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IFA 2016 UHD-Fernseher sind der Renner

| Autor: Heidemarie Schuster

Laut dem Eco Verband sind Fernseher der Qualitätsklasse Ultra High Definition (UHD) der IFA-Trend in diesem Jahr.

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Der gute alte Röhrenfernseher hat längst ausgedient.
Der gute alte Röhrenfernseher hat längst ausgedient.
(Bild: Pixabay)

UHD-Fernsehgeräte bieten nicht nur bessere Bildqualität durch viermal mehr Pixel als Full-HD, sondern in der Regel durch HDR (High Dynamic Range) auch bessere Kontrastwerte. Gleichzeitig stellen sie im Sinne des Top-Trends „Entertainment“ eine neue Generation von Smart-TVs dar, die weit über Fernsehen hinaus auch universelle Internetstationen im Wohnzimmer sind, so der Eco Verband.

Kaum UHD-Inhalte

Allerdings gewinnen die neuen Stufen der Bildqualität nur eine Bedeutung, wenn auch der Content mitzieht, warnt der Eco. Der Verband verweist auf die letzte EM, bei der etliche Spiele in der UHD-Variante 4K (UHD-1) aufgenommen wurden, keines davon jedoch in Deutschland in dieser hohen Auflösung zu sehen war. Anders in Italien, Portugal oder der Schweiz: Dort waren die Fußballspiele ab dem Viertelfinale in UHD-4K zu verfolgen. Zur Erklärung: Den UHD-Standard gibt es in zwei Qualitätsvarianten: 4K mit 3.840 × 2.160 Pixel und 8K mit 7.680 × 4.320 Bildpunkten. Die zur UNO gehörende International Telecommunication Union (ITU) hatte die Normen gemeinsam mit den Fernsehgesellschaften RAI (Italien), BBC (Großbritannien) und NHK (Japan) in Zusammenarbeit mit der dortigen Geräteindustrie entwickelt. Indes haben die Darstellungsnormen nicht nur direkte Auswirkungen auf die „klassische Fernsehlandschaft“, sondern auch auf alle „Internet-Bildschirme“ bis hin zum Smartphone-Display.

Die US-amerikanischen Internet-Streaming-Dienste wie Amazon oder Netflix geben laut Eco ebenfalls „kräftig Gas bei UHD“. „Wir müssen aufpassen, dass Deutschland in Sachen UHD-Content nicht ausgebremst wird“, sagt Markus Schaffrin, Geschäftsbereichsleiter Mitglieder Services beim Eco. „Wenn die überwiegenden 4K-Inhalte von amerikanischen Streaming-Services und japanischen Blue-Ray-Playern kommen, könnten es originär-deutsche Inhalte beim Zuschauer schwer haben, einfach weil sie technisch nicht aktuell sind.“

Hohe Anforderungen an die Infrastruktur

Der Eco verweist darauf, dass der öffentliche japanische Fernsehsender NHK schon 2014 bekannt gab, UHD-2-Inhalte in 8K-Auflösung auf 8K-fähigen TV-Geräten im Jahr 2020 übertragen zu können. „Während die IFA noch die kleinere UHD-Variante 4K als marktreif für den Massenmarkt feiert, waren auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas Anfang dieses Jahres schon die ersten 8K-Fernseher zu bestaunen“, so Schaffrin. „Wir sollten uns darauf einstellen, dass ab 2020 der Massenmarkt beginnt für die 8K-Auflösung, häufig auch Super-UHD genannt. Das gilt dann sowohl für die TV-Branche als auch für das Internet-Streaming.“

Damit verbunden sind aber nicht nur hohe Anforderungen an die Endgeräte, sondern auch an die Infrastruktur, die die entsprechend großen Datenmengen in Echtzeit übertragen muss, um einen reibungslosen Filmgenuss zu gewährleisten. So empfiehlt Netflix eine Downloadgeschwindigkeit pro Stream von 25 Megabit pro Sekunde für Ultra-HD-Qualität. Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Deutschland ist also unabdingbar, um das Land auf die nächste Mediengeneration vorzubereiten, so der Eco. Andernfalls werde Deutschland nicht nur auf der Content-Seite abgehängt, sondern auch bei der Übertragungstechnik.

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