovation – gerade für den Mittelstand eine Selbstverständlichkeit beim Angebot seiner Produkte und Dienstleistungen – scheint auch bei der Ausstattung der eigenen IT als Wettbewerbsvorteil gesehen zu werden.

Großkunden warten ab

Mit einem Zuwachs von acht Prozent entwickelte sich die Großkunden-Nachfrage im B2B-Umfeld im ersten Quartal 2007 verglichen mit dem Vohrjahreszeitraum allerdings leicht unterdurchschnittlich. Einerseits prägte hier – speziell im klassischen Hardware-Umfeld – teilweise abwartendes Kaufverhalten bedingt durch Vista die Entwicklung. Andererseits wirkten sich aber auch hier die positiven Rahmenbedingungen entsprechend auf die Nachfrage aus. Die Einführung von Office 2007 und die unternehmensweite Nutzung in Verbindung mit Vista werden hier voraussichtlich ebenfalls die Nachfrage stimulieren.

Somit scheint es – den Entwicklungen im ersten Quartal folgend – wahrscheinlich, dass es insgesamt zu einem positiven Marktwachstum im Jahr 2007 kommen wird. Einzelne Monate werden sicherlich etwas verhaltenen ausfallen, wie beispielsweise der April, bedingt durch das schöne Wetter und die Oster-Urlaubszeit bereits zeigte. Allerdings scheint dadurch momentan der postitive Trend für das Gesamtjahr nicht signifikant gemindert zu werden. Gerade vor dem Hintergrund der positiven Rahmenbedingungen – des guten Konjunktur- und Konsumklimas – eröffnet sich Herstellern und Handel die Chance, auch die Variable »Preis« etwas stabiler zu halten, als dies zum Teil in der Vergangenheit der Fall war. Aus reinem Umsatzwachstum könnte somit auch ein entsprechend positives Margen-Wachstum resultieren.

Im Detail: Drucker

Der Schlüsseltrend sind die wachsenden Verkäufe bei Schwarz-Weiß-Laser-Multifunktionsgeräten (mono) und Laser-MFDs (Multi-Functional-Device: Fax, Scanner, Kopierer und Drucker in einem Gerät), die in Farbe drucken. Denn mehr und mehr Inhalte werden grafisch und in Farbe aufbereitet, unter anderem vermehrt Powerpoint-Präsentationen. Insbesondere die Consumer und Mittelständler sind dabei die Innovatoren. So werden beispielsweise »vier Funktionen in einem Gerät« von ihnen als wirklicher Produktvorteil wahrgenommen. Zudem macht eine hohe Ausstattung mit Standard-Druckern für sie das MFD-Segment entsprechend interessant. Zusätzlich öffnet sich das Laser-Segment durch das Besetzen neuer Preispunkte einer breiteren Klientel als dies noch vor ein oder zwei Jahren der Fall war. Auch sind die Vorteile von Laserdruckern gegenüber dem üblichen Inkjet-Segment für den Anwender deutlich sichtbar, beispielsweise die bessere Qualität und längere Haltbarkeit der Ausdrucke. Dies wird dazu führen, das bisher externe Druckaufträge zunehmend intern und damit preisgünstiger abgewickelt werden können, in Verbindung mit Investitionen unter anderem in Design-Software. Parallel begünstigt der Trend in Richtung Mobilität und eher denzentral, prozessorientierter IT-Nutzung die Nachfrage nach derart strukturierter Druckleistung. Denn alltägliche Aufträge wollen an Ort und Stelle erledigt werden, aufwändigere Dokumente werden zum Teil außer Haus gegeben und teilweise zentral gedruckt. Das vor Jahren propagierte papierlose Büro ist nach wie vor nicht Realität geworden und dürfte es auch in naher Zukunft nicht werden. Print wie auch Online besitzen abhängig vom Anwendungsfall nach wie vor ihre ureigenen Vorteile.

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