Apple Entwicklerkonferenz 2013 Updates für Macbook Air und Mac Pro, OSX und iOS angekündigt

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Neben dem Ausblick auf die nächsten Versionen von Betriebssystemen und Anwendungen aus dem Hause Apple gibt es traditionell stets auch neue Hardware auf der Apple Worldwide Developer Conference (WWDC) zu sehen. Diesmal mussten iPad, iPhone und iPod zurückstehen. Erste Haswell-Macbooks und ein radikal neuer Mac Pro standen im Vordergrund.

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Die neue Generation des Macbook Air kommt mit Haswell-CPUs. Andere Macbooks werden vorerst noch nicht upgedatet.
Die neue Generation des Macbook Air kommt mit Haswell-CPUs. Andere Macbooks werden vorerst noch nicht upgedatet.
(Bild: Apple)

Wie erwartet hat Apple seine Notebook-Palette mit Haswell-CPUs aufgerüstet. Jedoch betreffen die Neuerungen derzeit nur die Macbook-Air-Reihe. Doch was dort an Technik verbaut wird, lässt hoffen, dass auch bald die Macbooks ein Update erfahren. Die neue Generation des Macbook Air ist ab sofort verfügbar.

Bei den Haswell-CPUs setzt Apple auf die UVT-Variante, die besonders stromsparend ist. In der Disziplin „Surfen über WLAN“ steht nun eine Akku-Laufzeit von neun Stunden für das Elf-Zoll-Airbook (Vorgänger: fünf Stunden), und sogar zwölf Stunden bei der 13-Zoll-Variante (zuvor sieben Stunden). Weitere Leckerbissen für Technik-Fans: die integrierte Grafik HD 5000 ist bei 3D-Spielen um 40 Prozent schneller als die HD-4000-Grafik der Vorgängerversion. Apple gibt an, bei der SSD neue Flash-Chips zu verwenden, die 45 Prozent schneller sind.

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Gigabit-WLAN 802.11ac

Und beim WLAN setzt Apple nun auf den Standard 802.11ac, der theoretisch auf einen Datendurchsatz von 1,33 Gigabit kommt und damit annähernd drei Mal so schnell wie die n-Variante ist. Um die Reichweite zu erhöhen und den Durchsatz zu optimieren verwendet Apple dabei das Beamforming, das im derzeitigen Entwurf noch als optional gekennzeichnet ist. Denn noch ist der „Standard“ nicht offiziell verabschiedet.

Ausnutzen lässt sich das so genannte „Gigabit-WLAN“ innerhalb des „Apple-Zoos“: Mit der überarbeiteten WLAN-Station Airport Extrem und der drahtlosen Festplatte Airport Time Capsule in der jüngsten Generation kommen zwei passende 802.11ac-Geräte heraus. Ansonsten sind Geräte nach dem WLAN-ac-Standard noch dünn gesät, obwohl auf der IFA 2012 bereits einige vorgestellt wurden.

Die Elf-Zoll-Variante des Macbook Air, die bislang mit 64 und 128 Gigabyte Speicher verkauft wurde, wird nun genauso wie die 13-Zoll-Version mit SSD-Ausstattungen von 128 und 256 Gigabyte angeboten. Der Preis für das kleinere Modell bleibt angesichts des verbesserten Speicherangebots gleich, die beiden 13-Zoll-Modelle werden dagegen jeweils 100 Euro günstiger. Der Arbeitsspeicher liegt bei allen Modellvarianten standardmäßig bei vier Gigabyte, kann aber auf acht Gigabyte aufgerüstet werden.

Und das sind die Preise im Einzelnen:

  • Macbook Air, 11-Zoll-Display, 128 GB SSD 999 Euro
  • Macbook Air, 11-Zoll-Display, 256 GB SSD 1.099 Euro
  • Macbook Air, 13-Zoll-Display, 128 GB SSD 1.099 Euro
  • Macbook Air, 13-Zoll-Display, 256 GB SSD 1.299 Euro
  • Airport Extrem 199 Euro
  • Airport Time Capsule 2 Terabyte 299 Euro
  • Airport Time Capsule 3 Terabyte 399 Euro

Ausblick auf Mac Pro

Nachdem die Mac Pro in der EU seit Januar nicht mehr verkauft werden dürfen, weil sie bei der Stromversorgung und der Lüftung nicht den aktuellen EU-Regularien entsprechen, gab Apple auf der WWDC 2013 einen Ausblick auf ein völlig neues Gerät, das bis Ende des Jahres in den Handel kommen soll.

Auffällig ist vor allem die Form, in Foren finden sich Bezeichnungen von Champagnerkühler über Urne bis zum „iMer“ (gesprochen: Ei-mer) für den runden Kraftprotz, der mit zwölf Kernen und zwei Fire-Pro-Grafikkarten ausgestattet ist, dazu vier Thunderbolt-2- und sechs USB-3.0-Ausgänge bietet. Eigentlich will Apple damit Anwender im Bereich der Video-Produktion ansprechen. Es muss sich jedoch erst zeigen, ob die High-End-Poweruser damit zufrieden sind, vorhandene Hardware mittels Adaptern oder externen PCI-Erweiterungsboxen betreiben zu müssen.

Der neue Mac Pro und was sich daraus machen lässt
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Ende des Jahres soll der neue Mac Pro in den Handel kommen. Etliche technische Details sind ebenso offen wie die möglichen Ausstattungsvarianten und die dazugehörigen Preise.

