Markt für Eingabegeräte wird auch von Gamern und Notebook-Anwendern bestimmt Tastaturen und Mäuse legen noch immer zu

Redakteur: Sylvia Lösel

Wer Eingabegeräte auf den Markt bringt, muss zielgruppengenau arbeiten. Wie stark die Bedürfnisse variieren, zeigt sich bei der Maus für Gamer, dem Keyboard für das Krankenhaus oder der Fernbedienung für die Couch.

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Auch ergonomische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Wer hier Bescheid weiß, hat schon einige Verkaufsargumente.
Auch ergonomische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Wer hier Bescheid weiß, hat schon einige Verkaufsargumente.
( Archiv: Vogel Business Media )

Allein im vergangenen Jahr konnte der Markt für Eingabegeräte in allen Segmenten deutlich zulegen. Dabei hielten sich die Wachstumsraten sowohl im Bereich der kabelgebundenen als auch der kabellosen Tastaturen und Mäuse ziemlich die Waage. Tastaturen mit »Leine« verbuchten 2006 ein Marktwachstum nach Umsatz von 35 Prozent, entsprechende Mäuse um 26 Prozent. Bei den kabellosen Varianten waren es bei den Tastaturen allerdings nur neun Prozent, die Mäuse jedoch konnten um 30 Prozent zulegen (Quelle: GfK).

Das Marktwachstum fiel bei den Grafiktabletts mit 54 Prozent besonders deutlich aus, allerdings ausgehend von einer sehr geringen Basis von gerade einmal zwei Prozent Segmentanteil. Potenzial sieht zum Beispiel Wacom vor allem bei Bildbearbeitungs-Fans und interessierten Consumern. Neben den klassischen PC-Umgebungen haben die Peripherie-Hersteller inzwischen einige Zielgruppen mehr ins Visier genommen.

Da sind einerseits die Gamer, die bemüht sind bei ihren Spielen auch noch die letzte Zehntelsekunde Reaktionszeit herauszukitzeln und die an sehr präzisen Maussteuerungen interessiert sind.

Ein inzwischen mindestens so wichtiges Klientel wie die PC-Besitzer sind die Notebook-Anwender. Denn immerhin ein Viertel aller deutschen Haushalte verfügt über ein Notebook. In Stückzahlen ausgedrückt sind das 11,69 Millionen. Doch um die Modelle möglichst kompakt zu halten, sind auf Seite der Notebookhersteller Abstriche beim Komfort von Maus und Tastatur notwendig. Hier hat der Fachhandel einen guten Ansatzpunkt um Cross-Selling zu betreiben. Denn neben Tastatur und Maus stehen auch Lautsprecher oder Webcams ganz oben auf den Wunschlisten der mobilen Anwender.

Tastaturen mit Sonderausstattung wie zum Beispiel mit Fingerabdruck-Scanner oder anderen biometrischen Eigenschaften finden allerdings keinen reißenden Absatz, wie von Distributoren-Seite zu erfahren ist. IT-Business bat Cherry, Microsoft und Devil um eine Stellungnahme zum Peripherie-Markt:

Sven Erger, Product Marketing Manager bei Microsoft:

»Die Nachfrage nach Gaming Peripherie wird auch 2008 weiter steigen. Hier ist das Potenzial definitiv noch nicht ausgeschöpft. Impulse für weitere Entwicklungen erhalten wir über das Sponsoring der Electronic Sports League (ESL) Pro Series. Dadurch erhalten wir professionelles Feedback von Gamern zur Side-Winder-Mouse. Denn wir arbeiten daran, das Side-Winder Portfolio zu erweitern und werden sicherlich 2008 weitere Produkte auf den Markt bringen.«

Günter Vogl, Leiter Produktmarketing Computer-Devices Standard- und Consumerprodukte:

»2007 konnten wir zwei Trends erkennen. Kabelgebundene Tastaturen haben wieder an Marktanteilen gewonnen. Der zweite Trend ist die deutlich erkennbare Verschiebung vom Desktop-PC zum Notebookkauf. Wir sind auf beide Marktentwicklungen gut vorbereitet, da Cherry kabelgebundene Tastaturen nie aus dem Sortiment verbannt hat. Zudem greifen Notebook-User gerne auch zu einer komfortableren externen Tastatur-Maus-Kombination.«

Luis da Silva, Leitung Einkauf und Produktmanagement bei Devil:

»Kunden treffen ihre Kaufentscheidung hier oft spontan. Die Ansprüche von Anwendern sind allerdings nicht nur bei Gamern und Enthusiasten stark gewachsen, sondern auch im breiten Privatkundenmarkt. Was gestern noch als Luxus galt – kabellos, ergonomisch, sensorisch, multimedial – wird heute Standard und bietet Platz für Innovationen. Vernetzte Wohnzimmer, Mehr-PC-Haushalte und ein wachsender Massenmarkt für Spiele bescheren Tastaturen & Co. eine solide Zukunft.«

(ID:2009191)