ITC Channel Index entwickelt sich negativ Umsätze geraten ins Trudeln

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer, GfK / Katrin Hofmann

Waren Großkunden kürzlich noch der entscheidende Motor für die ITK-Umsätze, investieren auch diese mittlerweile deutlich verhaltener. In Folge sind die Gesamtumsätze im B2B- und B2C-Geschäft unter Vorjahres- und Vormonatsniveau gefallen.

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Die verhaltene Konsumstimmung und die wirtschaftliche Lage bremsen die ITK-Märkte aus. Mit 83 Punkten liegt der ITC Channel Index von GfK und IT-BUSINESS im aktuellen Untersuchungsmonat deutlich unter dem Niveau des vorherigen Monats (92 Punkte) und unter dem des Vorjahresmonats (87 Punkte).

Dabei tendieren B2B- und B2C-Märkte im August zum erstem Mal gemeinsam in die negative Richtung – nachdem in den vorherigen Monaten die B2B-Kunden deutlich die treibende Kraft waren. Speziell die Entwicklung im Enterprise-Segment hat an Dynamik eingebüßt. Nach zweistelligem Wachstum bei den Umsätzen mit Großkunden in den Monaten Januar bis Juli ist der August im Vorjahresvergleich mit einem nur leichten Plus von einem Prozent verhaltener ausgefallen.

Saisonaler Einfluss

Weil die August-Entwicklung eine saisonale Komponente aufweist, könnte das vierte Quartal weiterhin das Potenzial haben, auf ähnlichem oder leicht besserem Niveau wie im Vorjahr abzuschließen. Auch ist bis Jahresende momentan noch davon auszugehen, dass sich der Einfluss der Wirtschaftslage auf die Umsatzentwicklung kurzfristig nicht verstärken dürfte.

Die IT-Umsätze, die mit privaten Käufern erwirtschaftet werden, entwickeln sich nach dem positiven Wert des Vormonats im August mit minus 0,5 Prozent wieder auf einen leicht negativen Kurs.

Ausschlaggebend für das Minus ist jedoch nicht der Computer-Markt. In diesem sind die Umsätze im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwei Prozent gewachsen. Dies resultiert aus der anhaltenden Nachfrage nach Notebooks.

Mittlerweile sind 78 Prozent der an Konsumenten verkauften PCs Notebooks. Im August wurden fünf Prozent mehr Notebooks verkauft als im Juli und sogar 51 Prozent mehr Notebooks als im Vorjahr. Diese Absatzsteigerungen lassen weiterhin – trotz all der in der Diskussion befindlichen Marktrisiken – auf ein positives Jahresendgeschäft hoffen.

Notebook-Preise purzeln

Eine ausschlaggebende Rolle spielt weiterhin der Preis. Die Kategorie »Netbooks« mit kleinem Display und etwas reduzierter Leistung im kleinen handlichen Format hat hier ein neues Niedrigpreissegment eröffnet. Zum anderen sinken auch in bestehenden und absatzstarken Segmenten – Notebooks mit 15,3 bis 15,9 Zoll großen Displays – die Durchschnittspreise kontinuierlich. Handel und Hersteller setzen hier allerdings einen Trend in Gang, der weiteres Umsatzwachstum im Jahr 2009 deutlich erschweren wird. Wesentlich schwächer als der Notebook-Markt stellt sich der Display-Markt da. Die Umsätze liegen im B2B- und B2C-Markt elf Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresmonat. Das »Ausbleiben« von Innovationen führt dazu, dass Displays trotz weiteren Replacements im privaten und gewerblichen Bereich bereits deutlich von der allgemeinen Konsum- und Wirtschaftsstimmungslage erfasst werden. Auch die Absätze bewegen sich in Folge mit minus zwei Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau.

19-Zoll-Displays verlieren nachhaltig an Bedeutung und Verkaufspotenzial. Nachgefragt werden aktuell 22- oder 24-Zoll-Displays. Sowohl Umsätze als auch Absätze liegen in diesem Marktsegment signifikant im mehrstellig positiven Bereich. Das Minus des Gesamtmarktes für Displays zeigt jedoch, dass die positive Entwicklung in den höheren Zoll-Bereichen den Rückgang im 19-Zoll-Segment nicht kompensieren kann. Ausschlaggebend für die derzeitige Entwicklung im Display-Markt ist noch stärker als bei Notebooks die hohe Preissensibilität bei der Nachfrage.

Tipps der GfK für die Platzierung der Displays in den Regalen, Informationen zum Festplattenmarkt und die Umsätze mit Handys und Smartphones erhalten Sie auf der nächsten Seite.

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