Studien und Prognosen von D&B Deutschland, Alix Partners und Ernst & Young zur Finanzierung Trotz heranrollender Pleitewelle liegen Liquiditäts-Reserven brach

Redakteur: Katrin Hofmann

Der Kampf zwischen Händlern und Lieferanten um Zahlungsziele wird zunehmend härter. Ursache dafür ist auch der Druck von Kundenseite, denn mit der Zahlungsmoral ist es nicht in jedem Fall zum Besten bestellt. Dies erhöht derzeit auch das Risiko für Insolvenzen. Ungeachtet dieser Entwicklung lassen viele Firmen Liquiditäts-Reserven in großer Höhe ungenutzt.

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Der Unternehmensberatung D&B zufolge rollt eine Welle an Insolvenzen auf uns zu.
Der Unternehmensberatung D&B zufolge rollt eine Welle an Insolvenzen auf uns zu.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Zahl der Insolvenzen wird 2009 drastisch zunehmen. Davon jedenfalls ist D&B Deutschland überzeugt. Der Prognose des Wirtschaftsinformations-Dienstleisters zufolge sind die derzeit prominenten Fälle „nur ein Vorgeschmack auf die noch bevorstehenden Insolvenzen im Herbst und Winter 2009“. Laut Schätzung von D&B könnte die Zahl der Firmenpleiten hierzulande von 29.800 im Jahr 2008 auf 34.800 im Jahr 2009 ansteigen. Das entspräche einem Wachstum von 17 Prozent. Als Ursache dafür bezeichnen die Experten zunehmende Finanzierungsengpässe mangels Gewinn und Cashflow. Besonders stark betroffen seien exportorientierte Unternehmen. Gesamteuropa trifft es sogar noch härter: Hier werden 40 Prozent Anstieg bei den Insolvenzen vorhergesagt. Zusätzlich drückten Banken und Kapitalgeber auf die Finanzierungsbremse.

Gleichzeitig ist die Zahlungsmoral in Deutschland in den vergangenen Monaten gesunken. D&B misst die Zahlungsmoral anhand der Anzahl der Kunden, die ihre Rechnungen pünktlich begleichen. Im Mai ergab die Messung zum fünften Mal in Folge eine Verschlechterung. 78,19 Prozent der Betriebe bezahlten ihre Rechnungen pünktlich, nach 78,4 Prozent im April und 79,5 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres. Zwar ist damit der Rückgang sicherlich nicht als dramatisch einzustufen. D&B titelte den Mai betreffend dennoch, dass „die Zahlungsmoral immer mehr unter der Wirtschaftskrise leidet“. Auch die im Juni gemessene, leichte Verbesserung (der Wert stieg auf 78,3 Prozent) sei keineswegs ein Zeichen für eine Trendwende: „Der leichte Anstieg ist nach den zuletzt deutlichen Rückgängen eher eine Zwischenerholung“, urteilt D&B-Geschäftsführer Thomas Dold.

Warum speziell der Handel vermehrt in finanzielle Engpässe gerät, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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