Erneuter Rückgang auf der Münchener Messe Systems hat 20 Prozent weniger Besucher

Redakteur: Harry Jacob

Die Aussteller waren teils sehr zufrieden, doch in der Summe hat die süddeutsche IT-Messe Systems in diesem Jahr nicht die Erwartungen erfüllt. Statt zehn Prozent mehr kamen 20 Prozent weniger Besucher zum »Arbeitszimmer der IT-Branche«, wie sich die Messe selbst nennt.

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Hier kamen zu wenige durch: Den Eingang zur Messe nutzten nur noch rund 40.000 Besucher, 20 Prozent weniger als im Vorjahr.
Hier kamen zu wenige durch: Den Eingang zur Messe nutzten nur noch rund 40.000 Besucher, 20 Prozent weniger als im Vorjahr.
( Archiv: Vogel Business Media )

Messegeschäftsführer Klaus Dittrich gab am Ende zu: »Wir haben uns offensichtlich ein zu ehrgeiziges Ziel gesteckt – bei weniger Messetagen die Zahl der Besucher zu steigern«. 51.721 Messebesucher und 1.823 Kongressteilnehmer kamen zur Systems 2006, die noch von Montag bis Freitag dauerte. In diesem Jahr, mit einem Messetag weniger und dem Dienstag als Starttermin, hätten es eigentlich zehn Prozent mehr werden sollen. Doch die Planung der Systems ging nicht auf. Rund 40.000 IT-Entscheider hat die Messe gezählt, dazu knapp 2.000 Kongressteilnehmer. Doch Dittrich hatte auch gleich eine Begründung für den Besucherschwund parat: »Ein zentraler Faktor« sei der Bahnstreik gewesen, der »deutlich zu Lasten unserer Besucherbilanz ging«.

Dass die abnehmende Zahl der Messebesucher gleichzeitig eine Qualitätsverbesserung bedeutet, wird seit Jahren von allen Messeveranstaltern mantra-artig wiederholt. Auch die Systems macht da keine Ausnahme. Einzelne Ausstellern konnten aber tatsächlich sehr gute Geschäfte machen, die Systems selbst nennt als Beispiele T-Systems, Hansenet und Mesonic Business Software. Gegenüber IT-BUSINESS berichtete auch Fröhlich & Walter aus dem Saarland von erfreulich vielen und qualitativ hochwertigen Kontakten, so dass sich die Systems wirklich gelohnt habe.

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Konzeptionell sieht sich die Systems gut aufgestellt: Lösungsorientiert, auf den Mittelstand fokussiert, ein »Arbeitszimmer der Branche« – nicht: Schaufenster – dabei soll es auch 2008 bleiben. Damit es im nächsten Jahr wieder mehr Besucher werden, wünscht Dittrich sich aber stärkere Unterstützung der Key Player im Markt. Von denen seien diesmal »einige« der Systems fern geblieben. Der Termin für das nächste Mal steht jedenfalls schon: vom 21. bis 24. Oktober 2008 öffnet die Systems wieder ihre Pforten.

Pünktlich zum Ende der süddeutschen IT-Messe meldete sich auch die CeBIT zu Wort, die an diesem Tag das Partnerland Frankreich der Presse näher brachte. Das neue Messekonzept soll der CeBIT 2008 zu »klarer Struktur, scharfem Profil, mehr Inhalten« verhelfen.

Messe-Chef Ernst Raue behauptet sogar: »Wir haben die Veranstaltung im 22. Jahr ihres Bestehens völlig neu erfunden.« Eine Drei-Säulen-Struktur aus Business Solutions, Public Sector Solutions und Home & Mobile Solutions soll den Bedürfnissen der Besucher entgegenkommen. Ob sich der Trend der rückläufigen Teilnehmerzahlen, der auch in Hannover zu spüren ist, durch das überarbeitete CeBIT-Konzept stoppen lässt, muss sich erst noch zeigen.

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(ID:2008699)