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EMC präsentiert „Digital Universe“-Studie von IDC Unternehmen lassen das Potenzial ihrer Daten brach liegen

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Die weltweite Datenmenge verdoppelt sich bis 2020 alle zwei Jahre. Die Zahlen gehen aus der „Digital Universe“-Studie von IDC hervor. Obwohl Analysen nützliche Erkenntnisse liefern könnten, werten Unternehmen ihre unstrukturierten Daten kaum aus.

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EMC-Deutschlandchefin Sabine Bendiek und IDC-Geschäftsführer Wafa Moussavi-Amin stellten gemeinsam die „Digital Universe“-Studie vor.
EMC-Deutschlandchefin Sabine Bendiek und IDC-Geschäftsführer Wafa Moussavi-Amin stellten gemeinsam die „Digital Universe“-Studie vor.
(Michael Hase / IT-BUSINESS)

Um das enorme Datenwachstum anschaulich zu machen, bemühen Marktforscher immer ausgefallenere Vergleiche. So soll das weltweite Datenvolumen laut IDC bis 2020 auf 40 Zettabyte zunehmen. Die Menge entspreche dem 57-Fachen der Sandkörner auf allen Stränden der Erde, schreiben die Analysten in der aktuellen Ausgabe ihrer „Digital Universe“-Studie, die sie heute gemeinsam mit dem Sponsor EMC präsentiert haben.

40 Zettabyte sind, in Zahlen ausgedrückt, eine Vier mit 22 Nullen. „Wir waren wirklich erstaunt, als wir die neue Prognose in der Hand hielten“, sagt Wafa Moussavi-Amin, Geschäftsführer bei IDC Central Europe. „Das digitale Universum wächst schneller, als wir es erwartet hatten.“

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IDC erstellt die Digital Universe Studie, unterstützt durch den Storage-Anbieter EMC, jährlich seit 2007. Als „digitales Universum“ bezeichnen die Analysten das Maß für alle digitalen Daten, die innerhalb eines Jahres erstellt, vervielfältigt und konsumiert werden. Deren Volumen hat sich in den vergangenen beiden Jahren auf 2,8 Zettabyte verdoppelt. IDC rechnet damit, dass die Datenmenge bis 2020 weiterhin alle zwei Jahre um den Faktor zwei wächst.

Maschinell erzeugte Daten

Die Ursachen dafür sind den Marktforschern zufolge der weltweite Siegeszug der PCs und Smartphones, die stark wachsende Internetnutzung in den Schwellenländern und die zunehmende Verbreitung vernetzter Geräte wie beispielsweise Überwachungskameras und intelligente Stromzähler. Ein wesentlicher Treiber ist das Wachstum der von Maschinen erzeugten Daten. Lag deren Anteil Im Jahr 2005 noch bei elf Prozent, so steigt er bis 2020 auf mehr als 40 Prozent.

Da die weltweit die Vernetzung zunimmt, bleiben Informationen nicht mehr dort, wo sie genutzt werden. IDC schätzt, dass 2020 fast 40 Prozent der Daten mit Cloud Computing in Berührung kommen. Das heißt, irgendwo zwischen Entstehung und Verwendung werden die Daten in einer Cloud gespeichert oder verarbeitet.

Während sich die Anzahl der Cloud-Server in den kommenden acht Jahren weltweit verzehnfacht, wächst die Datenmenge in Rechenzentren um den Faktor 14. Umgekehrt sinken die Kosten für die Datenspeicherung. Fallen aktuell für ein Gigabyte im weltweiten Durchschnitt etwa zwei Dollar an, werden die Storage-Kosten bis 2020 auf 20 US-Cent sinken.

Unerschlossene Pools

Alarmierend ist aus Sicht der Analysten, dass große Mengen nützlicher Daten de facto verloren gehen. Denn die meisten neuen Daten liegen als Schnipsel vor, die völlig unstrukturiert und ohne Schlagworte gespeichert werden. Derzeit sind nur drei Prozent dieser Daten verschlagwortet und noch weniger, nämlich 0,5 Prozent, werden analysiert.

Das Versprechen von Big-Data-Lösungen besteht darin, nützliche Erkenntnisse aus unerschlossenen Daten-Pools zu gewinnen. Doch bislang setzen Unternehmen kaum auf solche Technologien. Laut IDC wird die Schere zwischen Daten, die nützlich sein könnten, und Daten, die tatsächlich ausgewertet werden, künftig sogar noch weiter aufgehen.

Warum Unternehmen nur einen Bruchteil ihrer Daten analysieren, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Keine Konzepte für Big Data

„Die IT Abteilungen in Unternehmen stecken in einem Dilemma: Sie können sich von dem Informationswachstum lähmen lassen oder das Potenzial, das in den Daten steckt, für sich nutzen“, kommentiert Sabine Bendiek, Geschäftsführerin bei EMC Deutschland, die IDC-Studie. Um die Potenziale zu erschließen, müssten Unternehmen „die richtige Mischung aus Technologie, Datensicherheit und IT-Kompetenz“ finden.

Einen wesentlichen Grund für das Missverhältnis zwischen potenziell nützlichen und tatsächlich analysierten Daten, sieht IDC darin, dass viele Unternehmen bislang keine Konzepte für Big Data entwickelt haben. „Oft fehlt das Wissen darüber, wie sich unstrukturierte Daten auswerten lassen", beobachtet Analyst Moussavi-Amin.

Immerhin könnten derzeit etwa 23 Prozent des digitalen Universums nützliche Erkenntnisse liefern, schätzt IDC. Und der Anteil der nützlichen Daten nimmt der Studie zufolge weiter zu: 2020 könnte sich bereits ein Drittel des digitalen Universums für Big-Data-Analysen eignen, wenn die Daten denn verschlagwortet und ausgewertet würden.

Unzureichender Schutz

Für ebenso alarmierend halten die Analysten, dass die meisten Daten nicht ausreichend geschützt sind. Dieses Jahr müssten 35 Prozent der Informationen im digitalen Universum gegen unberechtigten Zugriff gesichert werden, aber weniger als 20 Prozent werden tatsächlich geschützt.

IDC warnt davor, dass die Sicherheitsrisiken zunehmen. Die Daten, die Schutz bräuchten, wachsen überporportional schnell. Gründe dafür sind hochentwickelte Cyber-Bedrohungen, Wissenslücken sowie fahrlässiger Umgang von Konsumenten und geschäftlichen Nutzern mit einfachsten Sicherheitsrichtlinien. Mussten 2010 weniger als ein Drittel des digitalen Universums geschützt werden, wächst der schutzwürdige Anteil bis 2020 auf 44 Prozent.

IDC hat dieses Jahr erstmals untersucht, in welchen Regionen die Datenmengen vor allem erzeugt werden. Dabei beobachten die Analysten gravierende Verschiebungen beim Datenaufkommen. Trugen Schwellenländer im Jahr 2010 rund 23 Prozent zum digitalen Universum bei, liegt ihr Anteil 2012 schon bei 36 Prozent. In wenigen Jahren werden die meisten Daten von dort kommen. 2020 wird der Anteil der Schwellenländer am digitalen Universum bei 62 Prozent liegen. □

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