Video-Kommunikation und Telepresence erleben den zweiten Frühling Tandberg und Polycom besetzen neue Marktsegmente

Redakteur: Sylvia Lösel

Schon einmal war Video-Kommunikation in aller Munde - und bald auch wieder vergessen. Zu wenig Bandbreite, zu lange Latenzzeiten, zu schlechtes Bild. Jetzt soll alles besser werden.

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Tandbergs große Telepresence-Lösung T3 hat jetzt mit der T1 kleinen Nachwuchs bekommen.
Tandbergs große Telepresence-Lösung T3 hat jetzt mit der T1 kleinen Nachwuchs bekommen.
( Archiv: Vogel Business Media )

In den nächsten vier Jahren soll sich der Markt für Videokommunikations-Lösungen - laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner - mehr als verdoppeln. Von 3,8 Millionen Euro auf einen Wert von 8,6 Milliarden US-Dollar. Nicht nur Großunternehmen werden künftig derartige Lösungen einsetzen, sondern auch immer mehr kleinere oder verstreut arbeitende Firmen. Aber mit den Anforderungen wächst auch die Herausforderung an die Infrastruktur. Polycom und Tandberg haben jetzt Neues vorgestellt.

Hinter den Kulissen geht es heiß her

Polycom bringt zwei Infrastruktur-Plattformen, die unternehmensweite und -übergreifende Videokommunikation gewährleisten sollen. Beides sind offene Systeme und basieren auf Standards. Somit können sie in UC-Umgebungen von Microsoft, IBM, Avaya, Nortel oder anderer Hersteller integriert werden.

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Die Multipoint-Konferenzplattform RMX 4000 ermöglicht die Verbindung zwischen mehreren Endpunkten und Netzwerken für Video-, Sprach- und UC-Konferenzen in HD-Qualität. Die RMX 4000 kann entweder zentral oder mithilfe der Polycom Distributed Media Application (DMA) 7000 in einer verteilten Netzwerkumgebung implementiert werden. Letzteres erlaubt eine größere Skalierbarkeit, ein höheres Maß an Ausfallsicherheit sowie die zentrale Einrichtung und Verwaltung von Benutzerkonten.

Die RMX 4000 arbeitet mit der Advanced Telecom Computing Architektur. Hier sind vier Medienprozessorkarten mit demselben Managementsystem und einem Hochgeschwindigkeits-Backplane verbunden. Deshalb können die Prozessor-Ressourcen wie ein integriertes System genutzt werden. Dies hat bei Konferenzen mit vielen Teilnehmern den Vorteil, dass nicht mehrere Brücken hintereinander geschaltet werden müssen. Latenzzeiten werden vermieden.

Bei der RMX 4000 werden die gleichen Lizenzen, Karten und Software-Versionen wie bei der RMX 2000 verwendet. Der Listenpreis dieser Konferenzplattform liegt bei 116.900 Euro, sie ist noch im vierten Quartal erhältlich.

Aufnahmestudio inklusive

Mit dem ebenfalls neuen Aufzeichnungs- und Wiedergabe-Server RSS 4000 können HD-Videos und andere Inhalte, wie zum Beispiel Präsentationen, erstellt und über kompatible Telepresence- und Videokonferenzsysteme übertragen werden. Bestehende Konferenzsysteme können damit als Aufnahmestudios und HD-Videoinhalte für Trainings- oder Kommunikationszwecke genutzt werden.

Bis zu 15 simultane Full-Video-, Audio- und Content-Konferenzaufzeichnungen pro Server sind möglich. Dank gedoppelter Festplatten mit RAID-Konfiguration und redundanten Netzteilen erreicht das System – laut Hersteller – eine hohe Zuverlässigkeit bei den Streams. Das RSS 4000 kann zusammen mit dem Video Media Center (VMC) 1000 von Polycom eingesetzt werden, um sämtliche Content-Entwicklungsphasen von der Erstellung über die Verschlüsselung bis zur Speicherung zu verwalten. Der Wiedergabe-Server RSS 4000 ist ebenfalls noch 2009 erhältlich. Für ihn ist ein Listenpreis von 17.310 Euro vorgesehen.

Tandberg speckt ab

Konkurrent Tandberg will jetzt neben Großunternehmen auch die breite Masse ansprechen. Dafür hat das Unternehmen sein High-End-System T3 etwas abgespeckt. Gleiche Qualität, gleiche Displaygröße und ein Touch-Screen-Interface, das verspricht Tandberg bei seinem neuen T1-Telepresence-System, das vor allem in Niederlassungen eingesetzt werden könnte.

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