Aktueller Channel Fokus:

Output Management

Glasfaserausbau in Deutschland

Telekom und Telefónica treiben Netzausbau voran

| Autor: Sarah Böttcher

Markus Haas, Geschäftsführer Telefónica Deutschland (links) und Dirk Wössner, Geschäftsführer Telekom Deutschland, geben die Vertiefung ihrer bestehenden Kooperation bekannt.
Markus Haas, Geschäftsführer Telefónica Deutschland (links) und Dirk Wössner, Geschäftsführer Telekom Deutschland, geben die Vertiefung ihrer bestehenden Kooperation bekannt. (Bild: Deutsche Telekom/Telefónica Deutschland)

Die Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland vertiefen ihre Zusammenarbeit beim Netzausbau: Mindestens 5.000 Mobilfunkstandorte von Telefónica werden langfristig an die Glasfaserinfrastruktur der Telekom angeschlossen.

2011 schlossen die Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland bereits einen sogenannten „Mobile Backhaul“-Vertrag. Der Backhaul in einem Mobilfunknetz bindet die in der Fläche verteilten Basisstationen, also Mobilfunkantennen, an das Netzzentrum an. Um den Ausbau des Mobilfunknetzes voranzutreiben, erweitern beide Telekommunikationsunternehmen ihre Zusammenarbeit.

Mit der aktuellen Vereinbarung wird die Deutsche Telekom langfristig insgesamt mindestens 5.000 Mobilfunkstandorte der Telefónica Deutschland an die eigene Glasfaserinfrastruktur anbinden. Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner über die Vorteile für die Telekom: „Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Mobilfunk-Infrastruktur in Deutschland. Bei unserer Kooperation gewinnen alle, weil Telekom und Telefónica Synergien nutzen. Die Ressourcen, die wir dadurch einsparen, werden wir konsequent in den weiteren Netzausbau und die Entwicklung von 5G investieren. Die Telekom baut und betreibt das mit Abstand größte Glasfasernetz in Deutschland. Wir freuen uns, dass wir unsere Infrastruktur nun gemeinsam mit Telefónica nutzen werden – denn davon profitiert Deutschland, davon profitieren Millionen Menschen.“ Wössner betont außerdem, dass die Kooperation zeigt, dass beide Telekommunikationsanbieter auch ohne regulatorische Eingriffe die Zusammenarbeit suchten.

Auch für Markus Haas, CEO von Telefónica Deutschland, geht von der Vereinbarung ein positives Signal aus: „Mit der Partnerschaft erzielen wir einen Meilenstein für den Netzausbau in Deutschland. Durch die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur können wir den Ausbau unseres Mobilfunknetzes beschleunigt vorantreiben und einen signifikanten Anteil an Mobilfunkstandorten fit für den Zukunftsstandard 5G machen. Unsere Kunden profitieren dadurch unmittelbar von einem leistungsfähigeren Mobilfunknetz und einem besseren Netzerlebnis“, so Haas. Telefónica setzt bei seinem Netzausbau auf Partnerschaften mit Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom sowie alternativen Telekommunikationsdienstleistern, um einen steigenden Anteil seiner Mobilfunkstandorte mit schnellen Glasfaserleitungen anzubinden.

Anforderungen an Mobilfunknetze steigen

Durch die steigende Zahl an mobilen Endgeräten sowie die immer größeren Datenmengen, steigen die Anforderungen an Mobilfunknetze stetig. Neben der Übertragungsgeschwindigkeit ist auch die Verfügbarkeit, die Netzabdeckung sowie eine geringe Latenzzeit bedeutend. Mithilfe von Partnerschaften versuchen Telekommunikationsunternehmen den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Die Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland treiben mit ihrer erweiterten Kooperation vor allem das Thema 5G voran. So sind nun die „optimalen Voraussetzungen geschaffen, um die aktuellen Antennen der dritten oder vierten Mobilfunkgeneration (LTE) in den kommenden Jahren sukzessive um 5G zu erweitern.“

Kunden beider Unternehmen müssen sich keine Gedanken hinsichtlich Vertragsinhalten oder Rufnummern machen – beide Mobilfunknetze werden weiterhin separat voneinander bestehen und keine Änderungen vorgenommen. Für den Betrieb und die Überwachung des Glasfasernetzes ist die Telekom zuständig.

Aufbau einer 5G-Infrastruktur

Auf einer Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hat Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, die Politik und Industrie dazu aufgerufen, „gemeinsam mit den Netzanbietern die Weichen für die Errichtung der weltweit besten 5G-Infrastruktur zu stellen.“

Während des Events kündigte Höttges ein 8-Punkte-Programm an, das beim Telekom-Netztag am 11. Oktober in Berlin vorgestellt werden soll. So wird ein Bestandteil des Programms eine Investition in Höhe von 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland sein. 22.000 der 27.000 Mobilfunkstationen der Telekom seien bereits heute dank Glasfaseranbindung und Single RAN-Technologie „ 5G ready“. „5G ist nicht einfach ein weiteres Netz, sondern wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung der Produkte unserer Kunden. Wir brauchen 5G für das Internet der Dinge, die Steuerung von autonomen Maschinen oder Smart Cities. Wir bieten der Industrie an, sich beim Aufbau einer europäischen, standardisierten Plattform zu beteiligen – mit Knowhow und Eigenkapital. Deshalb laden wir die deutsche Industrie zu einer „ 5G Anwenderkonferenz“ ein, um zu klären, welche Qualitätsanforderungen sie bezüglich Versorgung, Latenzen und Bandbreiten konkret an unser Netz hat. Projekten, die für den Standort Deutschland erfolgskritisch sind, räumen wir Vorrang ein.“

Der kommerzielle 5G-Betrieb werde 2020 aufgenommen, wenn Endgeräte in ausreichender Stückzahl verfügbar sind, so das Unternehmen. Im gleichen Jahr würden auch mehr als 99 Prozent der deutschen Bevölkerung mit LTE versorgt sein.

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45539920 / TK & UC)