Netzwerkanalyse per SDN-Anwendung Tapestry macht die Komplexität eines Netzwerks sichtbar

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / / Wilfried Platten

Die von Infoblox entwickelte Open-Source Software Tapestry bringt als SDN-Anwendung mehr Transparenz ins Netzwerk.

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Hinter den Kulissen des Netzwerks: Tapestry visualisiert den Network Complexity Index.
Hinter den Kulissen des Netzwerks: Tapestry visualisiert den Network Complexity Index.
(Bild: Infoblox)

Mit der Open-Source Software Tapestry können IT-Administratoren die Komplexität eines Netzwerkes messen. Sie steht ab Oktober kostenlos über das FlowForwarding.Org Projekt (www.flowforwarding.org) zur Verfügung.

Theorie…

Stuart Bailey, Gründer und Technik-Vorstand bei Infoblox, und sein Forschungsteam haben Tapestry nicht als Infoblox-Produkt, sondern als Beitrag für die IT-Community entwickelt. Die Software ist ein Werkzeug, um die Komplexität von Netzwerken zu verstehen und dadurch Kosten besser kontrollieren zu können. Zusammen mit Professor Robert Grossman von der Universität in Chicago hat er eine Gleichung entwickelt, die sowohl die Zahl der Endpunkte eines Netzwerks berücksichtigt, als auch wie diese miteinander interagieren, um geschäftskritische Funktionen ausführen zu können. Um bislang Einblicke in die Netzwerk-Komplexität zu bekommen war es notwendig, sowohl die Anzahl der Geräte zu zählen, aus der die Netzwerkinfrastruktur besteht, als auch die Wege aufzuzeichnen, die diese miteinander verbinden.

…und Praxis

Die Tapestry-Software kann universell eingesetzt werden und generiert mithilfe der Bailey-Grossman-Gleichung den Network Complexity Index (NCI). Diese Kennzahl basiert auf Daten, die anhand der Endpunkt-Interaktionen über Kontrollsysteme wie Domain Name System (DNS) gewonnen werden.

Damit können die IT-Verantwortlichen Änderungen ihres NCI über längere Zeit verfolgen und besser verstehen, wie die Komplexität ihres Netzwerkes wächst. Diese Informationen machen gezielte Investitionen in die Netzwerk-Infrastruktur möglich, um besser mit der kontinuierlich ansteigenden Netzwerk-Komplexität umgehen zu können.

„Es wird immer deutlicher, dass nicht die Bandbreite sondern die Komplexität das größte Wachstumshindernis bei Netzwerken ist“, sagt Stuart Bailey. „Die Diskussionen rund um die Netzwerk-Komplexität konzentrieren sich allerdings auf Kabel und Boxen statt auf die Beziehungen, in denen Geschäftsprozesse miteinander stehen, wie das in den heutigen immer größer und dynamischer werdenden und über die ganze Welt verteilten IT-Infrastrukturen der Fall ist.“

SDN-Anwendung

Tapestry soll mit fast allen existierenden IT-Netzwerken kompatibel sein. Als SDN-Anwendung wird die Software auf der kostenlosen Open-Source Steuerungsebene Loom laufen. Loom wird wiederum SDN White Boxes steuern, die auf programmierbaren Ethernet-Prozessoren aufsetzen, um so die NCI-Daten zu sammeln. Hier wird auf die Stärken von SDN gesetzt, denn diese Boxen werden den DNS-Servern eines Netzwerks vorgesetzt, ohne den Betrieb oder die existierende Infrastruktur zu beeinflussen.

Mit Tapestry können Unternehmen sowohl Erfahrungswerte sammeln, als auch potenzielle Vorteile einschätzen, wenn sie zu SDN übergehen wollen. Neue und kostengünstige SDN-Geräte können diverse Funktionen erfüllen – vom Monitor über Router, Switches und Firewalls bis hin zu Load Balancern. Tapestry ist ein Beispiel dafür, wie SDN-Anwendungen helfen können, mit der wachsenden Geschwindigkeit von Geschäftsprozessen und dem Trend hin zu Virtualisierung, Cloud und Software-definierter Infrastruktur mitzuhalten.

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