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Monitoring hält nicht Schritt mit Cloud & Co

Teure Incidents durch schlechtes Monitoring

| Autor: Sarah Gandorfer

Ein durchschnittliches Unternehmen protokolliert etwa 1.200 IT Incidents pro Monat, von denen fünf kritisch sind.
Ein durchschnittliches Unternehmen protokolliert etwa 1.200 IT Incidents pro Monat, von denen fünf kritisch sind. (Bild: Pixabay / CC0)

Schlechtes Event und Incident Management können teuer werden, bis zu 163.892 Euro. Ein durchschnittliches Unternehmenprotokolliert etwa 1.200 IT Incidents pro Monat, von denen fünf kritisch sind. Transparenz und Monitoring könnten hier helfen, doch die meisten Unternehmen haben „blinde Flecken“ in ihrer IT-Struktur.

Laut einer Studie von Quocirca sind die Kosten für kritische IT Incidents (CI) in deutschen Unternehmen um 46 Prozent gestiegen. Lagen die Kosten für ein CI 2016 im Schnitt noch bei 112.415 Euro, sind es 2017 bereits 163.892 Euro. Dabei entfallen 33.731 Euro auf die IT und 130.161 Euro auf andere Geschäftsabteilungen. Befragt wurden für den Bericht 1.000 Unternehmen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden, den Niederlanden, Australien, Japan und Singapur.

Wie sich herausstellte, gaben rund 80 Prozent der Studienteilnehmer an, dass es bei ihnen "blinde Flecken" gibt, die zu einer verzögerten Erkennung und Untersuchung von Incidents führen. Nur 2,5 Prozent haben volle Transparenz über die gesamte relevante Infrastruktur hinweg. Doch auch wenn Monitoring-Tools vorhanden sind, ist die Bewältigung der erzeugten Event-Mengen eine echte Herausforderung. 52 Prozent der Befragten geben an, dass sie gerade so zurechtkommen, 13 Prozent haben Schwierigkeiten mit der Event-Flut und 1 Prozent ist überfordert damit. Unternehmen mit Event-Managementprozessen, die ein einfaches Management des Event- Volumens ermöglichen, weisen eine kürzere mittlere Incident-Erkennungszeit sowie weniger Incident-Dubletten und Wiederholungs-Incidents auf. 20 Prozent haben überhaupt keinen Event-Management-Prozess.

Behebungszeit zu lang

Die internationale Auswertung zeigt, dass über ein Fünftel der Unternehmen unzufrieden mit ihrer „Mean Time To Detect“ (MTTD) ist – oder erst gar nicht in der Lage ist, sie zu messen. Dabei handelt es sich um die Zeit, die benötigt wird, um den Beginn einer Störung festzustellen. In Deutschland müssen 13 Prozent in diesem Bereich stark nachlegen, in Frankreich 15 Prozent. In den USA sind es sogar ein Viertel der Befragten und in Großbritannien 21 Prozent. Im Ländervergleich benötigen schwedische Unternehmen besonders lange, einen Incident zu beheben. Ihre „Mean Time to Repair“ (MTTR) liegt bei fast 7,5 Stunden. Damit liegen sie deutlich über dem internationalen Mittel von 5,8 Stunden. Deutsche Unternehmen benötigen fast sechs Stunden und liegen damit gleichauf mit den französischen Nachbarn. Die US-Befragten benötigen mit 6,3 Stunden etwas mehr Zeit. Besonders schnell sind die Japaner mit 4,2 Stunden. Großbritannien liegt mit nur wenig mehr als fünf Stunden ebenfalls im Spitzenfeld.

Es ist eine echte Herausforderung, alle Daten von den an diesen Incidents beteiligten Events zu durchforsten, um sie anschließend für die Event-Behandlung zu priorisieren. 70 Prozent der Befragten geben an, dass ein früherer kritischer Incident den Ruf ihres Unternehmen geschädigt hat, was die Bedeutung einer frühzeitigen Incidents-Erkennung und Schadensbegrenzung unterstreicht.

Vorfälle wiederholen sich

Doppelte und wiederholt auftretende Incidents sind zudem ein weit verbreitetes Problem. 97 Prozent sagen, dass ihr Event-Management-Prozess zu Dubletten führt, sodass mehrere Incidents für dasselbe IT-Problem erzeugt werden; 17,2 Prozent aller Incidents sind Dubletten. 96 Prozent geben an, dass es zu Wiederholungs-Incidents führt, wenn man nicht durch eine effektive Kernursachenanalyse aus früheren Incidents lernt; 13,3% aller Incidents sind Wiederholungs-Incidents.

Monitoring langsamer als Innovation

Eine hohe Transparenz der IT-Infrastruktur führt zu einer schnelleren Erkennung und Untersuchung von Incidents sowie der besseren Ursachenanalyse. Die Umsetzung variiert jedoch laut Quocirca. Die holistische End-to-End-Transparenz von IT-Prozessen schnitt am schlechtesten ab: Nur 45 % der Teilnehmer gaben an, dass ihre Transparenz ausgezeichnet oder gut sei.

Die Transparenz ist in traditionellen Bereichen wie Servern, Storage und Netzwerken tendenziell besser und bei Technologien der nächsten Generation wie Cloud Computing, Containern und Mobilität eher schlechter. Dies deutet darauf hin, dass die Monitoring-Möglichkeiten nicht mit dem Tempo der Veränderungen Schritt gehalten haben, die zur Erfüllung der Unternehmensanforderungen notwendig sind.

„Für Unternehmen ist es natürlich schwierig, die End-to-End-Transparenz aufrechtzuerhalten, da immer mehr Daten durch ihre IT-Systeme und Infrastruktur generiert werden”, erklärte Bob Tarzey, Analyst bei Quocirca. „Dies hält IT-Teams davon ab, die Kernursachen von Problemen, die häufige und immer wiederkehrende Probleme verursachen, aufzudecken und zu lokalisieren. Dies führt häufig zu Reputationsschäden und schlechter Kundenerfahrung, was sich wiederum negativ auf das Endergebnis eines Unternehmens auswirkt. Unternehmen müssen in der Lage sein, Daten über ihre gesamte IT-Infrastruktur hinweg effektiver zu sammeln und zu analysieren, damit der Zeitaufwand für die Schadensbegrenzung reduziert und die für proaktive digitale Innovationen verfügbare Zeit gesteigert wird.”

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