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Arbeitsmarktstudie von Robert Half

Unbesetzte Stellen sorgen für Frust

| Autor: Heidemarie Schuster

Der Traumjob kann durch Überarbeitung schnell zum Albtraumjob werden.
Der Traumjob kann durch Überarbeitung schnell zum Albtraumjob werden. (Bild: Pixabay)

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es den Hochrechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge derzeit rund 1,19 Millionen offene Stellen. Dieser Arbeitskräftemangel beeinträchtigt aber nicht nur Unternehmen, sondern auch die Angestellten, denen Kollegen fehlen.

Offene Stellen schaden nicht nur den Umsätzen der Firmen, sondern auch den Angestellten: Ihnen fehlen wichtige Kolleginnen und Kollegen und das bringt Folgen mich sich: Neben Produktionsverlusten (37 Prozent) gehören eine schlechtere Work-Life-Balance (19 Prozent) und eine niedrige Arbeitsmoral (15 Prozent) in den Belegschaften zu den stärksten Folgen durch unbesetzte Stellen. Das berichten 300 Personalverantwortliche aus Deutschland, die im Rahmen der Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half befragt wurden.

„Leider reagieren Führungskräfte auf Vakanzen am häufigsten, indem die Aufgaben auf die Schreibtische anderer Teammitglieder verteilt werden“, weiß Sladjan Petkovic, Managing Director bei Robert Half.

Kündigungsgründe

Eine schlechte Work-Life-Balance gehört zu wichtigsten Kündigungsgründen in Unternehmen. „Kurzfristig kann das eine Lösung darstellen. Doch leider unterschätzen Führungskräfte oft, wie lange es dauert, einen neuen Mitarbeiter einzustellen. Schon nach wenigen Wochen Mehrarbeit kann sich das Team überfordert, überlastet und frustriert fühlen, wenn die Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht kommt und kein neuer Kollege in Sicht ist. Das schadet der Produktivität und kann schlimmstenfalls in der Kündigung münden“, so Petkovic.

Wie die Studie „Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter“ von Robert Half aus dem Jahr 2017 gezeigt hat, gehört eine schlechte Work-Life-Balance zu den stärksten Treibern, wenn sich ein Mitarbeiter für eine Kündigung entscheidet. Negativer wirken sich nur fehlender Team-Zusammenhalt, das Gefühl, sich im Beruf verstellen zu müssen, und mangelnder Stolz auf die eigene Arbeit aus.

Folgen für Unternehmen

Die häufigsten Folgen für Unternehmen, wenn Arbeitsstellen frei bleiben sind laut der Studie begrenztes Geschäftswachstum (14 Prozent), Unfähigkeit, neue Geschäfts-/Umsatzpotenziale zu erschließen (11 Prozent), höhere Mitarbeiterfluktuation (4 Prozent) und Verpassen von Projektmeilensteinen (1 Prozent).

Anhaltende Spitzenbelastungen vermeiden

Um zu verhindern, dass eine Stelle langfristig unbesetzt bleibt, sollten Personalverantwortliche die sogenannte Time-to-hire analysieren, also die Dauer von der Ausschreibung bis zur Besetzung einer Stelle. Dauert der Recruiting-Prozess regelmäßig länger als geplant, besteht Handlungsbedarf.

Die Gründe für eine lange Time-to-hire sind dabei laut Robert Half vielfältig: Umständliche Recruiting-Prozesse, mangelnde Entscheidungsfreude in den Unternehmen oder zu hohe Ansprüche an die Kandidaten können verantwortlich sein. Petkovic empfiehlt: „Gerade prozessuale Verbesserungen sind selten in kurzer Zeit umsetzbar. Deshalb ist eine transparente Kommunikation mit dem Team wichtig, in der die Lösungsansätze für Recruiting-Probleme erklärt werden. Zusätzliche Abhilfe können temporäre Mitarbeiter schaffen“

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