Umstieg auf Terminal-Server-Umgebung mit Thin Clients zahlt sich aus Thin Clients halten die Kosten flach

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Die Karl Knauer KG hat ihr Computernetzwerk von Novell Netware auf Windows 2000 Server umgestellt. Dabei wurden auch die vorhandenen PCs mit 486er- oder Pentium-II-Prozessoren durch Thin Clients erstetzt. Der Einstieg in die entsprechende Terminal-Server-Umgebung half dabei, kräftig Kosten zu sparen.

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Mit insgesamt 400 Mitarbeitern produziert die Karl Knauer KG am Stammsitz in Biberach Verpackungen aller Art.
Mit insgesamt 400 Mitarbeitern produziert die Karl Knauer KG am Stammsitz in Biberach Verpackungen aller Art.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wo Wilkinson, Kodak oder Bayer draufsteht, ist in der Regel auch ein Produkt dieser Firmen drin. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Verpackung aus dem gleichen Hause stammt. In vielen Fällen wird diese von der Karl Knauer KG zugeliefert. Das Traditionshaus mit Sitz in Biberach, das 1938 gegründet wurde und einen Jahresumsatz von rund 53 Millionen Euro erwirtschaftet, hat sich auf Verpackungslösungen und Werbemittel spezialisiert. Das Angebot umfasst Faltschachteln mit und ohne Innenfutter, Blisterkarten, SB-Verpackungen, Verkaufstrays, Displays und das komplette Verpackungsmanagement.

Schon vor mehreren Jahren beschloss man bei der Karl Knauer KG, das Netzwerk von Novell Netware auf Windows 2000 Server umzustellen. Im Rahmen dieser Migration stellte die IT-Abteilung auch das Computersystem grundsätzlich in Frage: »Wir hatten in unserem Netzwerk sehr viele PCs mit 486er- oder P-II-Prozessoren im Einsatz, die ersetzt werden mussten«, erinnert sich Manfred Breig, der bei der Karl Knauer KG für das Netzwerk verantwortlich ist. Schon 2003 wäre es notwendig gewesen, 41 PCs, die zum Teil auf Pentium II umgerüstet wurden, auszutauschen.

»Innerhalb von drei Jahren hätten wir alle PCs durch Neugeräte ersetzen müssen«, berichtet Manfred Breig. Allein die Investitionen für den Ersatz der PCs durch damals zeitgemäße Pentium-4-Rechner – hierfür wurde rechnerisch 900 Euro pro Gerät angesetzt – hätten sich auf rund 76 500 Euro belaufen. Als Alternative bot sich der Einstieg in die Terminal-Server-Umgebung mit deutlich günstigeren Thin Clients an. »Zunächst waren wir in Bezug auf diese Lösung etwas skeptisch, da wir bis dato keinerlei Erfahrungen mit Terminal-Servern hatten. Auch bestanden anfänglich Bedenken hinsichtlich der Systemverfügbarkeit bei Ausfall der zentralen Terminalserver-Struktur«, erläutert Manfred Breig.

Günstige Bedingungen

»Seit der Einführung unseres Netzwerks haben wir stets eine zentrale Datenspeicherung und -verwaltung angestrebt. Für uns in der IT-Abteilung war es deutlich einfacher, damit den Datenschutz und die Datensicherheit zu gewährleisten, da keine lokalen Daten berücksichtigt werden mussten.« Zuerst wurde ein Testsystem installiert und für sechs Monate mit bestimmten Anwendern parallel zum bestehenden Netzwerk betrieben. So stellte man sicher, dass es bei der späteren Umstellung keinerlei Schwierigkeiten gab. Zu Beginn der Testphase wurden auch Thin Clients verschiedener anderer Hersteller ausführlich unter realen Bedingungen getestet, wobei im Bildaufbau mit verschiedenen Anwendungsprogrammen deutliche Unterschiede erkennbar wurden.

Heiße Phase

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem Testsystem fiel die Entscheidung für die Thin Clients von Wyse. Die für die Umgebung erforderlichen vier Terminal-Server wurden ins Unternehmensnetzwerk integriert und im ersten Installationsschritt zunächst 25 Thin Clients daran angeschlossen. Serverseitig entschied man sich für Citrix, da die Performance, die Funktionalität und die Ausbaufähigkeit auch bei der Anbindung von Heimarbeitsplätzen und Außenstellen überzeugte.

