Nothing Phone 4a Pro im Test Test: Nothing Phone 4a Pro

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Ein Smartphone im Look einer retro-futuristischen Raumkapsel? Kein Problem! Und auch beim Preis überrascht Nischen-Hersteller Nothing mit seinem neuesten Werk. Die Konkurrenz ist allerdings hart und das Nothing 4a Pro hat auch Schwächen.

Das Nothing Phone 4a Pro überzeugt unter anderem mit dem Look einer retro-futuristischen Raumkapsel.(Bild:  Nothing)
Das Nothing Phone 4a Pro überzeugt unter anderem mit dem Look einer retro-futuristischen Raumkapsel.
(Bild: Nothing)

Dieser Look – irgendwo zwischen Apollo-Raumkapsel, Airstream-Wohnwagen und Großküche, mit einem Touch iPhone 17 Pro. Unweigerlich denkt man an die goldene Zeit der Raumfahrt und die Aufbruchstimmung der 1960er Jahre. Das muss man Nothing erst einmal nachmachen. Kein anderer Hersteller baut aktuell derart unverwechselbare Android-Smartphones. Und das hier schreit geradezu Space Age.

Space-Age-Design und solide Ausstattung

Allen Design-Finessen zum Trotz findet man beim kryptisch Phone 4a Pro genannten 6,8 Zoll großen Smartphone im Inneren eher Solides. Ein Snapdragon 7 der 4. Generation, 8 oder 12 GB Arbeitsspeicher und 128 oder 256 GB UFS-Speicher. Ein Kameratrio mit Telelinse (später mehr), WLAN 6 und 5.080 mAh starken Akku. Dual-SIM kann es auch, mit einer Chipkarte und einer eSIM.

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Das AMOLED-Display ist schön hell, hat adaptive Bildwiederholraten und eine schön scharfe Darstellung. Für das auf Android 16 basierende Nothing OS 4.1 werden drei Jahre Updates und sechs Jahre Sicherheitsupdates versprochen.

Tatsächlich ein ziemlich rundes Paket. Einzige Enttäuschung: kein kabelloses Laden.

Eine Kamera für Weltraumträume und Social-Media-Feeds

Neben dem angenehm aufgeräumten und flotten Betriebssystem – hier setzt Nothing sich von überfrachteten oder generischen Androids von Samsung, Xiaomi und Co. ab – liegt großer Fokus auf der Kamera.

Die Triple-Kamera erfreut mit schnellen, scharfen und recht farbechten Fotos. Ein Highlight in dieser Preisklasse: die Zoomkamera mit 3,5-facher optischer Vergrößerung. Mit ihr kann man schön nah rangehen, der bis zu 140-fache KI-unterstützte Zoom ist nett, aber jenseits von 20-fachem Zoom eigentlich eine unnütze Spielerei.

In der Kamera-App finden sich noch allerlei nützliche Spielereien wie Farbprofile, Filter und Effekte. Die kann man zum Teil auch als Widgets auf dem Homescreen anlegen und schießt dann per Fingertipper zum Beispiel immer Fotos mit simulierten 48 Millimetern Brennweite in der Farbeinstellung Cold Retro Future. Das Phone 4a Pro ist also nicht nur für das Space Age, sondern auch für das Social Media Age gerüstet.

Smartphone mit gemäßigtem Tempo

Wo man dann die Mittelklasse doch bemerkt: beim Tempo. Der Wechsel zwischen den Kameras dauert manchmal eine Gedenksekunde, genauso die Nachbearbeitung. Auch bei wenig Licht nimmt die Bildqualität im Detail ab.

Neben der Kamera thront prominent die Glyph Matrix. Das ist eine runde Ansammlung von LED-Punkten, die es zuerst beim Nothing Phone 3 gab. Sie ist nun größer, hat aber gleichzeitig weniger Punkte. Sie dient als Zusatzdisplay für die Uhrzeit, für Anrufeffekte und optische Signale. Beispiel: individuelle Symbole für Anrufer – ein Herz für den Herzensmensch gefällig? Insgesamt ein nettes Detail, aber ganz persönlich kein Kaufgrund.

Viele kleine helle Punkte und ein Mittelstrecken-Akku

Wo es beim 4a Pro etwas klemmt, ist der Akku. Der ist zwar zahlenmäßig groß und soll dank Silizium-Karbontechnik auch nach 3 Jahren Dauernutzung noch 90 Prozent Kapazität haben. Im Alltag bringt er das große und mit 210 Gramm recht schwere Mobiltelefon aber mal so gerade eben über den Tag. Da sind manch dünnere Androiden besser unterwegs. Geladen wird mit 50 Watt per Kabel – das Raumkapselgehäuse aus Aluminium schließt drahtloses Laden aus.

Starke Konkurrenz – sogar im eigenen Haus

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten, aber meist sinnlos. Vom Design her macht dem Nothing Phone 4a Pro subjektiv momentan kaum einer was vor. Es ist einfach schön. Und mehr als nur manchmal reicht das ja schon als Kaufgrund.

479 Euro (UVP) kostet der Einstieg in die Smartphone-Raumkapsel mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. 549 Euro (UVP) kostet die Version mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher – hier schlägt auch die aktuelle Speicherkrise ein. Im Vergleich zum Vorgänger sind das knapp 90 Euro mehr.

Doch die Wahrheit ist auch: Mit dem Nothing Phone 4a ohne Pro kommt starke Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Es hat ein ähnliches Display, gleiche Akkukapazität und fast ähnliche Leistung und sogar die 3,5-fach-Zoomkamera. Und es kostet rund 120 Euro weniger. Allerdings hat es nicht das elegante Alu-Gehäuse und diesen futuristischen Look. Es setzt auf den Nothing-Look mit weiß, grau und vielen Formen und Linien, hat aber einen Leuchtstreifen statt der Glyph Matrix.

Und dann tummeln sich in der Sparte zwischen 400 und 550 Euro noch andere starke Geräte. Samsung hat jüngst seine neue A-Reihe angekündigt, Motorola hat mit dem Edge 70 Fusion ein starkes Gerät platziert. Xiaomi und Co. sind in dem Segment mit der aktuellen 15er-Reihe von Xiaomi und Redmi ebenfalls stark vertreten – um nur mal einige zu nennen.

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