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Lernen am Arbeitsplatz

Unterstützung durch Experten mithilfe von Datenbrillen

| Redakteur: Melanie Krauß

Die Zusammenarbeit mit Datenbrillen soll genauso effektiv sein, wie eine Face-to-face-Zusammenarbeit.
Die Zusammenarbeit mit Datenbrillen soll genauso effektiv sein, wie eine Face-to-face-Zusammenarbeit. (Bild: AMA SA)

Die Kommunikation über Datenbrillen kann ähnlich effektiv sein, wie die persönliche Unterstützung durch einen Experten vor Ort. Das ergab eine Studie der Universität Greifswald. Ein besonderer Vorteil ist dabei das gemeinsame Sichtfeld.

In konkreten Problemlagen verändert sich die klassische Lernsituation, etwa wenn der Monteur direkt vor Ort ist und Unterstützung von einem Experten benötigt. Experten sind dann nicht mehr nur Lehrer, die Wissen und Kompetenzen durch einseitiges Eintrichtern vermitteln. Stattdessen geht es darum interaktiv praktische Lösungen zu finden und das bedeutet oftmals auch Dinge auszuprobieren. In solchen Fällen kann sich der Einsatz einer AR-(Augmented-Reality-)Brille anbieten.

Das Institut für Psychologie der Universität Greifswald hat eine Studie über den Einsatz von Datenbrillen am Arbeitsplatz veröffentlicht. Als Gegenstand der Arbeit wurden im Besonderen die Kompetenzentwicklung und die unmittelbare sowie unmissverständliche Wissensvermittlung mit Datenbrillen über Distanzen hinweg experimentell betrachtet.

Monteur und Experte befinden sich in getrennten Räumen, teilen sich jedoch durch die Datenbrille das gleiche Sichtfeld. Auf diese Weise kann der Experte den Monteur bei seiner Tätigkeit auch aus der Entfernung unterstützen.
Monteur und Experte befinden sich in getrennten Räumen, teilen sich jedoch durch die Datenbrille das gleiche Sichtfeld. Auf diese Weise kann der Experte den Monteur bei seiner Tätigkeit auch aus der Entfernung unterstützen. (Bild: AMA SA)

Für die wissenschaftliche Arbeit wurde die Datenbrillenlösung Xperteye eingesetzt. Simuliert wurde die Lösung eines Montageproblems beim Bau einer pneumatischen Pumpe aus Spielzeug-Bausteinen. Dabei wurde in der Experimentalgruppe der Monteur der Pumpe und Träger einer Datenbrille mit der Videokommunikationslösung Xperteye von einem in getrennten Räumen sitzenden Experten beim Bau der Pumpe unterstützt. Der Experte hatte hierbei Zugriff auf das über die Kamera der Datenbrille in Echtzeit übertragene Sichtfeld des Monteurs inklusive Sprache und Gesten. In der wissenschaftlichen Kontrollgruppe wurde hingegen mit direkter Face-to-face-Unterstützung in einem Raum an einem Tisch gearbeitet.

Die daraus resultierenden Ergebnisse zeigen, dass die Kommunikation mit der Datenbrille über Entfernungen hinweg und nach kurzer Anlernzeit vergleichbar in Bezug auf Qualität und Zeitaufwand ist, wie die Face-to-face-Zusammenarbeit.

Gemeinsame Perspektive verbessert Lerninteraktion

„Insgesamt haben die Ergebnisse gezeigt, dass ein gemeinsames Sichtfeld, welches durch die smarte Videokonferenzlösung auf Basis von Datenbrillen mit Xperteye ermöglicht wird, die Lerninteraktion zwischen dem Anwender und einem entfernten Experten verbessern kann“, erklärt Professor Manfred Bornewasser von der Universität Greifswald.

Der entscheidende Vorteil in der Nutzung von Datenbrillen sei, dass die audiovisuelle Kommunikation, basierend auf dem gleichen Sichtfeld, dem Experten die gleiche Perspektive auf die Problemsituation ermögliche (beispielsweise in einen Schaltschrank oder während einer komplizierten Reparatur). Somit werde das Risiko von Fehlern, die durch eine unterschiedliche Perspektive verursacht werden (beispielsweise durch eine Verwechslung von rechts-links oder oben-unten), deutlich reduziert.

„Zudem wird die Kommunikation durch die Option, wichtige Informationen während des laufenden Arbeitsprozesses direkt in die Datenbrille einzublenden, weiter verbessert“, so Greifswald. Auch die Fokussierung auf relevante Bildausschnitte kann laut Studie dazu beitragen, die Lerneffekte durch die AR-Brille zu verstärken.

Doch der Einsatz von AR-Brillen kann auch negative Effekte haben. So warnt die Studie davor, dass die Datenbrille dazu verführen könnte, vorschnell Experten einzuschalten, wenn auch eine selbstständige Lösung möglich wäre. Auch gelte es, zunächst Akzeptanz bei den Nutzern zu schaffen. Diese könne geschaffen werden, wenn Nützlichkeit und einfache Bedienbarkeit gegeben seien.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Partnerportal Maschinenmarkt.

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