Die Zukunft der Desktop-PCs Touch statt Taste: HP Sprout und Dell

Redakteur: Klaus Länger

Der PC ist noch lange nicht tot. Das glauben jedenfalls HP und Dell, die innovative Konzepte für ein kreatives Arbeiten mit dem Desktop-Rechner entwickelt haben.

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Der Smart-Desk-Prototyp von Dell nutzt zwei Touchscreens. Für den unteren gibt es eine Reihe spezieller Eingabewerkzeuge wie einen Stift und einen Ring, der als Regler und Lupe dienen kann.
Der Smart-Desk-Prototyp von Dell nutzt zwei Touchscreens. Für den unteren gibt es eine Reihe spezieller Eingabewerkzeuge wie einen Stift und einen Ring, der als Regler und Lupe dienen kann.
(Bild: Dell)

Große Innovationen hätte man bei Desktop-PCs eigentlich nicht mehr erwartet. Denn stationäre Rechner werden heute meist als Arbeitsgeräte in Büros eingesetzt. Allenfalls bei den Gaming-Rechnern oder Mini-PCs gab es einen graduellen Fortschritt.

Nun sind HP und Dell mit radikalen Konzepten für den Desktop-PC der Zukunft angetreten, den HP Sprout wird man im kommenden Jahr sogar kaufen können.

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HP Sprout: Mit 3D-Scanner für kreatives Arbeiten

Ein herkömmliches Keyboard und auch eine Maus sucht man sowohl beim HP Sprout, als auch bei der Smart-Desk-Studie von Dell vergebens. HP nutzt als Eingabegerät eine Touch-Matte mit 20 Zoll Diagonale, 20-Finger-Erkennung und zusätzlichem passivem Eingabestift. Sie dient gleichzeitig als zweites Display neben dem vertikalen 23-Zoll-Touchscreen mit Full-HD-Auflösung. Denn über dem primären Monitor ist in einem Ausleger ein DLP-Projektor untergebracht, der die Touch-Matte als Projektionsfläche nutzt. Zusätzlich steckt in dem als Illuminator bezeichneten Ausleger noch ein Sensor-System, bestehend aus einer 14,6-Megapixel-Kamera und einer Intel-Real-Sense-3D-Kamera, die als 3D-Scanner arbeitet. Objekte können so optisch erfasst und unmittelbar in Grafikprogrammen bearbeitet werden.

Das primäre Display wird nicht einfach auf die Touch-Matte gespiegelt, sondern sie dient als zusätzliche Arbeitsfläche, die passende Werkzeuge zur Bearbeitung von Grafiken oder Videos an. Alternativ dient sie auch als Klaviatur für Musikprogramme oder als virtuelle Tastatur für Texteingaben. Natürlich können auch eine herkömmliche Tastatur und eine Maus beim Sprout verwendet werden. HP hat sogar einen Desktop-Organizer als Zubehör im Programm, in dem die Eingabegeräte Platzsparend verstaut werden können.

Auf der folgenden Seite präsentieren wir einige Videos von HP zum Sprout und die Smart-Desk-Studie von Dell.

HP hat einige Videos parat, in denen man den Sprout in Aktion sehen kann.

Hier in der Redaktion einer Lifestyle-Zeitschrift:

Das folgende Video von HP zeigt die volle Palette der Einsatzmöglichkeiten vom Familien-PC bis hin zum fortschrittlichen Arbeitsplatz-PC:

In den USA wird der Sprout für 1.900 US-Dollar bereits jetzt verkauft, wann er auf den deutschen Markt kommt ist noch offen. Der All-in-One-Rechner ist mit einem Intel Core i7-4790S als Prozessor und und einer Nvidia Geforce GT 745A als Grafikkarte ausgestattet. Als Massenspeicher dient eine SSHD mit einem Terabyte Kapazität und 8 GB Flash als Cache-Speicher, als Betriebssystem Windows 8.1.

Da der Sprout sein volles Potenzial nur mit speziellen Applikationen entfalten kann, stellt HP für den Rechner ein Software Developement Kit und UI-Elemente gratis zum Download bereit. Für die fertigen Apps existiert ein eigener Marketplace.

Dell Smart Desk: Workstation der Zukunft

Einen ähnlichen Ansatz mit einer horizontalen Eingabefläche und einem vertikalen Monitor hat Dell beim Smart Desk gewählt: Hier ist aber ein zusätzlicher Touchscreen das Eingabeinstrument, zusätzlich zu einem vertikalen Touch-Monitor. Das horizontale Display reagiert nicht nur auf Touch, sondern hat zusätzlich einen Digitizer eingebaut. Außer einem präzisen Stift gibt es noch eine Art Ring als zusätzliches Eingabegerät. Er dient als Lupe oder durch Drehen zur Auswahl von Optionen wie etwa Farben. Satt eigener Applikationen sollen bei einen Rechner wie den Smart Desk eher existierende Programme durch Plug-Ins erweitert werden, die dann über den horizontalen Screen bedient werden.

Wie das funktioniert, illustriert das folgende Video von Dell:

Der Smart Desk Rechner richten nicht nur an Kreative wie Künstler oder Designer, Dell hat zusätzlich noch Architekten und Ingenieure im Fokus. Daher soll die Leistung des Rechners auf dem Niveau einer Precision-Workstation liegen. Ansonsten hielt sich Dell bei den Spezifikationen des Rechners bedeckt. Der Smart Desk ist im Gegensatz zum Sprout auch eine reine Konzept-Studie, eine Serienproduktion ist vorerst nicht geplant.

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