Oracle kauft Sun – ein nachhaltiges Projekt Über Oracle geht die Sonne auf

Redakteur: Ulrike Ostler

Eine Mega-Fusion, wie die von Oracle und Sun Microsystems angestrebte, dürfte auch die abgeklärtesten Netzwerker nicht kalt lassen. Immerhin ist es nach dem Cisco-Vorstoß zu Unified Computing in diesem Jahr schon der zweite Paukenschlag, der eine nachhaltige Veränderung des IT-Marks ankündigt. Erste Analystenstimmen sehen bei dem Deal eher die Synergien denn Überschneidungen und Konflikte.

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Oracle-Boss Larry Ellison freut sich öffentlich darüber, dass das Unternehmen nun mit Solaris endlich ein eigenes Betriebssystem hat, ohne dass der Open-Source-Hersteller Red Hat verdaut werden müsste, der sich bei den bisherigen Kauf-Avancen doch als recht sperrig erwiesen hatte. Ellison lobt es neben Java als eine der beiden Sun-Juwelen.

Doch gute Technik war nach einhelliger Meinung diverser Analysten noch nie das Sun-Problem, eher die gewinnbringende Vermarktung. Mit der Dotcom-Blase erlebten etwa Solaris und die hauseigene Rechnerarchitektur „Sparc“ eine kurze intensive Workstation-Blüte. Doch vom Platzen des Hype hat sich der Hersteller seither nicht wirklich erholt.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass Sun zulange an den eigenen Chips festhielt, während die Konkurrenz auf Intel und AMD setzte. Derzeit allerdings sollen sich die x86-Server insbesondere durch hohe I/O-Leistungen wohltuend von Konkurrenzssystemen abheben.

Gerettet und gekauft

So kam Sun im vergangenen Jahr auf 13,88 Milliarden Dollar Umsatz und einen Gewinn von 403 Millionen Dollar. Im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres 2009 sank der Umsatz um fast 11 Prozent auf 3,22 Milliarden Dollar. Zugleich musste der Konzern mit derzeit 30.000 Mitarbeitern und rund 47.000 Kunden einen Verlust von 203 Millionen Dollar ausweisen.

Um die Hardware und die Betriebssystem-Technik drumherum verfügt Sun über jede Menge hoch gelobter Infrastruktur-Technik, zum Teil selbst entwickelt oder auch zugekauft, zum Beispiel Speicher-Techniken wie „Open Storage“, Grid-Technik wie „N1“, Datenbank-Technik wie „MySQL“, Middleware wie „See Beyond“, den Enterprise Service Bus „Glassfish“ aber auch Collaboration-Tools wie Sun-One- oder I-Planet- oder Netscape-Messaging-Server und Connectivity-Werkzeug wie die Solstice-Produkte, die quellofffenen Virtualisierungslösungen „Virtual Box“ für Desktops und den Xen-basierten Sun xVM-Server sowie Netzwerk-Management-Equipment wie „Sun-SNMP-Management Agent“.

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