Insgesamt wurden rund 90 Arbeitsplätze auf Thin Clients umgestellt, die von vier Terminal-Servern bedient werden. Die gesamte Umstellung der PCs auf die Thin Clients verlief planmäßig, schnell und reibungslos. »Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unserem IT-Dienstleister, der Octo IT GmbH, war hierbei eine wesentliche Grundlage für den erfolgreichen Projektverlauf«, resümiert Breig.

Umstieg mit Erfolg

Die Kosten für die komplette Migration waren in der Summe niedriger, als wenn man das PC-Netzwerk auf den neuesten Stand gebracht hätte. Innerhalb von zwei Jahren wurden rund 25 000 Euro gespart: Die Anschaffungskosten beliefen sich auf rund 20 000 Euro zuzüglich 5 000 Euro für den Installationsaufwand. Hinzu kommen Einsparungen bei Support und Folgeinvestitionen, Wartung und Instandhaltung.

Neben den im Verhältmis zu PCs geringeren Anschaffungskosten und dem reduzierten Installationsaufwand sprechen für die Thin Clients auch ihre höhere Stabilität und die längere Nutzungsdauer der Systemressourcen. Während PCs zumeist nach vier bis fünf Jahren ersetzt werden müssen, können Thin Clients auch sechs bis acht Jahre eingesetzt werden. »Die Modelle, die wir zu Beginn installiert haben, laufen heute noch absolut problemlos«, berichtet Breig. Auch von den Mitarbeitern gibt es nur Lob für die Thin Clients, denn die Geräte benötigen deutlich weniger Platz am Schreibtisch und kommen ohne brummende Lüfter aus. Dennoch hat der Anwender das Gefühl, an seinem persönlichen Rechner zu sitzen.

Ausblick

Überzeugen konnte die Terminal-Server-Umgebung mit den Thin Clients auch beim Ausbau der Netzwerkstrukturen am Standort Biberach und bei der Remote-Anbindung von Außenstellen. Mittlerweile sind es insgesamt 130 Thin Clients an drei Standorten, zum Teil sogar in anderen europäischen Ländern, die in das Netz integriert wurden.

Die gesamte Installation und Wartung dieser Geräte übernimmt der Bereich IT-Netzwerk vom Standort Biberach aus. Selbst die Sprachanpassungen für ausländische Mitarbeiter funktionieren problemlos aus der Ferne. »Dabei sind wir nur drei Mitarbeiter in unserem Fachbereich, die für das gesamte Netzwerk an allen drei Standorten verantwortlich sind. Das wäre bei dem aufwändigeren Support mit einem PC-Netzwerk vergleichbarer Größe undenkbar«, erklärt Breig. Im nächsten Schritt werden nun Außendienst- und Servicemitarbeiter, die mobil unterwegs sind, mit in das Netzwerk integriert und erhalten via Notebook Zugriff auf die Firmendaten.

Die Eckdaten des Projekts

  • Kunde und Problem: Karl Knauer KG, Spezialist für Verpackungslösungen und Werbemittel. Das vorhandene Netzwerk sollte von Novell Netware auf Windows 2000 Server umgestellt werden. Gleichzeitig mussten dabei viele PCs ersetzt werden.
  • Lösung: Neue Server-Umgebung einschließlich Ersatz der PCs durch Thin Clients
  • Dienstleister: Die Octo IT GmbH bietet unter anderem Unterstützung bei Migrationen.
  • Implementierungsdauer: Nach sechsmonatiger Testphase erfolgte die Umstellung auf eine Terminal-Server-Umgebung mit Thin Clients.
  • Einsparungspotenzial: Die Kosten für die komplette Migration waren in der Summe niedriger, als wenn man das PC-Netzwerk auf den neuesten Stand gebracht hätte. Innerhalb von zwei Jahren wurden rund 25.000 Euro gespart: Die Anschaffungskosten beliefen sich auf rund 20.000 Euro zuzüglich 5.000 Euro für den Installationsaufwand. Hinzu kommen Einsparungen bei Support und Folgeinvestitionen, Wartung und Instandhaltung.

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