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Händler sollen auf Mehrwert statt Preiskampf setzen Triple- und Quadruple-Play nahezu unbekannt

Redakteur: Sarah Gandorfer

Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest hat herausgefunden, dass sich die Mehrheit der Deutschen unter den Schlagwörtern Triple- und Quadruple-Play nur wenig vorstellen kann. Bei den Bündelangeboten aus Fernsehen, Telefon, Internet und Handy sieht der Privatkunde den Vorteil hauptsächliche in der Kostenersparnis – der Mehrwert ist weitgehend unbekannt. Hier könnte der Händler jedoch ansetzen, um das Marktpotenzial zu steigern.

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Die Mehrheit der Deutschen kann mit den Begriffen Triple- und Quadruple-Play wenig anfangen – so nennen Provider ihrer Bündelangebote für Fernsehen, Telefon und Internet.
Die Mehrheit der Deutschen kann mit den Begriffen Triple- und Quadruple-Play wenig anfangen – so nennen Provider ihrer Bündelangebote für Fernsehen, Telefon und Internet.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung weiß mit dem Begriff Triple- und Quadruple-Play-Angeboten nichts anzufangen, fand TNS Infratest bei einer Befragung von 1.500 Personen heraus. Genauer informiert über das seit einem Jahr eingeführte Bundle von Breitbandinternet, Festnetztelefon und Fernsehen, also dem Triple-Angebot, haben sich gerade einmal acht Prozent. Beim erst jüngst auf dem Markt erschienenen Quadruple-Play kommt die Handynutzung noch dazu. Hier sank die Zahl der Informationssuchenden auf vier Prozent.

Einen besonderen Vorteil des Komplettangebots sahen die Befragten in der Kostenersparnis. So gaben 42 Prozent an, dass die Telefon-Flatrate das wichtigste Kaufkriterium darstelle, 41 Prozent sprachen sich für die DSL-Flatrate aus. Für 36 Prozent ist die Bündelung aller Services und Rechnungen bei einem Anbieter ausschlaggebend.

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Die weiteren Mehrwerte stehen eher hinten an. So wird zwar zeitversetztes Fernsehen, so genanntes Time-Shift, von 18 Prozent noch als vergleichsweise wichtig erachtet. Der elektronische Programmführer (EPG) folgt mit 13 und dann erst kommt Video-on-Demand mit acht Prozent.

Preiskampf vermeiden

»Der Mehrwert der Produkte wird noch nicht gesehen«, sagt Robert Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest. »Letztlich ist somit der Preis für den Endkunden entscheidend, und da muss sich das Multi-Play-Angebot mit den Kosten für derzeit bereits vorhandene Einzelverträge für Festnetz, DSL, Fernsehen und Mobilfunk vergleichen lassen.« Um einen reinen Preiskrieg zu vermeiden, sei es entscheidend, die neuen Inhalte, Features und Applikationen hervorzuheben.

Mehr als 60 Euro ist zu teuer

»Natürlich müssen die Angebote auch die preislichen Vorstellungen der Privatkunden treffen«, fährt Wieland fort. Diese liegen laut der Umfrage derzeit zwischen 50 und 60 Euro für das Quadruple-Angebot. Triple-Play sollte rund zehn Euro weniger kosten. »Preise von über 60 Euro für Multi-Play-Produkte sind aus Sicht des Kunden in Deutschland zurzeit nicht massenmarktfähig«, erklärt Wieland – die jüngsten Preissenkungen bei T-Home scheinen ihm da recht zu geben.

Vorerst liegt das Potenzial für das Komplettangebot bei etwa 1,4 Millionen Haushalten in der Bundesrepublik. Dabei hat TNS Infratest allerdings vorausgesetzt, dass die Angebote auch überall verfügbar sind, was aufgrund der begrenzten Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetze aktuell noch nicht der Fall ist.

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