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Buhlen um Arbeitnehmer

Unternehmen müssen im Vorstellungsgespräch punkten

| Autor: Heidemarie Schuster

Gesuchte Fachräfte können häufig aus mehreren Arbeitgebern wählen, daher hat sich das Blatt in Bewerbungsgesprächen gewendet.
Gesuchte Fachräfte können häufig aus mehreren Arbeitgebern wählen, daher hat sich das Blatt in Bewerbungsgesprächen gewendet. (Bild: Henry Schmitt - stock.adobe.com)

Früher war vieles anders, so auch auf dem Arbeitsmarkt. In Zeiten des Fachkräftemangels können Unternehmen froh sein, wenn sich ein potenzieller Kandidat für sie entscheidet, wie die Arbeitsmarktstudie von Robert Half aufzeigt.

Der Fachkräftemangel führt dazu, dass Unternehmen aus betroffenen Branchen um künftige Arbeitnehmer buhlen müssen. Die Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half hat ergeben, dass fast zwei Drittel der Jobsuchenden in Deutschland sich bereits nach dem ersten Vorstellungsgespräch für oder gegen ein Unternehmen entscheiden. Mehr als jeder Sechste weiß sogar schon nach fünf Minuten, ob er die Stelle bei einer Zusage annehmen will oder nicht. Im Rahmen der repräsentativen Erhebung wurden 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt.

Unerfüllte Erwartungen

„Heutzutage geht es nicht mehr nur darum, dass sich der Bewerber gut präsentiert. Gerade in Bereichen mit Bewerbermangel, wie in der Finanzbuchhaltung oder der IT-Sicherheit, müssen Unternehmen den Kandidaten von sich überzeugen“, sagt Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half. „Mein Rat: Wenige Tage nach dem ersten Bewerbungsgespräch sollte sich die Personalabteilung erkundigen, ob die Kandidaten weiterhin Interesse an der Stelle haben. Dies kann nicht nur den Bewerbungsprozess deutlich verkürzen, sondern hilft auch dabei, den passenden Mitarbeiter für die offene Stelle zu finden.“

Damit aber nicht genug: Neun von zehn Arbeitnehmern würden eine neue Stelle innerhalb des ersten Monats wieder kündigen, wenn der Job ihre Erwartungen nicht erfüllt. Für jeweils rund 45 Prozent ist dies der Fall, wenn die Unternehmenskultur nicht passt oder die Aufgaben andere sind, als ursprünglich ausgeschrieben. 44 Prozent würden den Job wegen schlechten Managements kündigen und 36 Prozent bei mangelhafter Einarbeitung.

„Unternehmen sollten im Bewerbungsgespräch daher unbedingt realistisch bleiben und ehrlich kommunizieren, wie die Firma tickt und welche Aufgaben auf die Kandidaten zukommen. Wer sichergehen will, sollte einen Probearbeitstag mit dem Bewerber vereinbaren“, empfiehlt Umbs. Denn schon durch wenige Stunden gemeinsames Arbeiten können beide Parteien besser einschätzen, was sie erwartet und ob sich die Stellenbeschreibung mit den tatsächlichen Aufgaben deckt. „Damit neue Mitarbeiter motiviert sind und schnell ihren Beitrag leisten können, ist eine gut strukturierte Einarbeitung zentral. Dabei ist es wichtig, dass sie in ihren Aufgabenbereich genau eingeführt werden, um Prozesse und Zusammenhänge besser zu verstehen.“

Über die Studie:

Die Arbeitsmarktstudie von Robert Half wird jährlich in elf Ländern erhoben: Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Niederlande, Schweiz, Vereinigte Arabische Emirate. Auf Arbeitnehmerseite wurden im Dezember 2017 im Rahmen einer repräsentativen Befragung durch das Institut 3GEM 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland befragt, die in den vergangenen fünf Jahren auf Arbeitssuche waren.

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