Investitions-El-Dorado

Unternehmen wollen Daten selbst analysieren

| Autor: Sarah Böttcher

68 Prozent der Unternehmen möchten die Souveränität über ihre Daten behalten.
68 Prozent der Unternehmen möchten die Souveränität über ihre Daten behalten. (Bild: Pixabay)

Wettbewerbsvorteil und die anstehende DSGVO sind für viele Unternehmen der Anlass, in eine eigene Datenauswertung zu investieren. Nicht nur aus Datenschutzgründen ist das eine sinnvolle Investition, so das Ergebnis einer Studie.

84 Prozent der in einer Studie (siehe unten) Befragten sehen in der Nutzung von Customer Intelligence und Analytics ein geeignetes Mittel, das kundenorientierte Handeln ihrer Firmen zu optimieren. Eine verstärkte Investitionsbereitschaft in die Auswertung der unternehmensinternen Daten stelle einen Wettbewerbsvorteil dar, der durch die Stärkung der Kundenbindung und einem höheren Absatz erzielt wird. Der Grund hierfür liege auf der Hand: Durch die Auswertung der Nutzungsdaten kann die User Experience der Kunden personalisiert werden, um so maßgeblich die Kundenbindung zu verbessern.

„First Party“-Daten und Data Ownership

Die steigende Investitionsbereitschaft soll auch in Zukunft nicht abnehmen. So soll der Studie zufolge vor allem für das Inhousing von Analytics-Fähigkeiten und die dazugehörige Optimierung Geld ausgegeben werden.

Bei der Nutzung und Erhebung der Daten zeigte die Studie außerdem, dass Unternehmen auf die Analyse der eigenen Daten setzen. 68 Prozent befürchten die Datenmacht großer Plattformen und bevorzugen die Souveränität über ihre Daten zu behalten – Stichwort Data Ownership. Das Thema sei Webtrekk zufolge essenziell für die Absicherung der Marktposition. „Unternehmen sollten die Kundendaten nicht leichtfertig in die Hände von anderen geben. Sie sollten mehr Wissen über die eigenen Kunden aufbauen und dieses schützen. Die Arbeit mit den großen Marketingplattformen wie Google und Facebook kann optimiert werden, wenn ich eigene Daten nutze. Manche Kunden sparen bis zu 25 Prozent ihrer Marketingkosten“, erläutert Webtrekk-Gründer Christian Sauer.

DSGVO und Abhängigkeit von Kundendaten

Auffällig ist, dass die anstehenden EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai dieses Jahres greift, von großen Teilen der Experten als Herausforderung für ihre eigene Branche wahrgenommen wird. Schließlich ist man im starken Maße von Kundendaten abhängig. Zugleich wird aber auch Data Leakage, also ungewollter Datenabfluss, als ein großes, zeitnah zu lösendes Problem verstanden. Ein Problem, das gerade durch die DSGVO behoben werden soll.

„Wir müssen den hohen europäischen Anspruch, was Datenschutz betrifft, als Vorsprung begreifen. Nur wenn alle Unternehmen nach denselben Regeln spielen, entsteht ein echter Wettbewerb. Transparenz ist ein Gebot der neuen Datenschutzgrundverordnung, diese sollte nun von allen Anbietern gleichermaßen eingefordert werden. Wenn Unternehmen in eigene Daten investieren, dann ist das aus Datenschutzsicht zu begrüßen, schließlich entstehen erst durch geteilte „Third Party“-Datenpools über verschiedene Unternehmen hinweg, Gefahren für den Datenschutz,“ so Sauer weiter.

Zur Studie

Die Studie wurde durch die Hochschule der Medien (HDM) in Stuttgart in Kooperation mit Webtrekk, einem Data Analytics Anbieter in Berlin, durchgeführt. Für die Studie wurden 300 Unternehmensentscheider, unter anderem aus der Automotive-, IT- und Verlagsbranche, befragt.

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