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Titelstory Igel, Interview Vanquish

Thin Clients sind für Vanquish ein Software-Konzept

| Autor: Michael Hase

Henning Jasper, Geschäftsführer bei Vanquish, hält Betriebssystem und Management für den Kern des Igel-Portfolios.
Henning Jasper, Geschäftsführer bei Vanquish, hält Betriebssystem und Management für den Kern des Igel-Portfolios. (Bild: Vanquish)

Bei Vanquish sieht man Igel seit jeher als Software-Anbieter, wie Henning Jasper, Chef des Distributors, erläutert. Der Mehrwert der Produkte liege im Betriebssystem und im Management.

ITB: Welche Rolle übernimmt Vanquish in der Zusammenarbeit mit Igel?

Jasper: Wir verstehen uns als VAD und agieren auch im Igel-Geschäft in dieser Rolle. Somit adressiert Vanquish primär Systemhäuser jeglicher Ausprägung und Größe. Unsere Aufgabe ist es, Partner für den Hersteller zu gewinnen, sie auszubilden, ihnen das Portfolio, die Einsatzszenarien, die Spezifika des Projektwesens nahezubringen, und sie in all diesen Belangen im Tagesgeschäft zu unterstützen. Nicht zuletzt sind wir erster Ansprechpartner für Igel-Partner beim Support.

ITB: Wir reden also über Lösungsgeschäft, nicht über Hardware-Vertrieb?

Jasper: Ja, in den allermeisten Fällen hat der Partner ein Infrastrukturprojekt, bei dem Igel-Technologie ein Bestandteil einer umfassenden Lösung ist.

ITB: Wie sehen heute typische Einsatzszenarien für Igel-Produkte aus?

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

Jasper: Nach wie vor überwiegt das traditionelle Szenario mit Terminal Services. Der Kunde möchte ein einfaches, wartungsarmes Gerät, um Nutzern zentral verwaltete Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Mehr und mehr sehen wir aber auch das Szenario, dass man Igel-Clients, egal in welchem Formfaktor, einsetzt, um auf Dienste und Anwendungen zuzugreifen, die in der Cloud bereitgestellt werden. Das geschieht über einen Browser, der entweder auf einem Thin Client läuft, oder auf einem PC, auf dem ein Igel-Betriebssystem installiert ist.

ITB: Igel positioniert sich heute nicht mehr in erster Linie als Thin-Client-Hersteller, sondern als Spezialist für Endpoint Management. Wie bewerten Sie diesen Wandel?

Jasper: Dass Igel ein Software-Anbieter ist, halte ich für eine spannende Selbsterkenntnis. Wir sehen das eigentlich so, seit wir mit dem Hersteller zusammenarbeiten, also seit 14 Jahren. Was Igel auszeichnet, war schon immer die Software – sowohl beim Betriebssystem als auch beim Management. Mittlerweile sehen auch Endkunden den Formfaktor immer häufiger als nebensächlich an. Wichtiger ist ihnen, dass es darüber eine Software gibt, mit der sich die Endgeräte effizient und sicher verwalten lassen. Im Übrigen ergeben sich aus der Management-Philosophie ganz neue Einsatzszenarien – beispielsweise beim Internet of Things (IoT), wo Igel-Software dazu genutzt wird, Industrie-Hardware zu verwalten.

ITB: Welche Zukunft hat die Produktkategorie Thin Client, die sich dadurch auszeichnet, dass sie wartungsfreundlich und energieeffizient ist?

Jasper: Diese Vorteile relativieren sich, weil die PC-Hersteller in puncto Energieeffizienz nachgebessert haben. Hinzu kommen neue Formfaktoren wie Intel NUC oder Raspberry PI, die klein, performant und preisgünstig sind. So beobachten wir den Trend, dass sich Partner eine Hardware beschaffen und ein Igel-Betriebssystem aufspielen. Vanquish verzeichnet seit etwa einem halben Jahr eine Stagnation beim Geräteabsatz. Dafür zieht das Lizenzgeschäft massiv an. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Viele Arbeitsplätze werden künftig als Workspace as a Service bereitgestellt. Für den Administrator ist nicht der Formfaktor der Endgeräte entscheidend, sondern deren sichere Verwaltung. Darauf reagiert Igel mit neuen Ideen, die relativ zügig in Software-Produkte umgesetzt werden. Für die Zukunft rechnen wir sogar mit einem Rückgang der Hardware-Verkäufe. Die Thin-Client-Philosophie wird sich aber als Software-Konzept am Markt behaupten.

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