OS X Mavericks

Die nächste Version von OS X erscheint im Herbst und wird über den App-Store verteilt. Doch die Entwicklerversion wird ab heute zur Verfügung gestellt. Apple hat bei den vorgestellten Neuerungen vor allem drei Punkte herausgestellt: Verbesserungen, die dem User das Arbeiten mit OS X erleichtern, die bessere Integration der iCloud und Techniken, die mehr Performance und längere Akkulaufzeiten bei gleichbleibender Hardware ermöglichen.

Dem Nutzer helfen sollen vor allem die Änderungen am Finder: Fenster können unter OS X Mavericks in Tabs organisiert werden, Dateien werden dank Tags besser organisiert. Außerdem hat Apple die Unterstützung von mehreren Displays verbessert und insbesondere den Vollbildmodus entsprechend angepasst, was das Publikum zu spontanen Begeisterungsstürmen veranlasste.

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Die Kartendienste von Apple, die nun in einer besserer Qualität vorliegen sollen als beim Start unter iOS 6, kommen nun auf den Desktop. Sie können in beliebige Anwendungen integriert werden und kommen zum Beispiel auch zum Tragen, wenn ein Termin mit einer Ortsangabe versehen wird. Auch der iBook-Reader findet den Weg von iOS zu OS X. Und das bereits erwartete iRadio wird Wirklichkeit. Über iTunes können Nutzer aus mehr als 200 Stationen wählen. Finanziert wird der Dienst durch Werbe-Einblendungen. Nutzer des Dienstes iTunes Match, der 25 Euro pro Jahr kostet, dürfen iRadio werbefrei genießen.

iCloud wird einfacher

Die iCloud wird künftig wie ein normales Laufwerk auch aus dem Finder und den Applikationen ansprechbar – wie ein Ordner auf der eigenen Festplatte. Mit Tags markierte Dateien werden aus der Cloud genauso eingebunden wie lokal gespeicherte Daten. Und die iWorks-Suite mit der Textverarbeitung Page, dem Kalkulationsprogramm Numbers und der Präsentationsanwendung Keynote wird in die Cloud wandern. iWorks-Dateien können ebenso wie Datenformate der Office-Suite von Microsoft direkt im Browser über die Cloud-basierten Programme bearbeitet werden. Mit einem Passwortspeicher in der Cloud werden Accounts, Kreditkartendaten, WLAN-Zugänge und Website-Logins über ein einziges Passwort zugänglich.

Um die Hardware besser auszunutzen, hat Apple unter anderem eine Technologie namens Time Coalescing entwickelt. Die führt dazu, dass Low-Level-Operationen zeitlich gebündelt werden. Statt die CPU ständig mit Interrupts und anderen kurzfrstigen Operationen aus dem Ruhezustand zu holen und wieder zurückzuschicken, werden die Operationen zeitlich gebündelt, so dass dazwischen längere Ruhepausen entstehen. 72 Prozent weniger CPU-Aktivität soll das Betriebssystem dadurch verursachen.

Unter der Haube

Weitere Vorteile von OS X Mavericks sind die Komprimierung von nicht benötigten Speicherbereichen, so dass aktiven Anwendungen mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung steht, sowie App Nap, eine Funktion, die verhindert, dass „unsichtbare“ Fenster ständig neu berechnet werden. Zum Beispiel sorgen Animationen in Browser-Fenstern bislang für ungezügelten Stromverbrauch, auch wenn das Fenster beispielsweise von einer anderen Anwendung verdeckt ist. Unter OS X Mavericks ist damit Schluss.

Auch der Safari-Browser selbst wurde nochmals verbessert. Bei Javascript-Anwendungen soll er um den Faktor 1,4 bis 3,8 (je nach Test) schneller sein als Firefox, dabei ein Viertel weniger Speicher belegen und sogar mehr als 60 Prozent weniger Energie verbrauchen.

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Das neue iOS 7

Das mobile Betriebssystem iOS soll mit der Version 7 einen Neuanfang erfahren. Die Oberfläche wurde neu designt, Icons und Schriften wurden schlanker, das Display soll dadurch besser ausgenutzt werden und beim User den Eindruck erwecken, dass der Bildschirm größer ist. Allerdings ist dazu ein Retina-Display notwendig, deshalb wird iOS 7 erst ab iPhone 4, iPad 2, iPad mini und iPod touch (fünfte Generation) laufen.

Für Nutzer wie Entwickler eine elementare Neuerung ist das Multitasking, das nun allen Anwendungen zur Verfügung steht. Mittels Airdrop können Fotos und andere Dateien mit Kontakten in der Nähe geteilt werden. Die iOS-Geräte bauen dazu ein verschlüsseltes Peer-to-Peer-Netzwerk auf. Auch das Foto-Sharing via iCloud wurde vereinfacht. Zudem sind neue Filter- und Effektfunktionen bei der Kamera-Anwendung und der Foto-Bearbeitung vorgesehen.

Siri kann künftig in verschiedenen Sprachen mit unterschiedlichen Stimmen – männlich und weiblich – sprechen. Der Safari-Webbrowser wurde unter anderem um Funktionen zur Kindersicherheit erweitert. Mit Anki präsentierte sich zudem ein Anbieter einer neuen Spielidee: Auf einer ausrollbaren Rennbahn können Autos via iPhone-Steuerung um die Wette fahren. Ist das womöglich das Ende der Carrera-Bahn?

Auch für iOS 7 stellt Apple ab sofort die Entwicklerversion zur Verfügung. Für die Anwender wird es ebenfalls erst im Herbst verfügbar sein, und zwar kostenlos!

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