Suchen

Mehr Spektrum für WLAN USA öffnen 6-GHz-Band für lizenzfreie Nutzung

Autor / Redakteur: Ralf Koenzen / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die US-Behörde FCC hat am 23. April die Öffnung des 6-GHz-Bandes für die lizenzfreie Nutzung durch WLAN beschlossen. Dies ist ein klares Bekenntnis pro WLAN als Schlüsseltechnologie für Innovation und digitale Teilhabe – und eine politische Weichenstellung mit Vorbildcharakter für Europa.

Firmen zum Thema

Mit rund 1.200 MHz Extraspektrum steht der Datenübertragung per WLAN in den USA künftig das Fünffache an Frequenzspektrum zur Verfügung.
Mit rund 1.200 MHz Extraspektrum steht der Datenübertragung per WLAN in den USA künftig das Fünffache an Frequenzspektrum zur Verfügung.
(Bild: © – tampatra – stock.adobe.com)

Die einstimmige Entscheidung der US-amerikanischen Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) ist ein Meilenstein für die Zukunft der WLAN-Technologie. Die Öffnung des 6-GHz-Frequenzbandes unterstreicht die Wichtigkeit lizenzfreier Drahtlostechnologien für Verbraucher und Wirtschaft.

Im Gegensatz zum lizenzbasierten Mobilfunk ist der Datenverkehr über WLAN für Nutzer kostenfrei. Die jetzt in den USA beschlossene Aufstockung des WLAN-Spektrums um rund 1.200 MHz (5925–7125 MHz) innerhalb des 6-GHz-Bandes ist ein klares Bekenntnis pro WLAN als Schlüsseltechnologie für Innovation und digitale Teilhabe, das wir auch in Europa brauchen.

Wi-Fi 6E: Leistungsschub fürs WLAN

Gerade jetzt in der Corona-Krise erleben wir täglich, dass WLAN in vielen Bereichen dazu beiträgt, unseren Alltag am Laufen zu halten: Vom Lernen und Arbeiten auf Distanz bis hin zum virtuellen Arztbesuch, all dies ist ohne WLAN nicht denkbar. Was es dazu braucht, ist Bandbreite – vor allem angesichts der exponentiellen Zunahme von Endgeräten und datenintensiven Anwendungen. Mit dem Extraspektrum verleihen die USA dem aktuellen WLAN-Standard Wi-Fi 6 einen immensen Leistungsschub: Als Wi-Fi 6E (Enhanced), so die offizielle Bezeichnung, zieht WLAN im 6-GHz-Band in puncto Übertragungsraten und Latenzzeiten mit dem Mobilfunkstandard 5G gleich. Daraus ergeben sich völlig neue Einsatzszenarien etwa bei Echtzeitanwendungen wie Virtual Reality. Verbraucher profitieren von Gigabit-WLAN in Umgebungen mit hoher Nutzerdichte – denken wir an Hörsäle oder Fußballstadien.

Europa am Zug

Kurzum: Wi-Fi 6E ist ein historischer Schritt auf dem Weg zur drahtlosen Gigabitgesellschaft. Die USA haben es vorgemacht. Jetzt muss Europa nachziehen, damit Verbraucher und Wirtschaft auch hier schnellstmöglich die Vorteile von Wi-Fi 6E nutzen können. Obwohl der Abstimmungsprozess in Europa naturgemäß komplexer ist, könnte es bereits im Frühjahr 2021 soweit sein. Die zuständigen Gremien arbeiten mit Hochdruck daran, letzte Detailfragen zu klären. Mit rund 500 MHz (5925–6425 MHz) soll das geplante Zusatzspektrum weniger üppig ausfallen als in den USA. Dennoch ist dies ein richtungsweisendes Signal. Zumal die letzte Erweiterung lizenzfrei nutzbarer Frequenzbereiche für WLAN gut 15 Jahre zurückliegt.

Ralf Koenzen.
Ralf Koenzen.
(Bild: Lancom Systems)

Über den Autor

Ralf Koenzen ist Gründer und Geschäftsführer von Lancom Systems.

(ID:46612060)